Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 24-24328-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Zur Anfrage der Fraktion Bündnis 90 DIE GRÜNEN [DS 24-24328] nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:

 

  1. Aufgrund der z.T. bereits in der Anfrage genannten Gründe und Herausforderungen für die Kommune (Pandemiegeschehen, vermehrter Zuzug von Geflüchteten), der Neu­besetzung der Koordinationsstelle Kinderarmut sowie der Umstrukturierungen im Sozial­referat konnte bisher keine umfassende Evaluation bzw. ein erneuter Bericht zum Umsetzungsstand des Handlungskonzeptes unter Beteiligung aller zuständigen Organi­sations­einheiten und unter Betrachtung der Auswirkungen der Covid 19-Pandemie und des vermehrten Zuzugs von Geflüchteten erstellt werden. Interne Erhebungen zum aktuellen Umsetzungsstand wurden bei Bedarf in unterschiedlichen Gremien, Runden Tischen, Netzwerktreffen und Arbeitsgruppen vorgestellt und diskutiert.

 

  1. Aufgrund der Komplexität der Themen und Maßnahmen ist es an dieser Stelle nicht möglich, die Frage im Detail zu beantworten. Beispielhaft können folgende Punkte genannt werden:

 

Frühe Hilfen

Die Angebote der Frühen Hilfen wurden kontinuierlich erweitert und etabliert. Zu den Angeboten zählen Hausbesuche, Hebammen-, Beratungs- und Fachangebote sowie der stetige Netzwerkausbau (Runder Tisch Frühe Hilfen). Teilweise konnten Netzwerk­strukturen in den Quartieren genutzt werden, um dynamisch auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren zu können.

 

Vorschulische Angebote

In Braunschweig gibt es mittlerweile 25 Kindertagesstätten, die sich zu Familienzentren weiterentwickelt haben. Das reguläre Angebot der Betreuung, Bildung und Erziehung wird in den Familienzentren ergänzt durch ein offenes und niedrigschwelliges Angebot an Kursen, Aktionen, Veranstaltungen und Beratung für Familien aus dem Stadtteil unter Berücksichtigung des „Early Excellence-Ansatzes“.

 

Die Umsetzung dieses Ansatzes wurde durch den Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche maßgeblich gefördert. Dadurch sind nachhaltige Strukturen entstanden, in denen Fachkräfte umfassend fortgebildet werden können.

 

Der bedarfsgerechte Ausbau der Kinderbetreuung (z. B. in der Weststadt) sowie die große Anzahl fehlender Fachkräfte in den Kindertagesstätten stellen die Stadt aktuell und in Zukunft weiterhin vor große Herausforderungen, um die Förderung von Kindern und Familien in den Stadtteilen auch künftig sicherzustellen.

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Grundschulen

In den Schulen wurden über den Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche finanzierte Projekte initiiert und durchgeführt, die dazu beitragen, Bildungsbiografien positiv zu beeinflussen und von Armut betroffene Kinder zu fördern (Chancennetzwerk, Bewegung und Sprache).

 

Zudem hat der Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche bereits verschiedene Projekte zur Resilienz-Förderung, die Teilhabebudgets für Kindertagesstätten, Vereine und Initiativen sowie Einzelfallhilfen finanziert. Die Einzelfallhilfen erfolgen vor allem in den Bereichen Schulmaterialien, Kulturveranstaltungen, Klassenfahrten sowie Schul­mittagessen für Kinder und Jugendliche, die diese Leistungen nicht über das Bildungs- und Teilhabepaket erhalten (BuT).

 

Beratung und Übergangsmanagement

Die Schulbildungsberatung (SchuBS) berät seit 2018 Familien, die neu nach Braun­schweig gezogen sind und Kinder im Alter der weiterführenden Schulen haben. Neben der Beratung zum Bildungssystem und zur Braunschweiger Schullandschaft umfasst das Angebot auch eine dreimonatige Vorbereitungsphase für Kinder und Jugendliche, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen sowie die Suche nach einem passenden Schul­platz. Zudem gibt es Angebote für Kinder und Jugendliche, die nicht oder nicht lateinisch alphabetisiert sind. Für Familien aus Braunschweiger Stadtteilen mit beson­derem Handlungsbedarf bietet SchuBS Beratungen beim Übergang der Kinder von der Grundschule auf die weiterführende Schule an. Die Informationsmaterialien sind mehr­sprachig und in einfacher Sprache erhältlich. Zusätzlich steht ein informativer Film unter dem Titel Orientierung im Braunschweiger Schul-/Bildungssystem“ (mehrsprachig) zur Verfügung.

 

Weiterführende Schulen

Ziel ist es, bis 2025 an allen derzeit 30 weiterführenden Schulen kommunale Schul­sozialarbeit zu etablieren. Mit der wiederholten Durchführung der CTC-Befragungen liegen datenbasierte Aussagen zum Selbstempfinden der Schülerinnen und Schüler in den einzelnen Stadtteilen vor. Diese bieten eine gute Grundlage, um die am Präventionsketten-Modell orientierten Bausteine umzusetzen. Mit der Einführung von LARS & LISA (Projekt zur Förderung der psychischen Gesundheit) wird bereits ein Ansatz auf Grundlage der Daten verfolgt.

 

  1. Die grundsätzliche Überarbeitung des kommunalen Handlungskonzeptes wurde bereits im Beirat Kinderarmut und im Präventionsnetzwerk thematisiert. Alle Akteure sind sich darüber einig, dass das Thema zunehmend drängender wird und Überlegungen zu mög­lichen Lösungen, auch jenseits einer Konzeptes, erarbeitet werden müssen. Für eine mögliche, in der Stadtgesellschaft breit verankerte, Umsetzung wären zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen (externe Begleitung/Evaluation) erforderlich.

 

Vor dem Hintergrund stadtweit relativ konstanter Zahlen armutsbetroffener Kinder und Jugend­licher sowie der zunehmenden Verfestigung sozialräumlicher Ungleichheiten müssen die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des kommunalen Handelns unter besonderer Beachtung von Stadtteilen mit sozialem Handlungsbedarf diskutiert werden.

 

Für den Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche werden zudem auch in Zukunft Familien im Fokus stehen, deren Einkommen knapp über den Bemessungsgrenzen zum Erhalt von Sozialleistungen liegt.

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