Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 24-23345-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Roter Faden Braunschweig - ein Projekt für Geh- und Sehbehinderte und Touristen
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
- Beteiligt:
- 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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zur Kenntnis
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14.05.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zur Anfrage von Andrea Hillner vom 15. März 2024 nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:
zu 1.)
Grundsätzlich werden bei sämtlichen Straßenumbauten durch die Verwaltung die Bedürfnisse von Geh- und Sehbehinderten berücksichtigt. Es wird kontinuierlich daran gearbeitet, die Situation für Geh- und Sehbehinderte zu verbessern. In den letzten Jahren wurden in der Innenstadt u. a. am Bohlweg, John-F.-Kennedy-Platz, Ruhfäutchenplatz, Altstadtmarkt und Hagenscharrn gezielte Maßnahmen ergriffen, um die Barrierefreiheit zu erhöhen. Dazu gehört die Einrichtung von Leitstreifen, sowohl an signalisierten als auch unsignalisierten Querungsstellen, der Bau von geteilten Bordabsenkungen, die den Bedürfnissen sowohl von Seh- als auch Mobilitätseingeschränkten entgegenkommt oder auch die Einrichtung von akustischen Blindenleitsignalen an Lichtsignalanlagen.
Weiterhin erfolgt auch der barrierefreie Ausbau der Haltestellen des ÖPNV im gesamten Stadtgebiet (siehe DS 23-22100). Mit dem Projekt „Digitale Fahrgastinformationsanzeiger“ (DFI) konnte auch die Bereitstellung der Fahrplaninformationen an einigen Haltestellen barrierefrei gestaltet werden.
zu 2.)
Nur ein rot oder blau-gelb markierter Strich würde ca. 10.000 € kosten zuzüglich späterer Unterhaltungskosten.
Um einen "Roten Faden" für Menschen mit Geh- und Sehbehinderungen zu schaffen, wären umfassende Tiefbauarbeiten (Austausch von Natursteinpflaster, taktile Elemente entlang der Strecke und an Querungsstellen, Absenkungen, usw.) entlang der vorgeschlagenen Route erforderlich. Die Kosten für einen barrierefreien Umbau würden grob geschätzt bei
ca. 3 – 3,5 Mio Euro liegen. Finanzmittel stehen hierfür im Investitionsplan nicht zur Verfügung. In beiden Kostenschätzungen sind keine Mittel für eine informative Begleitung (Info-App, Flyer etc.) eingeplant.
zu 3.)
Touristische Einordnung
In Braunschweig existiert bereits ein Fußgängerleitsystem (Stelen), das die Orientierung vor Ort unterstützt. Zusätzlich bietet die kostenfreie App der Braunschweig Stadtmarketing GmbH Rundgänge und Informationen zu Sehenswürdigkeiten an. Diese sind thematisch gegliedert und können zu jeder Zeit individuell genutzt werden. In der Touristinfo ist zudem ein gedruckter Plan mit Informationen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten erhältlich.
Im Hinblick auf die angestrebte Barrierefreiheit bedarf es einer intensiven Auseinandersetzung mit den Gestaltungsmöglichkeiten und Anspruchsgruppen. Insbesondere für blinde und stark sehbehinderte Menschen reicht die Ausführung als Linie allein nicht aus, um eine eigenständige barrierefreie Nutzung zu ermöglichen. Ein zusätzliches Angebot über eine Linie im Stadtraum bietet daher deutlich weniger Nutzen als die o. g. vorhandenen Angebote. Vor diesem Hintergrund und dem zu erwartenden bautechnischen und finanziellen Aufwand für die Einrichtung und Instandhaltung wird ein „Roter Faden“ als nicht notwendig oder gewinnbringend erachtet.
