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Sachverhalt

Sachverhalt:
Trotz aller Warnungen und zahlreicher Sicherheitsvorkehrungen durch die Polizei im Vorfeld ist es beim diesjährigen Niedersachsen-Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Tage mögen wechseln, die Bilder bleiben die gleichen: Eine kleine Gruppe gewaltbereiter Randalierer verübt Gewaltexzesse und nimmt dabei ein ganzes Stadion und mehr als 20.000 Fußballfans, die einfach nur ein spannendes Fußballspiel verfolgen wollen, in Geiselhaft.

Immer deutlicher und von der CDU immer wieder betont, tut die Polizei außerhalb des Stadions alles, um ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten. Dies zeigte sich auch bei diesem Derby. Während die An- und Abreise der Fans völlig problemlos verlief und die Sicherheitslage in der Stadt sowie rund um das Stadion entspannt waren, schafften es der Verein Eintracht Braunschweig und sein Sicherheitsdienst nicht, ein massives Abbrennen von Pyrotechnik (Raketen, Bengalos) und die Zündung von Rauchtöpfen sowie anderen Sprengmitteln im Stadion zu verhindern. Hierbei ist auffällig, dass sich nach Erkenntnissen aus den sozialen Medien, diese gefährlichen Gegenstände bereits unbemerkt vor Spielbeginn im Stadion befanden. Anders ist es nicht zu erklären, dass Anhänger von Hannover 96 – der Begriff „Fans“ soll für solche Personen nicht verwendet werden – dutzende Bengalos etc. aus einem Metallpfosten im Innenraum des Stadions zogen, um diese später abzubrennen.

Aus Sicht der CDU liegt hier jedoch nicht nur ein eklatantes Versäumnis des Vereins und seines Sicherheitsdienstes vor, sondern auch der Stadt Braunschweig – und hier trägt der Oberbürgermeister die politische Verantwortung. Es sei daran erinnert, dass sich das Stadion an der Hamburger Straße im Eigentum der Stadt Braunschweig befindet. Auch sonst ist das Verhältnis zwischen Stadt und Verein besonders eng. Das regelmäßig zu betonen, darauf legen beide Parteien großen Wert. Die Präsidentin des Vereins, Nicole Kumpis, wurde erst 2023 mit der Bürgermedaille der Stadt Braunschweig beschenkt – auf Vorschlag des Oberbürgermeisters, worauf er in seiner Laudation und sie in ihren Dankesworten deutlich hinwiesen.

Nach dem Derby haben Eintracht-Geschäftsführer Wolfram Benz und Präsidentin Nicole Kumpis mit klaren Worten die Gewaltexzesse verurteilt und ihrerseits Maßnahmen für die Zukunft angekündigt. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Äußerungen in realem Handeln niederschlagen. Zuletzt war jedoch bereits ein erstes Abrücken zu beobachten. Umso erstaunlicher ist es für die CDU, dass sich der Oberbürgermeister trotz der schweren Ausschreitungen beim letzten, aber auch beim vorletzten Derby nicht mit einer klaren Positionierung gegen Gewalt und Pyrotechnik im Stadion zu Wort gemeldet hat. Auch hat er sich anlässlich der schweren Ausschreitungen nach dem Spiel gegen Hertha BSC nicht auf die Seite der Polizei gestellt, sondern Behauptungen des Vereins und einer sogenannten Fan-Hilfe unkommentiert gelassen. Es wäre jedoch seine ureigenste Aufgabe als Eigentümer und als zuständige Ordnungsbehörde, dem Verein Restriktionen aufzuerlegen und klare Vorgaben hinsichtlich zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen zu machen. In Betracht kommt eine Vielzahl an Maßnahmen wie Stahlgitter zwischen den Blöcken, ein Gästefanausschluss, ein Hausverbot für einschlägige Straftäter, eine Mittelstreichung für sogenannte Fan-Projekte oder der Einbau von neuer Sicherheitstechnik.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. Welche Maßnahmen wurden seitens der Stadtverwaltung im Vorfeld des letzten Niedersachsen-Derbys getroffen, um die Sicherheit im Eintracht-Stadion zu erhöhen?

2. Welche Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit sind seitens der Stadtverwaltung nach den Erfahrungen beim Derby am 14. April dieses Jahres geplant?

3. Wie wird deren schnelle Umsetzung im Hinblick auf das nächste Derby - möglicherweise bereits im Herbst dieses Jahres - realisiert?  

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