Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 24-24689

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Hier liegt eine Schrift unseres Heimatpflegers Jörn Miehe vom 25.04.2016 mit dem Titel „Im Teichgebiet Volkmarode“ vor. Dieses historische Teichgebiet betrifft folgende Teiche:

  • „Feuerteich“ (existent; östlich der Berliner Heerstraße)
  • „Schafbade“ (existent; westlich der Berliner Heerstraße

sowie auch die nicht mehr vorhandenen Teiche „Muddeteich“ und „Hinterster Teich“, die westlich der Berliner Heerstraße lagen.

 

Der Schrift ist zu entnehmen, dass der Heimatpfleger neben dem Wegebau zu dem Fuß- und Radweg entlang der Rotten und der Schafbade einen größeren Block (80/60/20 cm) von Eisenerzschlacke (sog. Raseneisenstein) fand. Dieser stammt vermutlich aus einem historischen Schmelzofen.  Außerdem verweist der Heimatpfleger auf den ehemaligen Dorfschullehrer Heinrich Daues (Volkmarode 1929-1947), der viele Tonscherben und eine gut erhaltene Urne am Ufer der Schafbade fand und diese beschrieb, sowie auf den Domprediger Abt Thiele, der 1884 im Teichgebiet grub und dort Urnen und Scherben fand. 

 

Weiterhin verweist der Heimatpfleger auf die Erläuterungen zum städtebaulichen B-Plan-VoNord und den dortigen Hinweis auf mögliche archäologische Funde, die zu sichern und zumindest zu dokumentieren wären.

 

Aus den Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens zum „Neubau einer Stadtbahnstrecke nach Volkmarode-Nord“ (dort insbesondere UVP-Bericht / Unterlage 19.5.1) gibt es Hinweise auf verschiedene natur- und kulturhistorische Zeugnisse. Explizit erwähnt werden

  • ein Toteisloch im Bereich der Schafbade („von besonderer Bedeutung“) sowie
  • mittelalterliche Relikte einer vermuteten Burgstelle. Diese konnten südwestlich des Weges „Schafbade“ bisher allerdings nicht nachgewiesen werden.

 

Aus Sicht des Heimatvereins Volkmarode e.V. ist es jedoch möglich, dass historische Relikte anderswo im Bereich des Teichgebiets vorhanden sind.  Vor allem geht es um die Erhaltung der Reste des vielgestaltigen Bodendenkmals, dessen ursprüngliche Form 1827 von Johann Heinrich Käufer beschrieben wurde. Aus den genannten Gründen ist der Heimatverein daran interessiert, dass archäologische Untersuchungen auch im Zuge des geplanten Baugebiets Volkmarode-Nordost (wie in der Beschlussvorlage 24-22773 dargestellt) vorgenommen und abhängig von dem Ergebnis die nötigen Schritte eingeleitet werden, wie Erstellung von Dokumentationen, Sicherung von Funden, ggf. Restriktionen für die Bauplanung und dergleichen. Die bisherigen Funde und Befunde bedürfen noch der wissenschaftlichen Absicherung und Einstellung in einen Zusammenhang, der sich bis ca. 500 v. Chr. erstreckt. Nach einer Überbauung sind solche Erkenntnisse nicht mehr möglich und für die Ortsgeschichte verloren. Das betrifft insbesondere das genannte historische Teichgebiet Volkmarode und dessen Umgebung westlich der Berliner Heerstraße.

 

Anfrage

Unter Berücksichtigung des genannten Sachverhalts wird die Verwaltung der Stadt Braunschweig gebeten, den Bezirksrat über Folgendes zu informieren:

 

  1. Welche Stellen sind bisher mit der archäologischen Aufarbeitung des genannten Gebiets (Teichgebiet und Umgebung) befasst ?

 

  1. Ist geplant, (weitere) sondierende archäologische Voruntersuchungen in dem genannten Gebiet vorzunehmen ?

 

  1. Welche archäologischen Unterlagen (wie Grabungsberichte o.ä.) gibt es zu dem genannten Gebiet ?

 

 

Gez.

Thomas Ahrens

FDP 
 

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Erläuterungen und Hinweise