Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 24-24515

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Beschlussvorschlag

Beschluss:

 

„Der Umgestaltung bzw. Grunderneuerung des Spielplatzes Inselwall/Löbbeckes Insel wird auf der Grundlage des als Anlage beigefügten Entwurfsplans zugestimmt.“

 

Reduzieren

Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Der Spielplatz Inselwall/Löbbeckes Insel ist ein beliebter, aber in die Jahre gekommener Spielplatz. Der Erhaltungszustand einiger Geräte und die Gestaltung der Spielbereiche weisen beträchtliche Defizite auf. Das Weihnachtshochwasser 2023, das zu einer länger andauernden Überschwemmung des Spielplatzes und damit einer Durchnässung der Holzspielgeräte führte, wirkte sich ebenfalls schädlich auf die Materialsubstanz aus. In jüngster Vergangenheit mussten kurzfristig das Spielschiff und das Spielhaus aufgrund ihres nicht mehr verkehrssicheren Zustands demontiert werden. Das stark reduzierte Spielangebot auf diesem innenstadtnah gelegenen und stark frequentierten Spielplatz führte zu einer Vielzahl an Nachfragen und Beschwerden. Insofern ist die zeitnahe Grunderneuerung des Spielplatzes dringend erforderlich. Um ein Spielangebot während der Bauphase zu erhalten, wurde kürzlich ein zu einem Spielgerät umgebauter Überseecontainer aufgestellt. Dieser soll nach dem Umbau an anderer Stelle weiterverwendet werden.

 

Mit der Umgestaltung des Spielplatzes Inselwall/Löbbeckes Insel soll die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert und das vorhandene Spielangebot ergänzt bzw. ersetzt werden. Zugleich soll durch die neugestaltete Wegeführung zukünftigen Nutzungseinschränkungen - verursacht durch wiederkehrende Überschwemmungsereignisse - abgemildert werden.

 

Geplante Neugestaltung des Spielplatzes

 

Der vorliegende Entwurf (s. Anlage) sieht für die Umgestaltung des Spielplatzes Inselwall/Löbbeckes Insel folgende Planung vor:

 

Von den vorhandenen Spielgeräten bleiben die Nestschaukel, die Kleinkindschaukel und die Tischtennisplatte erhalten, werden jedoch z.T. versetzt. Auf die große Sechsfachschaukel wird bei der Umgestaltung aus Platzgründen verzichtet. Stattdessen ist eine Doppelschaukel vorgesehen, die deutlich wenig Platz beansprucht und daher mehr Raum für weitere Spielangebote ermöglicht.

 

Um der grünen Umgebung des Inselwallparks gerecht zu werden, wird der Spielplatz unter dem Hauptthema „Wald“ gestaltet. Als zentrales Element erhält der Spielplatz ein Großspielgerät in Form einer Eule mit zahlreichen Kletter- und Versteckmöglichkeiten sowie einer Rutsche. Sie bietet ein vielfältiges Angebot für ältere Kinder, ist aber auch von jüngeren Kindern nutzbar. Das Spielgerät ist überwiegend aus Holz in Kombination mit Kletternetzen aus Herkules-Tauen gefertigt. Von einem Flügel der Eule aus beginnt ein Kletterparcours, der über verschiedene Arten von Hindernissen verfügt, welche die Kinder vor unterschiedliche Herausforderungen wie Hangeln, Balancieren u.a. stellt. Die Kinder können sich hier spielerisch und motorisch ausprobieren und in Rollenspielen soziale Kompetenzen erlernen. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen bieten Herausforderungen für nahezu alle Altersgruppen, die die Geschicklichkeit und den Gleichgewichtssinn fördern und das Selbstwertgefühl stärken. Durch die Netze wird die Beweglichkeit gefördert. 

 

Ergänzt wird das Spielangebot durch zwei Wipper, die als Mäuse gestaltet sind und so als „Futter“ für Eule und Eichelhäher auf dem Spielplatz „herumwuseln“.

 

Zusätzlich werden Robinienstämme aufgestellt, die den Waldcharakter aufgreifen und für Hindernislauf, Verstecken und andere Spiele verwendet werden können.

 

Des Weiteren ist der Fallschutzbereich dieser Spielgeräte in Holzhackschnitzel vorgesehen. Dieses Material ist unter inklusiven Gesichtspunkten durch den TÜV zertifiziert und kann, im Gegensatz zu Sand oder Fallschutzkies, von Rollstuhlfahrern und anderen mobilitätseingeschränkten Personen befahren und begangen werden.

 

Im nordöstlichen Bereich des Spielplatzes wird der Kleinkindbereich mit Sandspielfläche angeordnet und damit räumlich vom Spielbereich der älteren Kinder getrennt. Innerhalb der Sandspielfläche ist ein Spielhaus mit einem Sandtisch, einer Kleinkindrutsche und innen liegenden haptischen und optischen Spielerfahrungen vorgesehen. In diesem Spielbereich können haptische Erfahrungen mit Sand erlernt und in Rollenspielen soziale Kompetenzen gestärkt werden. Die vorhandene Kleinkindschaukel findet hier auch ihren neuen Platz.

 

Um die Teilhabe körperbehinderter Kinder und mobilitätseingeschränkter Personen an Spiel und Aufenthalt zu stärken wird ein Rollstuhlfahrer/innen-Parcours um die Aufenthaltsfläche errichtet, an dem mehrere Stationen optische und/oder haptische Sinneserfahrungen ermöglichen. Dieser bietet allen Kindern spannende Spielmöglichkeiten und ermöglicht Begegnungen zwischen Kindern mit und ohne Handicap.

 

Die klare Aufteilung der unterschiedlichen Spielbereiche dient einer guten Orientierung und bietet wahrnehmungseingeschränkten Personen eine übersichtliche Struktur.

 

Der vorhandene Asphaltweg wird aufgebrochen und durch ein attraktiveres versickerungsfähiges Ökopflaster ersetzt. Zusätzlich werden die Wegeflächen, um der Überflutungsgefahr vorzubeugen, angehoben. Die Hauptwege werden dabei mit in die Pflasterflächen eingelassenen Baumscheiben aus Beton gekennzeichnet und bilden einen Pfad, dem man folgen kann. Dies dient zusätzlich der besseren Lesbarkeit der Wegeführung für seheingeschränkte Personen. Im mittleren Bereich entsteht ein kleiner Platz bzw. kommunikativer Treffpunkt, auf dem Tisch-Bank-Kombinationen installiert werden, um u.a. Begleitpersonen Sitzgelegenheiten zur Verfügung zu stellen. Um den sonniger gelegenen nordwestlichen Bereich des Spielplatzes zu beschatten, wird dort ein Bergahorn (bot. Acer pseudoplatanus) gepflanzt, der zukünftig als großer Schattenspender dient. Pflanzflächen mit Aschweiden (bot. Salix cinerea) lockern die Gestaltung an der Platzfläche auf. Diese schnellwachsenden Großsträucher sind sowohl robust gegenüber Aufschüttungen infolge eingespielten Sandes als auch gegen potentielle weitere Überflutungen.

 

Entlang der östlichen und südlichen Grenze des Spielplatzes befindet sich eine Mauer, die durchgehend als Sitzgelegenheit verwendet werden kann. An den Eingängen werden Fahrradstellplätze angeordnet.

 

Die Kostenschätzung für die Umsetzung der Umgestaltung beträgt rund 350.000 € brutto. Finanzmittel stehen im Teilhaushalt des Fachbereiches Stadtgrün in ausreichender Höhe zur Verfügung.

 

Nach erfolgtem Beschluss durch den Umwelt- und Grünflächenausschuss kann das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren starten. In Abhängigkeit der vergaberechtlich vorgeschriebenen Fristen sowie der gegenwärtigen Lieferzeiten der geplanten Geräte kann mit einer Umsetzung der Maßnahme voraussichtlich ab dem 3. Quartal 2025 gerechnet werden.
 

Reduzieren

Anlagen

Loading...

Erläuterungen und Hinweise