Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung außerhalb von Sitzungen - 24-23576
Grunddaten
- Betreff:
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Veröffentlichung des ersten Örtlichen Pflegeberichts Braunschweig 2024
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Mitteilung außerhalb von Sitzungen
- Federführend:
- 0500 Sozialreferat
- Verantwortlich:
- Dr. Rentzsch
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Ausschuss für Soziales und Gesundheit
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zur Kenntnis
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Erledigt
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Mitteilungen außerhalb von Sitzungen
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zur Kenntnis
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30.04.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Die Stadt Braunschweig ist nach § 3 des Niedersächsischen Pflegegesetzes (NPflegeG) verpflichtet, für ihr Gebiet räumlich gegliederte Pflegeberichte über den Stand sowie die bisherige und die voraussichtliche Entwicklung der pflegerischen Versorgung zu erstellen. Die Pflegeberichte enthalten Vorschläge zur Weiterentwicklung der vorhandenen pflegerischen Versorgungsstruktur und zu deren Anpassung an die notwendige pflegerische Versorgungsstruktur. Sie enthalten auch Vorschläge, wie durch Maßnahmen zur Stärkung der Prävention und Rehabilitation sowie der häuslichen Pflege Unterstützungs- und Pflegebedürftigkeit vermieden, verlangsamt oder vermindert werden sollen.
Für Braunschweig wurde dieser Bericht jetzt erstmals erstellt und an das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung versendet. Der Bericht wird auch auf der Webseite des Sozialreferates der Stadt Braunschweig veröffentlicht.
Ausgehend von der Beschreibung struktureller und infrastruktureller Rahmenbedingungen und relevanter Bevölkerungskennzahlen im Kontext von Hilfebedarfen und Pflegebedürftigkeit analysiert der erste Örtliche Pflegebericht der Stadt Braunschweig Anzahl, Standorte und Kapazitäten pflegerelevanter Dienste und Einrichtungen im Stadtgebiet. Demnach stellten Menschen im Alter ab 65 mit 53.049 Personen in 2021 ca. ein Fünftel der Stadtbevölkerung (250.889) und die Mehrheit der zu diesem Zeitpunkt insgesamt 14.902 Pflegebedürftigen in der Stadt.
Während in den zentralen Stadtbezirken die meisten Menschen der Altersgruppe 65 und älter leben, ist ihr Anteil an der jeweiligen Gesamtbevölkerung der eher am Rand der Stadt gelegenen Bezirke besonders groß. Die Standorte ambulanter Dienste und stationärer Angebote sind in den Bezirken nahe des Stadtkerns konzentriert, ihre Zahl wächst nur langsam oder stagniert. Angesichts der umgreifenden Personalnot und der demografisch bedingten weiteren Zunahme der Zahl Pflegebedürftiger ist perspektivisch mit einer zunehmenden Verknappung der Kapazitäten zu rechnen. Nicht zuletzt in Bezug auf die besonders im fortgeschrittenen Stadium versorgungsintensive und ebenfalls stark wachsende Gruppe der demenziell Erkrankten zeichnet sich dringender Handlungsbedarf ab.
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Die Mehrheit der Pflegebedürftigen ist weiblichen Geschlechts. Gleichwohl wird auch der größte Anteil der Care-Arbeit von Frauen geleistet. Mit 8.804 Personen werden mehr als die Hälfte der in Braunschweig lebenden Pflegebedürftigen ausschließlich von pflegenden An- und Zugehörigen versorgt. Zukünftig muss ein Hauptaugenmerk auf die Stabilisierung und Stärkung dieser informellen (wahl-) familiären Pflegearrangements gelegt werden. Neben der Intensivierung der Nachwuchs- und Personalakquise für die professionelle pflegerische Versorgung ist die Förderung nachbarschaftlicher Hilfe und Netzwerke und ihre Integration in professionelle Versorgungsstrukturen daher von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus ist die Weiterentwicklung und der Ausbau vorpflegerischer Angebote und Dienste sowie weniger personalintensiver Pflegesettings und -organisationsstrukturen voranzutreiben.
Braunschweig verfügt über die notwendige infrastrukturelle Basis und z. T. über bereits gelebte Praxisbeispiele. Zu nennen sind die Angebote der (Pflege-) Beratung, Kurzzeitpflege, Tagespflegeangebote, Seniorenwohnungen, betreute Wohnformen und Wohn-Pflege-Gemeinschaften. Auch quartiersorientierte Konzepte wie die Nachbarschaftshilfen sind geeignet, Senior:innen dabei zu unterstützen, möglichst lange selbstständig zu bleiben oder den Weg zu Hilfsangeboten früh zu finden. Für alle Bereiche gilt, dass sie in Zukunft voraussichtlich nicht ohne eine stärke Einbindung der Zivilgesellschaft aufrechterhalten und ausgebaut werden können.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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7,8 MB
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