Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 24-24840

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Ausgangslage:

Die Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) wurde im Jahr 2021 beauftragt, ein Fahrzeug- und Infrastrukturkonzept für den Einsatz von 2,65 m breiten Fahrzeugen auf 1.100 mm Spurweite zu erstellen (Drucksache 21-16088). Das Fahrzeug- und Infrastrukturkonzept für den Ausbau der Stadtbahn Braunschweig für den Einsatz 2,65 m breiter Fahrzeuge wurde am 20.12.2022 durch den Rat beschlossen (DS 22-19804).

 

Sachstand:

Nach mehrfachen Detailabstimmungen zur Planung forderte die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) im Oktober 2024 einen Beleg des volkswirtschaftlichen Nutzens der Investition eine Dimensionierungsprüfung als Spezialbetrachtung der Standardisierten Bewertung (Kapazitätsengpässe in der Hauptverkehrszeit). Aufgrund dieses recht neuen Verfahrens und des Datenbeschaffungsaufwandes wird die Bearbeitung auf mindestens ein halbes Jahr geschätzt. Seitens der LNVG wurde die Möglichkeit geboten, beide Förderanträge (Infrastruktur und Stadtbahnfahrzeuge) passieren und diese außerordentlich in einer der folgenden Sitzung des LNVG-Aufsichtsrates im Jahr 2025 beraten zu lassen. Nach Einschätzung der BSVG und eines beteiligten Ingenieurbüros hat dieses Verfahren kaum Aussicht auf Erfolg.

 

Damit ist eine Förderzusage für die bereits EU-weit angekündigte Fahrzeugneubeschaffung mit 2,65 m breiten Fahrzeugen zeitnah nicht mehr möglich. In wie weit dies im Folgejahr erfolgen könnte ist aktuell unklar.

 

Eine weitere Verlängerung der Nutzung der 1995er Stadtbahnen über den derzeit geplanten Austausch Ende 2028 hinaus ist mit derart großen betrieblichen Risiken verbunden, dass dies für die BSVG nicht tragbar erscheint. Die zu ersetzenden Stadtbahnfahrzeuge zeigen schon heute eine hohe Störanfälligkeit und geringe Verfügbarkeit auf. Teilbetriebseinstellungen auf Stadtbahnstrecken wären nicht hinnehmbar und gefährden die Attraktivität des ÖPNV insgesamt.

 

Weiteres Vorgehen:

Aus diesem betrieblichen Risiko heraus wird die BSVG anstelle von 2,65 m breiten Fahrzeugen zunächst wieder Fahrzeuge mit 2,30 m breiten Wagenkästen beschaffen. Diese werden mit Fahrzeuglängen von ca. 36 m (vergleichbar der bestehenden Tramino) ausgeschrieben, sind damit knapp 10 m länger als die 1995er-Fahrzeuge und bieten somit auch bereits eine deutliche Kapazitätssteigerung (plus 43 Plätze). Da die EU-weite Bekanntmachung für die Neubeschaffung der Fahrzeuge auch 2,30 m breite Wagenkästen alternativ vorsah, kann der Beschaffungsprozess fortgeführt werden.

 

Auch wenn durch die Beschaffung weiterer Fahrzeuge mit 2,30 m Wagenkastenbreite nicht die maximal mögliche Kapazität erreichbar ist (+ 43 statt + 64 Plätze), können somit aber dennoch kurzfristig erhebliche Fördermittel gesichert werden. Es ist allgemein festzustellen, dass sich die Akquise von Fördermitteln deutlich erschwert hat und ggf. noch weiter erschwert. Mittelfristiges Ziel bleibt die Erweiterung des Netzes und der Fahrzeuge auf 2,65 m. Sie wird bei der Trassierung von Gleissanierungen weiter geplant und umgesetzt. Auch die Netzerweiterungen werden für 2,65 m trassiert.

 

Die BSVG strebt an, den Ersatz der 2007er-Stadtbahnen in ca. 2035 mit 2,65 m breiten Stadtbahnfahrzeugen vorzunehmen.

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