Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 23-21933-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Reallabor Straßenbäume: Ein Gewinn für Bewohner und die Forschung
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Loose
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 120 Östliches Ringgebiet
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zur Kenntnis
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29.05.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zu den Fragen nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:
Zu 1: Straßen im östlichen Ringgebiet werden ausschließlich mit Klimabäumen bepflanzt, die vorzugsweise Vogel- und/oder Bienennährgehölze darstellen. Zudem werden bei der Arten- und Sortenauswahl seit Beginn der 2000er Jahre Standortfaktoren wie u.a. Exposition, Abstände zu Gebäuden und Gehwegbreiten, Straßentypologie, Leitungsverläufe (Gas, Wasser, Strom etc.), Feuerwehrbelange und Beschilderungen berücksichtigt. Eingriffe zur Optimierung von Baumstandorten in Hinblick auf die Vergrößerung von Wurzelräumen sind im Bestand kaum realisierbar, da die Straßen des östlichen Ringgebiets einer starken Flächen- und Raumkonkurrenz (Gehwegbreiten, Kfz-Stellflächen, Gossen, Radwege, Maststandorte, Leitungsmedien etc.) unterworfen sind.
Aus diesem Grund können zukunftsfähige und klimaresiliente Baumstandorte i.d.R. nur im Zusammenhang mit Straßen(teil)sanierungen generiert werden.
Eine Einschränkung in der Verfügbarkeit geeigneter Bäume stellt zudem die anhaltende angespannte Marktlage der Baumschulen dar, die bundesweit bislang keine ausreichende Menge an Klimabäumen – in der in Braunschweig üblichen Qualität – erzeugen können.
Ein grundlegendes Konzept, wie Straßen ohne oder mit wenigen Straßenbäumen zu begrünen ist, existiert derzeit nicht. Es handelt sich hierbei i.d.R. um Einzelfallentscheidungen. Zu diesem Thema wird auch auf die DS-Nr. 24-23296 verwiesen (Mitteilung „Herausforderungen für Stadtbäume und Ersatzpflanzungen in Städten“ aus der Sitzung des Umwelt- und Grünflächenausschuss am 08.03.2024). Ein übergeordnetes Konzept kann bis auf weiteres aus personellen Gründen nicht erstellt werden.
Zu 2: Bislang liegen hierzu noch keine Ergebnisse vor, da das Forschungsprojekt noch nicht abgeschlossen ist.
Zu 3: Dies ist eine Forschungsaufgabe, die nicht bei der Verwaltung, sondern bei wissenschaftlichen Einrichtungen wie z.B. der TU Braunschweig oder dem Julius-Kühn-Institut angesiedelt wäre.
Allerdings liegt ausreichend allgemein zugängliche Literatur vor, welche die Wohlfahrtswirkung von begrünten Straßen beschreibt und begründet. Während sich diese Forschungserkenntnisse zwar nicht ortsspezifisch auf das östliche Ringgebiet beziehen, lassen sich die Erkenntnisse anderer vergleichbarer urbaner Strukturen übertragen.
