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ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 24-24465

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Der Eremit (Osmoderma eremita) ist eine Käferart der Anhänge II und IV der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie mit höchster Priorität für Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen und eine Zielart des FFH-Gebiets 366 „Riddagshäuser Teiche“.

 

Vorkommen des streng geschützten Käfers wurden im Gebiet erstmals im Jahr 2009 und durch Erfassungen geeigneter Habitatbäume (oftmals Kopfbäume) in Teilbereichen des FFH-Gebietes sowie in dem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Buchhorst“ (2010-2014) dokumentiert.

 

Der Eremit macht seinem Namen alle Ehre und führt ein weitgehend verborgenes Leben in Baumhöhlen. Bevorzugt werden große Höhlen entsprechend alter Laubbäume, was ihn zu einer Charakterart sehr naturnaher, urständiger Wälder macht, in denen zumindest ein Teil der Bäume sein natürliches Alter erreichen kann (Baumveteranen).

 

Direkte Beobachtungen der ausgewachsenen Käfer sind selten, da nur ein Bruchteil der Tiere jemals die Bruthöhle verlässt.

 

Mit seiner Bindung an Höhlen alter Bäume besiedelt er in unseren Wäldern sehr selten gewordene Lebensraumelemente. Damit kommt ihm die Funktion einer ‚Schirmart’ zu, stellvertretend für eine Vielzahl weiterer, hochgradig gefährdeter Bewohner von Alt- und Totholz.

 

Im Rahmen der Förderrichtlinie „Erhalt und Entwicklung der Biologischen Vielfalt (BiolV)“ hat die Stadt Braunschweig auf Initiative der Unteren Naturschutzbehörde ein Projekt zur Förderung des Eremiten im Naturschutzgebiet Riddagshausen bewilligt bekommen.

Ziel des dreijährigen Projektes ist die qualifizierte Erfassung des Eremiten-Bestandes und daraus abgeleitet Artenschutzmaßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Art, ins­besondere durch Sicherung und Pflege vorhandener Kopfbaumbestände.

 

Weiterhin soll die Kontinuität des Lebensraumes vom Eremiten gesichert und geeignete Maßnahmen zur Verbindung der Metapopulationen der Art im Untersuchungsraum ergriffen werden, wozu die Neupflanzungen von Solitäreichen und waldbauliche Maßnahmen zur Förderung von Baumveteranen gehören.

 

Die Gesamtkosten des Projektes betragen rund 90.000,- € mit einer Förderquote von 80 %.
 

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