Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 24-24689-01

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Zur Anfrage von Herrn Ahrens, FDP vom 8.11.2024 nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:

 

Zu 1.:

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens „Stadtbahnausbau Braunschweig – Neubau einer Stadtbahnstrecke nach Volkmarode Nord“ wurde das Nds. Landesamt für Denkmalpflege (NLD) durch die Untere Denkmalschutzbehörde Braunschweig beteiligt zum Teilaspekt Bodendenkmalpflege/Archäologie. Das NLD teilte mit Schreiben vom 07.10.2024 mit, dass für das Vorhaben einer Stadtbahnverlängerung keine archäologischen Belange festgestellt werden.

Zum Hintergrund: Im Vorhabengebiet liegt westlich der Berliner Heerstraße (Schafbade) das eingetragene Bodendenkmal Volkmarode FStNr. 9. Es soll sich dabei um eine Burganlage handeln, die noch Mitte des 19. Jahrhunderts gut im Gelände sichtbar war. Bereits am 16./17.09.2019 wurde durch das Nds. Landesamt für Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit der Stadt Braunschweig projektvorbereitend eine Sondage durchgeführt und dabei Suchschnitte angelegt. Es sollte geklärt werden, ob die von der regionalen historischen Forschung im Bereich südwestlich der Schafbade lokalisierte mittelalterliche Burgstelle als archäologisches Kulturdenkmal nachgewiesen werden kann.

Hinweise auf die vermutete mittelalterliche Burgstelle konnten nicht beobachtet werden. Auffälligster Befund war das vollständige Fehlen jeglicher Siedlungsanzeiger (Lehmbrand, Holzkohle, Schlacke, Keramik), die im Umfeld einer mittelalterlichen Burgstelle in Menge zu erwarten wären. Ein wichtiger weiterer Befund ist der gekappte Bodenaufbau, der zeigt, dass das Gelände, wahrscheinlich im Zuge der Gewinnung von Lehm, stark überprägt wurde. Daher ist nicht mit intakten Befunden zu rechnen. Daraus folgend bestehen aus archäologischer Sicht keine weiteren Bedenken gegen die Maßnahme.

Der einzige 2019 festgestellte Befund war geoarchäologischer Natur: Das angeschnittene eiszeitliche Toteisloch sollte als Klimaarchiv geschützt werden. Es wird durch die maximal 1,30 m unter GOK reichenden Eingriffe aber nur wenig bzw. nicht signifikant gestört.

 

Zu. 2.:

Da die erste Vorsondierung ergebnislos blieb, sind durch die Bezirksarchäologie aktuell keine weiteren Prospektionen geplant.

 

Zu 3.:

Der Bericht des Nds. Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Michael Geschwinde zu den Ergebnissen der archäologischen Voruntersuchung im Bereich der geplanten Straßenbahn- Wendeschleife Volkmarode-Nord vom 16.09.2019 liegt der Unteren Denkmalschutzbehörde vor und kann ggf. eingesehen werden.
 

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