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ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 24-24510

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) wurde 2013 erstmals in Braunschweig nachgewiesen. Während es bis 2017 nur wenige Verdachtsfälle gab, nahm die Zahl der Befallsstellen ab 2018 stark zu. Inzwischen ist der EPS in nahezu allen Stadtteilen präsent, besonders in Gebieten wie Westpark, Prinz-Albrecht-Park und Heidbergsee. Vermutlich gibt es jedoch noch immer unerkannte Befallsstellen, insbesondere in Waldgebieten

 

Die Stadtverwaltung Braunschweig hat aufgrund des starken EPS-Befalls auf dem Gelände der Grundschule Schunteraue in 2024 erstmals prophylaktische Bekämpfungsmaßnahmen gemäß der Kategorie 5[1] des „Maßnahmenkatalogs zur EPS-Bekämpfung“ ergriffen. Der Katalog wurde 2012 eingeführt und 2016 aktualisiert, um Schutzmaßnahmen auf städtischen Liegenschaften zu regeln.

 

Bisherige Maßnahmen wie Absaugen oder Heißschaum erwiesen sich an einzelnen Örtlichkeiten als nicht ausreichend. Daher wurden im Mai 2024 Nematoden auf den Eichen des Geländes der GS Schunteraue ausgebracht. Diese nisten sich in den EPS-Raupen ein und töten sie ohne Gefahr für Mensch oder Tier ab. Die Anwendung wurde zweimal im Abstand von 14 Tagen durchgeführt, um versteckte Populationen zu erfassen.

 

EPS-Entwicklung 2017 bis 2023

 

Seit 2016 stieg die Zahl der EPS-Befallsstellen in Braunschweig stark an: von 13 Örtlichkeiten in 2017 auf 80 Stellen im Jahr 2021. Im Jahr 2023 wurden 57 Fälle mit über 1.800 Nestern registriert, vor allem im Westpark. Die Kosten für die Bekämpfung betrugen 76.188,56 €, davon entfielen auf den Einsatz von Heißschaum in Parkanlagen 4.844,05 €.

 

Prognose und Maßnahmen für 2024 und 2025

 

Die in 2024 entsprechend der angenommenen Fortsetzung des EPS-Entwicklungstrends bereitgestellten Mittel für die EPS-Bekämpfung betrugen 80.777,20 €. Hiervon mussten jedoch nur 31.512,30 € aufgewendet werden, wobei dies den Einsatz der o.g. Nematoden auf dem Gelände der Grundschule Schunteraue mit Kosten von 3.708,04 € beinhaltet.

 

Die Gründe für den in 2024 augenscheinlich drastisch reduzierten EPS-Befallsdruck sind der Verwaltung bislang nicht bekannt, dies mag jedoch dem regenreichen Jahresverlauf geschuldet sein. Hierzu wird die Verwaltung sich mit dem Julius-Kühn-Institut in Verbindung setzen, um ggf. Erkenntnisse über den diesjährig geringeren Befall erlangen zu können.

Für 2025 sind Ausgaben von rund 70.000,- € eingeplant (unter dem Vorbehalt des Beschlusses und der Genehmigung des Haushaltes 2025/2026), da aktuell noch nicht von einer dauerhaften Entschärfung der durch den EPS generierten Gefahrensituation ausgegangen werden kann. Von dieser Summe sollen 10.000,- € für den Einsatz von Nematoden an den nachfolgenden Örtlichkeiten verwendet werden:

 

IGS Franz‘sches Feld, GS Schunteraue, Marktplatzbereich Herzogin-Elisabeth-Straße mit Freie Schule und Stadtpark Nordteil.

 


[1] Periodisch auftretende sehr hohe Gefährdung; im Falle eines über einen Zeitraum von mehreren aufeinanderfolgenden Jahren nachgewiesenen Befalls gm. Kategorie 4 soll der Einsatz prophylaktische Maßnahmen zur Bekämpfung des EPS geprüft werden: Bakterium thuringiensis, Nematoden oder Fällung

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