Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 25-24987-01

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Hinsichtlich der Anfrage des Stadtbezirksrats zur Nutzung von künstlichen Winterquartieren und des Erhaltungszustandes von Fledermäusen in Braunschweig teilt die Verwaltung folgendes mit:             

 

Im Stadtgebiet von Braunschweig wurden im Rahmen von verschiedenen Erfassungen bisher 16 von 19 in Niedersachsen vorkommenden Fledermausarten nachgewiesen. Fledermäuse sind Biotopkomplexbewohner, die auf gut strukturierte Landschaften mit unterschiedlichen Biotopen angewiesen sind. Darüber hinaus werden zu den unter­schiedlichen Jahreszeiten verschiedene Quartiere in Form von Spalten und Höhlungen benötigt. Die Quartierqualität, insbesondere von Winterquartieren, ist dabei entscheidend von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit abhängig. Vor diesem Hintergrund wurden in den letzten Jahren 15 potentielle Winterquartiere im Stadtgebiet geschaffen. Teilweise erfolgte der Umbau von alten Bunker- oder Kelleranlagen, aber auch die Neuerrichtung von Winterquartieren. Eine Kontrolle der Quartiere erfolgt einmal im Winter, um Störungen in der sensiblen Überwinterungszeit zu minimieren.

 

Das Winterquartier in Ölper wurde im Frühjahr 2015 fertiggestellt und wird seitdem im Rahmen der jährlichen Kontrollen auf Besatz geprüft. Nachweise von überwinternden Fledermäusen konnten bisher nicht erbracht werden.

 

Die Annahme der künstlichen Winterquartiere erfolgt gemäß den Beobachtungen der letzten zehn Jahre sehr unterschiedlich. Wenige Quartiere wurden zeitnah nach Errichtung von Einzeltieren angenommen, bei anderen Quartieren erfolgte der erste Nachweis nach 2 - 3 Jahren. Wenige Quartiere sind hingegen seit Errichtung ohne Besatz. Die Kontrollen zeigen erfreulicherweise, dass die Anzahl an überwinternden Tieren langsam aber stetig steigt.

 

Mittels Langzeitmessungen wurden im Quartier Ölper Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufgezeichnet, wobei die Werte grundsätzlich ideale Bedingungen für ein Winterquartier abbildeten. Ein Optimierungsbedarf ist aktuell nicht erkennbar, Störungen im und um das Quartier sind nicht vorhanden. Auch das Umfeld bietet aufgrund der vorhandenen Biotope ideale Bedingungen für Fledermäuse. Warum das Quartier in Ölper bisher nicht an­genommen wurde, ist somit nicht ersichtlich.

 

Fledermauspopulationen können nur bedingt quantitativ erfasst werden. Daher liegen keine Daten vor, die eine Aussage hinsichtlich des Erhaltungszustandes der Fledermausarten im Stadtgebiet von Braunschweig zulassen.

 

 

 

Die Anlage von Winterquartieren dient der Erhöhung des Quartierangebotes und trägt grundsätzlich dazu bei, die lokale Fledermauspopulation zu unterstützen. Darüber hinaus werden seit 2018 im Rahmen der Bauleitplanung regelmäßig künstliche Quartiere für Fledermäuse in die Fassaden von Neubauten integriert und somit weitere Sommer-, Balz- und Einzelquartiere geschaffen. Auch dienen die verschiedenen Renaturierungsmaßnahmen an Braunschweiger Fließgewässern der Steigerung des Insektenreichtums und somit der Nahrungsgrundlage von u. a. Fledermäusen.
 

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