Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 24-24640-01

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Zur Anfrage 24-24640 der CDU-Fraktion im Stadtbezirksrat vom 05.11.2024 nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:

 

 

Zu 1: 

 

Mit Erhalt der Energieverbrauchsdaten am 31.01.2024 wurde mit der Bearbeitung der kommunalen Wärmeplanung begonnen. Es findet eine fortlaufende Analyse und Auf­bereitung der vorliegenden Daten statt. Weiterhin befinden sich die Bestands- und Potentialanalyse in Bearbeitung. Im Rahmen der Potentialanalyse wurden geeignete Standorte für erneuerbare Energien, wie Solarenergie, Geothermie, Abwärme und Abwasser-, Grundwasser-, Oberflächengewässerwärme identifiziert.

 

Im Bereich der Solarenergie hat die Stadt Braunschweig das „Freiflächen-Photovoltaik-Konzept Stadt Braunschweig“ (Drucksache 24-23663) vorgelegt. Dieses fließt zusammen mit den Daten des „SolarDachAtlas“ (Solarkataster für Gebäude im Stadtgebiet) in die kommunale Wärmeplanung ein.

 

Zur Beurteilung der Potentiale der oberflächennahen Geothermie (bis 400 m Tiefe) wird auf Informationen des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und Er­fahrungen aus konkreten Projekten im Braunschweiger Stadtgebiet zurückgegriffen. Für den Bereich Tiefengeothermie (tiefer als 400 m) liegt eine Stellungnahme des LBEG vor. Zur Beurteilung tatsächlich nutzbarer Potentiale wären Untersuchungen im zweistelligen Millionenbereich notwendig, welche von kommunaler Seite nicht geplant sind.

 

In Bezug auf die Abwärmenutzung werden bereits Gespräche mit Unternehmen geführt, um Bedarfe zu identifizieren und die Potentiale zu heben.

 

Zur Bewertung der Potentiale für Abwasserwärme wird auf Ergebnisse der im Dezember 2022 fertiggestellten Studie „Grundlagenermittlung für eine Potentialanalyse Ab­wasser­wärmenutzung im Entwässerungssystem der Stadt Braunschweig“ der PFI Planungs­gemeinschaft zurückgegriffen.


 

Die Potentiale der Grundwasserwärme werden aktuell im Rahmen einer Studie in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Wasserbehörde untersucht. Ein Endergebnis steht jedoch noch nicht zur Verfügung. Für das Thema Oberflächengewässerwärme bedarf es weiterer Untersuchungen.

 

Es ist geplant, die Ergebnisse als FRISBI-Projekt zu veröffentlichen. Dadurch können die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung den Stadtbezirken und der Öffentlichkeit transparent und einfach zugänglich gemacht werden (nur in anonymisierter Form). Eine Veröffentlichung erster Ergebnisse ist für das Frühjahr 2025 geplant. Konkrete Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung für den Stadtbezirk 211 können daher erst im Rahmen dieser Veröffentlichung dargestellt werden.

 

Zu 2: 

 

Bis Ende 2024 sollen alle zu erfassenden Potentiale an erneuerbaren Energien vorliegen, sodass ab 2025 in der ersten Jahreshälfte zunächst die Aufstellung des Zielszenarios, und daran anknüpfend die Erarbeitung der Wärmewendestrategie erfolgen kann.

 

Die fertige Wärmeplanung für die gesamte Stadt soll bis zur gesetzlichen Frist im Juni 2026 zum Beschluss durch den Rat der Stadt Braunschweig vorgelegt werden.

 

Zu 3:

 

Die Beantwortung der Frage 3 wurde an BS|ENERGY weitergeleitet und lautet wie folgt:

 

BS|ENERGY prüft überall im Stadtgebiet akribisch, ob ein Fernwärmeanschluss in Frage kommt. Grundsätzlich kommen zunächst vor allem Gebiete mit Geschosswohnungsbau und dichter Bebauung in Betracht, die nah an dem bestehenden Fernwärmenetz liegen.

 

Für die zum Stadtbezirk gehörenden Stadtteile (Heidberg, Melverode, Stöckheim, Leiferde) kann Folgendes gesagt werden:

 

• Der Stadtteil Heidberg ist seit der Entstehung fast komplett an die Fernwärmeversorgung angeschlossen.

• Für den Stadtteil Melverode trifft dies in weiten Teilen auch zu. Das in Melverode geplante Baugebiet Glogaustraße soll auch an das Fernwärmenetz angebunden werden.

• Im Stadtteil Stöckheim bestehen die beiden Energie-Effizienz-Quartiere (EEQ) Stöckheim am Zoo und Stöckheim Süd und versorgen die dortigen Gebäude über Nahwärmenetze. Für Geschosswohnungsbauten wird die Anbindung an das Fernwärmenetz oder eine Quartierslösung geprüft.

• In Leiferde werden aufgrund der gering verdichteten Bebauung momentan keine Wärmenetze geplant.

 

Weitere Aussagen zum Fernwärmeausbau werden im 2. Halbjahr 2025 vorliegen.
 

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