Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 24-23857
Grunddaten
- Betreff:
-
Braunschweig braucht Arbeitskräfte - der bundesweite Wettbewerb um die besten Arbeits- und Fachkräfte aus dem Bereich Arbeitsmigration.
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Glogowski, Robert
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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zur Beantwortung
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11.06.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Eines der brennenden Themen in unserer Region ist der Arbeits- und Fachkräftemangel. Restaurants haben eingeschränkte Öffnungszeiten, Handwerksbetriebe schließen Niederlassungen, die Arbeitsbelastung durch fehlende Mitarbeiter:innen ist in der Wirtschaft und in der Verwaltung spürbar.
Eine große Chance liegt in der Arbeitsmigration, da eine große Anzahl von Arbeits- und Fachkräften in Bewegung ist und mit geeigneten Perspektiven nach Braunschweig kommen kann. Das komplexe Thema Arbeitsmigration braucht eine gesamtheitliche Strategie und die Beteiligung aller relevanten Bereiche in der Stadtverwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Arbeitsmigration hat mehrere Ursachen, eine davon ist Flucht. Zur Zeit sind u.a. eine Millionen Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland, davon sind ca. 400.000 ausgebildet und arbeitsfähig oder in einem ausbildungsfähigem Alter. Durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine sind es überwiegende Frauen, die zu uns gekommen sind, darunter Juristinnen, IT- Spezialistinnen, Managerinnen, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Buchhalterinnen. Es sind auch Frauen darunter, die in Pflege- und Erziehungsberufen einen Platz finden können.
Schon im November 2023 wurde der „Job-Turbo“ von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil angekündigt, um die Arbeitsaufnahme von Geflüchteten zu beschleunigen.
In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 28. November 2023 wurde das Wirtschaftsdezernat gebeten, zusammen mit dem Sozialdezernat der Stadt Braunschweig einen Runden Tisch zum Thema Arbeitsmigration einzurichten, um das Thema in unserer Region ganzheitlich zu betrachten.
Ein Problem war bisher die Feststellung der Berufsqualifizierung von Geflüchteten und der Fokus auf den Spracherwerb vor der Berufsvermittlung. Beide Maßnahmen sind zeitintensiv.
Der Bundestag hat nun ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz beschlossen, welches ab Juni auf den Weg gebracht wird, um in diesen Fällen eine beschleunigte Arbeitsaufnahme zu ermöglichen. Auch das Anwerben von Fachkräften - direkt aus dem Ausland - soll nun vereinfacht werden.
1. Frage
Wie präsentiert sich die Stadt Braunschweig mit „Willkommens“-Angeboten und Hilfen, Werbung und Netzwerken im bundesweiten Wettbewerb, um die besten Arbeits- und Fachkräfte aus dem Bereich der Arbeitsmigration.
2. Frage
Was unternimmt die Stadt Braunschweig, damit in Braunschweig untergebrachte Geflüchtete wirksam von den neuen, beschleunigten Möglichkeiten der Arbeitsaufnahme erfahren?
3. Frage
Wie arbeitet die Stadt Braunschweig explizit zu dem Thema Arbeitsmigration mit den Verbänden der Wirtschaft, den Kammern (IHK und HWK), der Agentur für Arbeit und den Internationalen Vereinigungen in Braunschweig zusammen?
