Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 24-23674-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Zukünftige klimaneutrale Fernwärmeversorgung
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 68 Fachbereich Umwelt
- Beteiligt:
- DEZERNAT VIII -Umwelt-, Stadtgrün-, Sport- und Hochbaudezernat; 0100 Steuerungsdienst; 20 Fachbereich Finanzen
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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zur Kenntnis
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14.05.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Vorbemerkung:
Die Fragen betreffen im Wesentlichen die Planung einer zukünftigen klimaneutralen Fernwärmeversorgung durch den ortsansässigen Energieversorger. Aus diesem Grund kann die Verwaltung die Fragestellung nur mit Unterstützung durch BS|Energy beantworten.
Folgende Antwort wurde nunmehr vorgelegt:
zu Frage 1:
BS|ENERGY prüft die Fernwärme-Erschließung eines möglichst großen Teils des Braunschweiger Stadtgebietes schrittweise bis zum Jahr 2045. Neben der Erfüllung des Dekarbonisierungsziels stehen hierbei die technische und wirtschaftliche Machbarkeit sowie gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen im Fokus.
Gegenwärtige Untersuchungen, welche ergänzend mit externer Unterstützung durchgeführt wurden, zeigen eine Erhöhung der benötigten Wärmemenge im Fernwärmenetz in Braunschweig um rund 35% als realistisch (derzeit rund 800 GWh, 2045 rund 1.100 GWh). Die Konkretisierung erfolgt im Rahmen der Erstellung des Transformationsplanes.
Parallel zum Fernwärmeausbau soll die Anzahl bzw. die Größe der Nahwärmenetze in Braunschweig ebenfalls sukzessive zunehmen.
Mit der Umsetzung des Erzeugungsprojektes E2030 ist BS|ENERGY bereits einen großen Schritt in Richtung Dekarbonisierung gegangen und erfüllt im Bereich Wärme bereits die aktuell geltenden regulatorischen Vorgaben für den Anteil erneuerbarer Energie für die kommenden Jahre (30% EE-Wärme bis 2030).
Das Biomasse-Heizkraftwerk wurde als Grundlastanlage geplant. 2045 könnte diese Erzeugungsanlage aus heutiger Sicht rund ein Drittel der im Fernwärmenetz benötigten Energiemenge erzeugen.
Zu Frage 2:
Gegenwärtig arbeitet BS|ENERGY intensiv an der zukünftigen Ausbauentwicklung des Fernwärmenetzes in Braunschweig und prüft spezifische Erzeugungsoptionen (z. B. Geothermie, Groß-Wärmepumpen, Wasserstoff).
Zu Frage 3:
BS|ENERGY hat sich das Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu sein. Der Weg hierzu wird unter anderem über eine CO2-neutrale Strom- und Fernwärmeerzeugung führen.
BS|ENERGY beabsichtigt einen Transformationsplan nach den Anforderungen des Bundesprogramms "Bundesförderung für Effiziente Wärmenetze (BEW)” als Voraussetzung für Förderungen zu erstellen. Im Rahmen der Transformationsplanerstellung sollen die zukünftige Ausbauentwicklung des Fernwärmenetzes und ein Zielbild einer zukünftig vollständig klimaneutralen Erzeugung entwickelt werden. Dazu sollen verschiedene erneuerbare Technologien auf ihre Eignung im Braunschweiger Fernwärmegebiet untersucht werden.
Die Einreichung des Antrags zur Förderung des Transformationsplans bei dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist zum Beginn dieses Jahres erfolgt. Der positive Bescheid des Bundesamt wird erwartet, so dass anschließend unmittelbar mit der Erstellung des Transformationsplanes begonnen werden kann. Der Bewilligungszeitraum in Modul 1 beträgt grundsätzlich ein Jahr und kann bei Bedarf einmalig um bis zu ein Jahr verlängert werden. Hierbei wird von BS|ENERGY die schnellstmögliche Erstellung des Transformationsplans verfolgt, um möglichst frühzeitig Planungsgrundlagen für Umsetzungsprojekte zur klimaneutralen Wärmeerzeugung zu entwickeln.
