Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 25-25366
Grunddaten
- Betreff:
-
Johannes-Selenka-Schule (JSS BBS1): Umbau und Sanierung am Standort Inselwall Objekt- und Kostenfeststellungsbeschluss
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 0650 Referat Hochbau
- Beteiligt:
- 20 Fachbereich Finanzen; 40 Fachbereich Schule; DEZERNAT III Stadtplanungs-, Verkehrs-, Tiefbau- und Baudezernat; 0100 Steuerungsdienst; 0600 Baureferat
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Planung und Hochbau
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Entscheidung
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14.03.2025
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Beschlussvorschlag
Beschluss:
Dem o. a. Investitionsvorhaben wird gemäß den Plänen vom 24.01.2025 und 06.02.2025 zugestimmt.
Die Gesamtkosten - einschl. der Eigenleistung des Referates Hochbau
und eines Zuschlags für Unvorhergesehenes - werden aufgrund der Kostenberechnung vom
06.02.2025 auf 22.121.500 € festgestellt.
Sachverhalt
Sachverhalt:
1. Beschlusskompetenz
Die Beschlusskompetenz des Ausschusses für Planung und Hochbau für Objekt- und Kostenfeststellungen ergibt sich aus § 6 Nr. 4 lit. a) der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig in Verbindung mit § 76 Abs. 3, Satz 1 NKomVG.
2. Begründung und Beschreibung des Investitionsvorhabens
Die Bäckerei/Konditorei als Teil der Ernährungsabteilung der Johannes-Selenka-Schule wurde in den Jahren 2013 und 2014 modernisiert und die technische Ausstattung an einen handlungsorientierten Unterricht angepasst.
Nun soll die räumliche Situation für den Unterricht der gastgewerblichen Berufe und der Fleischerinnen und Fleischer verbessert werden, damit auch zukünftig wieder die curricularen Vorgaben an einen modernen fachpraktischen Unterricht in diesen Berufen erfüllt werden. Der schlechte bauliche Zustand, die daraus resultierenden Mängel sowie die veraltete und teilweise abgängige technische Ausstattung der Ernährungsabteilung haben bereits dazu geführt, dass durchzuführende Prüfungen der IHK in den gastgewerblichen Berufen nicht mehr in Braunschweig durchgeführt werden. Die Gewinnung von kompetenten Fachkräften mit hoher Handlungskompetenz ist damit insbesondere im Hinblick auf die künftigen Anforderungen der Wirtschaft wieder möglich.
Aufgrund des schlechten baulichen Zustands werden neben dem in die Jahre gekommenen Fachbereiches Ernährung weitere Sanierungspositionen an dem bislang nicht sanierten Schulgebäude aufgenommen.
3. Angaben zum Raumprogramm
Gem. Beschlussvorlage 20-13532 sollen durch die Umstrukturierung der Ernährungs-abteilung ein Lehrrestaurant in einem ehemaligen als Fotolabor/Lager und eine Lehrküche einschl. eines Theorieraums in der jetzigen Mediathek eingerichtet werden. In diesem Zusammenhang soll auch die Schaffung von zwei Umkleidebereichen in einem derzeit als Allgemeinen Unterrichtsraum (AUR) genutzten Raum im EG realisiert werden, in den
durch Teilungen außerdem noch ein Sanitätsraum aus dem 1. OG verlagert werden soll.
Die Lehrküche soll mit moderner Großküchentechnik ausgestattet werden. Die Fleischerei soll im Rahmen der Sanierung den modernen Bedingungen an einen handlungsorientierten Unterricht angepasst werden. In diesem Zusammenhang wird geprüft, welche Maschinen und Ausstattungsgegenstände ersetzt werden müssen. Durch die Neueinrichtung der Lehrküche inkl. des Restaurantbereichs sollen die dort zurzeit untergebrachte Mediathek in die jetzige Lehrküche (Raum A 042) und die Cafeteria/der Kiosk in den jetzigen Sanitätsraum bzw. ein Büro im 1. OG des Schulgebäudes, verlagert werden. In der alten Lehrküche sollen zwei AUR geschaffen werden.
Über das beschriebene Raumprogramm hinausgehend, sind an der Schule folgende strukturelle verbessernde Sanierungsmaßnahmen für das Hauptgebäude erforderlich:
• konstruktive Sanierung der rissgefährdeten Südfassade
• Brandschutzsanierung
• Maßnahmen zur Barrierefreiheit
• Umbau und Sanierung des Bereichs Zahntechnik
• PV-Anlage auf Teilbereich des Daches Hauptgebäude
4. Erläuterungen zur Planung
Die Johannes-Selenka-Schule ist eine berufsbildende Schule im Innenstadtgebiet von Braunschweig. Am Hauptstandort am Inselwall werden folgende Berufsfelder geführt: Bautechnik, Drucktechnik, Ernährung, Naturwissenschaften. In einem ersten Bauabschnitt (2013/2014) wurde die Bäckerei/Konditorei als Teil der Ernährungsabteilung modernisiert und die technische Ausstattung an einen handlungsorientierten Unterricht angepasst.
In einem weiteren Bauabschnitt soll nun die räumliche Situation für den Unterricht der gastgewerblichen Berufe und der Fleischerinnen und Fleischer verbessert werden. Zudem werden darüber hinaus strukturelle/ verbessernde Sanierungsmaßnahmen für das Hauptgebäude erforderlich.
Die äußere Erscheinungsform sowie bauzeitliche Elemente, wie z.B. die Holzspinde in den Fluren, sollen möglichst erhalten bleiben. Für die Ausführung der Maßnahmen und damit einhergehende teilweisen Umbauten des Hauptgebäudes A ist es erforderlich, die Schulnutzung auszulagern, um den Schulbetrieb aufrechterhalten zu können. Dazu ist als Interimsnutzung die ehemalige Helene-Engelbrecht- Schule, nähe Inselwall, angedacht.
Die Maßnahmen stellen sich gesondert betrachtet folgendermaßen dar:
Umbau Ernährungsbereich
Der vorhandene Praxisbereich „Ernährung“ (Raum A039-A040) entspricht nicht mehr den aktuellen curricularen Vorgaben an einen modernen fachpraktischen Unterricht. Im Zuge des Umbaus/Ausbaus der Ernährungsabteilung werden folgende Bereiche umgestaltet: In den Räumen A012 bis A019 (ohne A014) wird eine Lehrküche mit 6 Kochkojen sowie Nebenräumen und einem abgeteilten Theorieraum eingerichtet. Der Nutzer wünscht 6 identische Kochnischen, um gleiche Voraussetzungen für die Prüfungssituation zu gewährleisten.
Weiterhin ist die Schaffung eines Lehrrestaurants (Raum A010) sowie die Einrichtung von Umkleiden (A022) in direkter Nähe zur Lehrküche vorgesehen. Im Rahmen der Umwidmung werden die Mediathek und die Cafeteria verlagert. Die Cafeteria wird ins 1. Obergeschoss in die Räume A113 und A114 verlegt, die Mediathek in Raum A042. Die alte Lehrküche (A039 und A040) wird zu zwei Allgemeinen Unterrichtsräumen (AUR) zurückgebaut.
Um ausgegliederte Nutzungen (das Büro des Personalrats und benötigte Sanitäranlagen/Umkleideräume) aufzunehmen, werden die Räumen A040 und A042 neu aufgeteilt. Zudem werden im Raum A022 zwei Umkleideräume, zusätzliche Sanitärräume sowie ein Sanitätsraum geschaffen. Die Räume der Fleischerei (A020 und A021) werden modernisiert und die Lüftungstechnik angepasst.
Einbau einer Aufzugsanlage/Barrierefreiheit
Um das öffentliche Schulgebäude barrierefrei zugänglich zu machen, ist der Einbau einer Aufzugsanlage geplant. Durch den gewählten Standort des Aufzugs wird neben der barrierefreien Erschließung der Obergeschosse ebenfalls der Höhenversatz in den unteren beiden Geschossen überwunden und ein barrierefreier Übergang zu dem nordwestlichen Bestandsriegel geschaffen. Der Eingang über den südlichen Schulhof erhält einen schwellenlosen Zugang zum Treppenhaus 1.
Brandschutzsanierung
Das Schulgebäude weist bauliche und technische Defizite bezüglich des Brandschutzes auf. Im Zuge der Baumaßnahme wird das Gebäude diesbezüglich ertüchtigt, damit alle notwendigen Brandschutzanforderungen gewährleistet sind. Weiterhin wird ein 2. Rettungsweg aus den Unterrichtsräumen in Ebene 4 über einen Fluchtsteg auf dem Flachdach geschaffen.
Fassadensanierung rissgefährdete Südfassade Hauptgebäude
Die Außenfensterbänke aus Betonwerkstein weisen deutliche Verschiebungen auf. Vereinzelt bestehen Rissbildungen an den Fensterbänken und den Gesimsen. Darüber-hinaus gibt es an der Südfassade Rissbildungen im Mauerwerk, welche statisch untersucht worden sind. Bis zur Umsetzung der Sanierungsarbeiten werden die Bereiche mit Personenverkehr durch Absperrungen gesichert. Die Fassade steht nicht unter Denkmalschutz, wird aber als schützenswert angesehen und soll unter Beachtung des schützenswerten Zustandes angemessen saniert werden, welches die Risssanierung, die Ertüchtigung der Gesimse und den Fensteraustausch in diesem Bereich beinhaltet.
Umbau Zahntechnik
Der Bereich der Zahntechnik (Raum A228-A232) im zweiten Obergeschoss entspricht nicht mehr den aktuellen curricularen Vorgaben und wird saniert/umgebaut. Die Bauteil-oberflächen, die Ausstattung und die technische Installation der Praxisräume werden im Hinblick auf den modernen fachpraktischen Unterricht erneuert. Das Lehrerzimmer (ehemals A228) wird zu einem Beratungsraum umgestaltet. Als Lehrerzimmer wird der Raum A229 umgebaut und zukünftig genutzt. Die Räume werden brandschutztechnisch als eine Nutzungseinheit betrachtet, um den Flur für temporäre Arbeitsplätze zu nutzen.
Technische Anlagen
Folgende Arbeiten sind durchzuführen:
- Installation einer Brandmeldeanlage mit Aufschaltung zur Feuerwehr
- Ertüchtigung der Sicherheitsbeleuchtungsanlage
- Ertüchtigung der Sprachalarmierungsanlage
- Ausbau Datentechnik
5. Techniken für regenerative Energien
Als Energieträger für die Beheizung wird die bereits bestehende Fernwärme verwendet.
Die Lüftungsanlage für den Ernährungsbereich wird mit einer effizienten Wärmerück-gewinnung ausgestattet.
Eine Photovoltaikanlage wird von der Energiegenossenschaft Braunschweiger Land eG im Zuge der Sanierungsmaßnahme projektiert und installiert.
6. Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen
Die mit dem Behindertenbeirat abgestimmten Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen bieten unterschiedliche Hilfestellungen.
Ein barrierefreier Pkw-Stellplatz sowie ein barrierefreier Zugang mit motorisch öffnender Außentür und Offenhaltungen der Flurtüren soll das „Ankommen“ unterstützen.
Das geplante taktile Leitsystem vom Eingang bis zum Aufzug und Sekretariat (bis zum entsprechenden Ansprechpartner) soll das „Orientieren“ im Gebäude verbessern.
Der zentral platzierte Aufzug erschließt sämtliche oberirdischen Geschosse und ermöglicht das „Erreichen“ dieser Räume.
Weiterhin wird ein zentral gelegenes barrierefreies WC´s in unmittelbarer Nähe zum Aufzug errichtet. Durch eine Schlüsselsicherung wird der Aufzug exklusiv nur diesem Personenkreis zur Verfügung stehen. Dies wird auch die schnelle Erreichbarkeit des barrierefreien WC sicherstellen. In der Lehrküche soll zudem ein unterfahrbarer Arbeitsplatz mit den erforderlichen Bewegungsflächen entstehen.
7. Kosten
Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betragen aufgrund der Kostenberechnung
vom 06.02.2025 - 22.121.500 €.
Einzelheiten sind den Anlagen 1 und 2 zu entnehmen.
8. Bauzeit
Für die Maßnahme soll im Q2´2025 - Q3´2025 die Genehmigungsplanung erfolgen.
Die anschließende Ausführung soll übergreifend von Q2/Q3´2025 bis Q3/Q4´2027 erfolgen.
9. Finanzierung
Die Finanzierung stellt sich wie folgt dar:
Im Haushaltsplan 2025 sind bei dem Projekt Johannes-Selenka-Schule/Umbau - Sanierung (4E.210382) kassenwirksame Haushaltsmittel i. H. v. 3,1 Mio. € veranschlagt sowie eine Verpflichtungsermächtigung (VE) zu Lasten 2026 i. H. v. 3,01 Mio. € eingeplant.
Im Investitionsprogramm 2024 – 2029 sind folgende Gesamtkosten und Jahresraten eingeplant:
Gesamtkosten in T € | bis 2024 in T € | 2025 in T € | 2026 in T € | 2027 in T € | 2028 in T € | 2029 in T € | Restbedarf ab 2030 in T € |
27.970,3 | 6.243,8 | 3.100 | 6.251,5 | 5.000 | 5.375 | 2.000 |
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Die Reduzierung der Haushaltsraten soll zum Haushaltsplan 2027 f. f. berücksichtigt werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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188,9 kB
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2
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(wie Dokument)
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192,9 kB
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3
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(wie Dokument)
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1,3 MB
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