Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 24-23526-01

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Annahmen für das Zahlenwerk der Bertelsmann-Stiftung sind der Stadtverwaltung im Detail nicht bekannt und können ad hoc daher weder verifiziert noch falsifiziert werden. Eine Gegenüberstellung mit anderen Prognosen ist jedoch aufschlussreich:

 

Im Vergleich zu anderen Prognosen für Braunschweig fällt die Vorausschätzung der Bertelsmann-Stiftung völlig aus dem Rahmen. Besonders aktuell ist eine Prognose für Braunschweig im Rahmen einer regionsweiten Prognose für das Gebiet des Regionalverbands Großraum Braunschweig (RGB) ebenfalls mit dem Zielhorizont 2040. Da die Ausgangsjahre der beiden Vorausschätzungen nur um ein Jahr versetzt sind, müssten beide Prognosen im Grundsatz von ähnlichen geopolitischen, großumigen Trends ausgehen:

 

Prognose Bertelsmann-Stiftung: -9,7 %

 

Braunschweig in der RGB-Prognose:

- Wanderungs-Variante 1: +3,6 %

- Wanderungs-Variante 2: +1,0 %

- Wanderungs-Variante 3: - 1,7 %  

 

Prognose der CIMA im Auftrag der NBank kommt für den Zeitraum 2019 bis 2040 zu einer Bevölkerungsabnahme in Braunschweig von -0,2 %.

 

Die eigene Prognose der Stadt Braunschweig (2019 bis 2035) zeigt einen leichten Bevölkerungsgewinn von 1,3 % auf.

 

Ein zentraler Punkt im Rechenwerk für Braunschweig dürfte der vergleichsweise hoch unterstellte negative Wanderungssaldo sein. Dieser ergibt z. B. bereits für das Jahr 2025 einen negativen Wanderungssaldo von rd. 1.500 Personen. Dies ist für eine Studierenden- und Ausbildungsstadt nicht nachvollziehbar und auch mit aktuellen Trends der Braunschweiger Bevölkerungsentwicklung nicht in Einklang zu bringen. Darüber hinaus sind die Arbeitsmarktdaten für Braunschweig stabil und lassen einen solchen Effekt ebenfalls nicht erwarten.

 

Schon in den ersten Prognosejahren 2020 bis 2023 ist eine eklatante Abweichung der Einwohnerzahl vom tatsächlichen Bestand festzustellen. Während die Berechnung der Bertelsmann-Stiftung für diesen Zeitraum bereits eine Bevölkerungsabnahme für Braunschweig von rd. 3.100 Personen ergibt, ist die Einwohnerzahl real jedoch um rd. 4.100 Personen gestiegen mithin eine Differenz von rd. 7.000 Einwohnerinnen und Einwohnern schon in den ersten drei Prognosejahren. Dies ist seitens der Verfasser des Rechenwerks stark erklärungsbedürftig.

 

Aus Sicht der Verwaltung sind keine nachvollziehbaren Anhaltspunkte gegeben, dass die Bertelsmann-Prognose eine auch im Vergleich zu den anderen genannten Prognosen here Eintreffwahrscheinlichkeit hat.

 

Im Vergleich der Prognosen wird deutlich, dass die Bertelsmann-Prognose keine auch nur annähernde Entsprechung zu anderen Bevölkerungsvorausschätzungen für Braunschweig aufweist. Selbst im Vergleich zur negativsten Wanderungsvariante liegt die Bertelsmann-Prognose noch 8 Prozentpunkte darunter!

 

Dies vorausgeschickt werden die Fragen wie folgt beantwortet:

 

Zu 1.:

Aus der Gegenüberstellung der Bevölkerungsprognosen in der Sachverhaltsdarstellung ist ersichtlich, dass die Bertelsmann-Prognose ein "Ausreißer" ist, deren Ergebnis sich mit den realen Strukturen Braunschweigs (z. B. Ausbildungsstadt, Wirtschaftszentrum) nicht erklären lässt und daher für die Verwaltung keine Planungsbasis darstellt. Die Wohnungsbedarfsprognose bleibt die Leitlinie der Verwaltung für die weitere Baulandausweisung, um den Bürgerinnen und Bürgern ihre Wohnwünsche innerhalb der Stadtgrenzen bedarfs- und nachfragegerecht ermöglichen zu können.

 

Zu 2.:

Da die Planungen der Stadt bedarfsgerecht erfolgen, entstehen keine Schäden und keine Notwendigkeiten, Maßnahmen zu ergreifen.
 

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