Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 24-24505

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:


„Der Aufwertung des Johannes-Selenka-Platzes wird zugestimmt. Die Gesamtkosten für die Stadt Braunschweig belaufen sich auf 1.307.000 Euro. Zusätzlich fallen 175.000 Euro für die Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig an, die auch von dort getragen werden.

 

Von den Gesamtkosten der Stadt in Höhe von 1.307.000 Euro werden 690.000 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert, wobei 1/3 der Kosten als Eigenanteil bei der Stadt Braunschweig verbleiben (230.000 Euro). Der restliche Finanzierungsbedarf in Höhe von 617.000 Euro wird aus den Ansätzen für nicht förderfähige Kosten gedeckt.“

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Beschlusskompetenz:

Der Johannes-Selenka-Platz befindet sich im Sanierungsgebiet "Westliches Ringgebiet - Soziale Stadt". Für die Planungen zum Einsatz von Fördermitteln liegt die Beschlusskompetenz damit gem. § 76 Abs. 3 Satz 1 NKomVG in Verbindung mit § 6 Nr. 4 lit. e der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig beim Ausschuss für Planung und Hochbau.

 

Hintergrund:

Im Entwicklungskonzept aus dem Jahr 2019 für das Sanierungsgebiet „Soziale Stadt – Westliches Ringgebiet“ ist die Umgestaltung des Johannes-Selenka-Platzes eine wichtige Maßnahme, da das „Westliche Ringgebiet“ als dicht bebauter, gründerzeitlicher Stadtteil ein erhebliches Defizit an nutzbaren Frei- und Grünflächen aufweist.

 

Der Johannes-Selenka-Platz bietet aufgrund seiner Größe und Lage ein enormes Potential um einen Ort zu schaffen, der von den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Studierenden der Hochschule für Bildende Künste (HBK) gerne genutzt wird und zum Verweilen einlädt. Heute dient der Platz leider hauptsächlich als Transitraum für den Fuß- und Radverkehr.

 

Dieser Umstand soll durch eine Umgestaltung und damit einhergehenden Aufwertung des Platzes behoben werden, so dass der HBK ein neues Gesicht verliehen wird und die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers einen neuen und den Zusammenhalt stärkenden Aufenthaltsort erhalten. Um möglichst vielfältige Gestaltungsideen zu erhalten, lobte die Stadt Braunschweig im Mai 2023 einen nichtoffenen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren aus, welcher durch das Landschaftsarchitekturbüro nsp landschaftsarchitekten stadtplaner PartGmbB schonhoff schadzek depenbrock aus Hannover gewonnen wurde. Der Siegerentwurf wurde bereits am 5. Dezember 2023 im Ausschuss für Planung und Hochbau beschlossen.

 

Die Wünsche und Anregungen der Bürgerinnen und Bürgern wurden mithilfe von zwei Bürgerbeteiligungen abgefragt. Gewünscht wurde ein Mix aus Stadtplatz und grünem Pocket- Park, um den verschiedenen Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer gerecht zu werden.

 

Die HBK wurde in den Planungsprozess einbezogen. Ein Großteil des Johannes-Selenka-Platzes befindet sich im Eigentum der Stadt und ein kleinerer Bereich (Eingangsbereich der Hochschule) im Eigentum des Landes bzw. der HBK. Aus diesem Grund beteiligt sich die Hochschule mit einem Betrag, welcher anhand des Flächenanteils der Hochschule an der Gesamtbaumaßnahme berechnet wurde.

 

Planung:

Im vergangenen Jahr wurden die Planungen des Siegerentwurfs weiter vertieft. Der neue Johannes-Selenka-Platz besteht aus zwei Hauptelementen: einer offenen Platzfläche und dem radial geformten, grünen „Paradies“. Die offene Platzfläche bildet einen klaren, ruhigen Rahmen und dient als großzügiges Entrée zum Haupteingang der HBK. Als vegetatives Pendant entsteht mit dem „Paradies“ eine lebendige Gartenlandschaft, die eine eigenständige Atmosphäre schafft. Der Entwurf zeichnet sich durch das Zusammenspiel von Offenheit und Geborgenheit aus, was zu einer hohen Aufenthaltsqualität und vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten führt.

 

Die neue Platzfläche, bestehend aus Betonwerkstein im 30x10-Format und verlegt im 3-reihigen Ellenbogenverband in changierenden Grau- und Beigetönen, erzeugt eine klare, homogene Platzfläche und bietet klare Zuwegungs- und Querungsmöglichkeiten. Besonders berücksichtigt sind die offenen Sicht- und Wegebeziehungen zwischen dem Straßenraum, der Bushaltestelle und der HBK. Ein in den Bodenbelag integriertes, taktiles Leitsystem führt von der Bushaltestelle am Cyriaksring barrierefrei zum Haupteingang der HBK. Es sind insgesamt 32 Fahrradstellplätze dezentral geplant.

 

Bestehende Elemente wie die Hainbuchenhecke und die Kirschbaumreihe im Norden bleiben als Ensemble erhalten und werden durch Neupflanzungen ergänzt. Auch die derzeitigen Sitzbänke entlang der nördlichen Platzkante bleiben aufgrund ihres guten Zustands erhalten.

 

Entlang der Haupterschließung werden drei großzügige, kreisförmige Pflanzinseln geplant. Zwei dieser Inseln sind mit radialen Sitzbänken eingefasst, die aus Holzauflagen und Stahlunterkonstruktionen bestehen. Diese offene Bauweise ermöglicht eine natürliche Oberflächenentwässerung in die Baumscheiben. Das „Paradies“, eingefasst durch eine skulpturale Sitzlandschaft, wird zum ausdrucksstarken Zentrum des Platzes und bietet vielfältige Möglichkeiten zur Aneignung – sowohl im Inneren als auch von außen. Die Einfassung greift die vorhandene Topografie spielerisch auf und schafft Raum zum Sitzen, Liegen und Spielen.

 

Das „Paradies“ hat eine Grünfläche von ca. 380 m² und dient auch als Ausstellungsort für künstlerische Aktivitäten und kann von den Studierenden nachhaltig bespielt werden. Mit seiner sanft modellierten Topografie und dem lichten Blätterdach entsteht der Charakter einer Liegewiese. Ergänzt durch die Leinwand im Bestand, kann die Fläche im Sommer als Freiluftkino genutzt werden. Neben den Aufenthaltsqualitäten erfüllt das „Paradies“ auch zeitgemäße Anforderungen an das Regenwassermanagement und Stadtökologie. Die offenen Grünflächen und Versickerungsbereiche tragen zur Kühlung im Sommer bei und fördern die Wasserrückhaltung. Durch die Entsiegelung entstehen innerstädtische Freiflächen, die das ökologische Gleichgewicht stärken. Standortgerechte Sträucher und bienenfreundliche Blühwiesen schaffen zudem einen abwechslungsreichen Freiraum und stadtökologischen Mehrwert. Zudem ist ein neuer Trinkbrunnen in unmittelbarer Nähe zum Radweg geplant.

 

Aufgrund eines nach dem Wettbewerb beauftragten Baumgutachtens werden die 14 Bäume, die den Radweg einfassen, entnommen, da sie laut Baumgutachter in einem nicht erhaltenswerten Zustand sind. Um die notwendigen Entnahmen auszugleichen werden auf dem Platz mindestens 14 neue Bäume (unter anderem klimaresiliente „Zukunftsbäume“) gepflanzt. Die südliche der drei Baumreihen entlang des Fahrradweges bleibt bestehen und wird durch weitere Bäume ergänzt. Durch die Maßnahmen wird der Grünanteil des Platzes erheblich erhöht und die Aufenthaltsqualität gestärkt.

 

Kosten:

Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich auf rd. 1.482.000,00 Euro brutto.

Darin enthalten sind folgende Kosten:

 

Baukosten

 1.219.500,00 Euro

Honorarkosten

247.500,00 Euro

Sonstige Kosten
(Baumgutachten, SiGeko, …)

 15.000,00 Euro

Gesamtkosten

1.482.000,00 Euro

 

Die reinen Baukosten belaufen sich auf ca. 1.219.500 Euro brutto und gliedern sich wie folgt:

 

Erdbau

78.600,00 Euro

Oberbau, Deckschichten

445,500,00 Euro

Baukonstruktionen

199,900,00 Euro

Technische Anlagen

127.000,00 Euro

Einbauten

78.200,00 Euro

Vegetationsflächen

108.800,00 Euro

Sonstige Maßnahmen

181.500,00 Euro

Gesamtbaukosten brutto

1.219.500,00 Euro

 

Finanzierung:

Die Finanzierung der Maßnahme gliedert sich wie folgt:

 

Städtebaufördermittel

690.000,00 Euro

Mittel für nicht förderfähige Kosten (Treuhandkonto)

617.000,00 Euro

Gesamtkosten Stadt Braunschweig (brutto)

1.307.000,00 Euro

zzgl. Kostenanteil HBK

175.000,00 Euro

Gesamtkosten der Maßnahme (brutto)

1.482.000,00 Euro

 

Ein Anteil von 690.000 Euro der Kosten wird aus Städtebaufördermitteln finanziert, wobei 1/3 der Kosten als Eigenanteil bei der Stadt Braunschweig verbleiben. Im Projekt „FB 61: Soziale Stadt – Westliches Ringgebiet (4S.610009)“ stehen nach derzeitigem Planungsstand ausreichend Haushaltsmittel zur Verfügung. Der Eigenanteil der Stadt Braunschweig beträgt 1/3 der Kosten (230.000 Euro). Die darüber hinaus gehenden Kosten in Höhe von 617.000 Euro werden durch die Ansätze für nicht förderfähige Kosten (Treuhandkonto), die in der Vergangenheit nicht benötigt wurden, finanziert. Damit beträgt der gesamte städtische Anteil 847.000 Euro.

 

Die Maßnahmenkosten, die sich auf das Eigentum des Landes bzw. der Hochschule beziehen, werden von der Hochschule für Bildende Künste finanziert (175.000 Euro) und sind daher nur nachrichtlich erwähnt.

 

Beteiligung:

Dem Sanierungsbeirat wurde die Planung bereits am 10. Oktober durch Herrn Schonhoff vom Planungsbüro NSP aus Hannover vorgestellt und die dort erwähnten Anregungen wurden in die Planung aufgenommen.

 

Der Sanierungsbeirat „Westliches Ringgebiet“ wird in die Beratungsfolge mit seiner Sitzung am 14. November 2024 einbezogen.

 

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Anlagen

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