Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 24-24455
Grunddaten
- Betreff:
-
Wirtschaftsfaktor Eintracht BS
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Fraktion Bündnis 90 - DIE GRÜNEN im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Wirtschaftsausschuss
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zur Beantwortung
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15.10.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Aus dem am 19. März 2024 veröffentlichten Wirtschaftsreport 2024 der Deutschen Fußball Liga (DFL) geht hervor, dass der deutsche Profifußball das Corona-Tief durchschritten hat und mit Rekordzahlen aus der Krise kommt. Bundesliga und 2. Bundesliga haben in der Saison 2022 / 2023 einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro gemacht. Rund 2/3 der Vereine und Kapitalgesellschaften schrieben in der genannten Saison schwarze Zahlen. Davon profitieren auch die öffentlichen Kassen in Bund, Ländern und Gemeinden. Dem DLF Wirtschaftsreport 2024 zufolge zahlten die 36 Bundesliga-Clubs 2022 / 2023 mehr als 1,6 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben. Insgesamt haben Bundesliga und 2. Bundesliga laut der genannten Studie in den vergangenen 10 Jahren mehr als 12,6 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben entrichtet.
Außerdem hatten in der Saison 2022 / 2023 wieder rund 55.000 Menschen eine Beschäftigung rund um die beiden Bundesligen. Das entspricht in etwa dem Vor-Corona-Niveau und verdeutlicht die Relevanz des Profifußballs als Arbeitgeber. Darüber hinaus wurde im Berichtszeitraum ein Zuschauerrekord aufgestellt, was sich als positiver Trend laut DFL auch in der aktuellen Saison 2023 / 2024 fortsetzt. In der Hinrunde wurden im deutschen Profifußball rund 10,28 Millionen Tickets abgesetzt – mehr als je zuvor. Beide Bundesligen sind und bleiben demzufolge ein erfolgreicher Wirtschaftszweig - Trend klar nach oben und zurück in die Gewinnzone.
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Am 11. September 2024 hat die Niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens mit Blick auf das bevorstehende Niedersachsen-Derby zwischen Eintracht BS und Hannover 96 am 6. Oktober 2024 in Braunschweig verkündet, dass dieses mit deutlich (um 40 %) reduziertem Gästefankontingent und unter stark verschärften Sicherheitsvorkehrungen stattfinden werde. Eintracht Braunschweig habe den Gästefanausschluss „buchstäblich in der letzten Minute der Nachspielzeit abgewendet“. Insgesamt werden damit insgesamt 1.260 statt 2.100 Gästefans zum Niedersachsen-Derby in Braunschweig zugelassen.
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Ein wichtiger Baustein beim künftigen Umgang mit Hochrisikospielen wie dem Niedersachsen-Derby am 6. Oktober 2024 sind auch weitere bauliche Maßnahmen im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße. Dazu hat der Rat der Stadt Braunschweig am 17. September 2024 beschlossen, außerplanmäßig rund eine Million Euro brutto (ca. 850.000 € netto) in die Stadionsicherheit zu investieren (siehe TOP 14.2 / DS 24-24262-02).
Angesichts der öffentlichen Debatte um diesen Ratsbeschluss betonte Eintracht-Präsidentin Nicole Kumpis am 26. September 2024 in der Braunschweiger Zeitung (BZ): „Neben dem großen sportlichen und sozialen Mehrwert generiert Eintracht Braunschweig einen Wertschöpfungsbeitrag für unsere Stadt und die Region, der jährlich einen hohen zweistelligen Millionenbetrag erreicht.“
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:
1) Welche Wirtschaftskraft hat die Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA, insbesondere durch ihre Heimspiele, für die Stadt Braunschweig?
2) In welcher Höhe entstehen für die Stadt Braunschweig und das Land Niedersachsen Mehrkosten durch die erhöhte Polizeipräsenz bei den sogenannten Hochrisikospielen in Braunschweig?
3) Ist der Aufwand, den die Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) durch Sondereinsatzfahrten an Heimspieltagen hat, durch den ÖPNV-Anteil in den Preisen für die Stadiontickets gedeckt?
