Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 25-25353
Grunddaten
- Betreff:
-
Evaluation der Haltestelle Bohnenkamp
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 0120 Referat Stadtentwicklung, Statistik, Vorhabenplanung
- Beteiligt:
- 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr; DEZERNAT III Stadtplanungs-, Verkehrs-, Tiefbau- und Baudezernat; DEZERNAT I - Dezernat des Oberbürgermeisters; 01 Büro des Oberbürgermeisters
- Verantwortlich:
- Werner
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 112 Wabe-Schunter-Beberbach
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Anhörung
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05.03.2025
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Erledigt
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Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben
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Entscheidung
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18.03.2025
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Mit dem Fahrplanwechsel im ÖPNV im März 2024 hatte die BSVG nach Beschluss des AMTA vom 02.05.2023 den Weg der Buslinie 433 verändert [DS 22-20250]. Die Linie erhielt eine neue Haltestelle im Bohnenkamp. Die Änderung ging auf eine Bürgeranregung zurück und zielte darauf ab, die dahinerliegenden Wohnbereiche besser mit dem ÖPNV zu erschließen und Laufwege zur Haltestelle zu verkürzen.
Wie angekündigt hat die Verwaltung nach einem Jahr eine Evaluierung der Veränderung des Linienwegs durchgeführt, deren Ergebnisse im Folgenden dargestellt sind.
Räumliche Bewertung des neuen Linienwegs
Die Führung der Buslinie 433 durch den Bereich Bohnenkamp/Lägenkamp in Verbindung mit der Einrichtung einer neuen Haltestelle „Bohnenkamp“ trägt zur Erhöhung des Fahrkomforts der Fahrgäste bei. Insbesondere für viele Fahrgäste in den Bereichen Bohnenkamp, Am Rohrbruch und Im Ziegenförth wurden die Wege zur nächstgelegenen Haltestelle spürbar, um bis zu 360 Meter, verkürzt.
Mit der neuen Linienführung wurde somit eine Verbesserung in der öffentlichen Verkehrsanbindung der genannten Bereiche erzielt und zur Förderung der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs beigetragen.
Nutzungsintensität: Ein- und Aussteiger an der Bushaltestelle Bohnenkamp
Die Bushaltestelle Bohnenkamp wird im Durchschnitt von je 30 Ein- und Aussteigern pro Werktag frequentiert. Dies entspricht durchschnittlich 1 Fahrgast pro Fahrt.
Die Auswertungen der Fahrgastzahlen zeigen, dass nach dem Fahrplanwechsel im März 2024 kein signifikanter Fahrgastzuwachs für den Stadtteil Querumer Forst zu verzeichnen ist. Stattdessen handelt es sich überwiegend um eine Verlagerung der Fahrgäste von den Haltestellen „Am Forst“, „Peterskamp“ und „Lägenkamp“, die nun kürzere Fußwege zur Haltestelle „Bohnenkamp“ haben.
Unfalldaten
Im Vorfeld äußerten Anwohner und Anwohnerinnen Bedenken, dass die Führung der Buslinie 433 durch den Bohnenkamp und Lägenkamp zu einer Zunahme von Verkehrsunfällen führen könnte. Nach Abstimmung zwischen Verwaltung und Polizei ist festzuhalten, dass während der Laufzeit der Maßnahme kein Verkehrsunfall polizeilich erfasst wurde.
Die BSVG berichtete von vereinzelten Behinderungen, die jedoch in Wohngebieten mit dichter Bebauung und engen Verkehrsräumen nicht ungewöhnlich sind.
Verkehrszählung
Am Dienstag, den 11. Februar 2025 wurde durch die Verwaltung eine Verkehrszählung durchgeführt. Die erfassten Zahlen beziehen sich auf einen Zeitraum von 24 Stunden. Dabei wurden 533 Fahrzeuge registriert, die von der Bevenroder Straße in den Bohnenkamp einfahren sowie 506 Fahrzeuge, die diesen wieder in Richtung Bevenroder Straße verlassen.
Von den erfassten Fahrzeugen entfallen 31 Busfahrten stadtauswärts in Richtung Hondelage (Berggarten), was einem Anteil von 5,8 % am Gesamtverkehr entspricht. Zudem verkehren 32 Busse stadteinwärts in Richtung Karl-Sprengel-Straße, was einem Anteil von 6,3 % entspricht.
Anhand dieser Zahlen und Anteile lässt sich keine übermäßige Verkehrsbelastung durch die Busse der Linie 433 im Bohnenkamp feststellen.
Einrichtung von Halteverbotszonen
Die geänderte Linienführung der Buslinie 433 machte die Einrichtung von zwei Halteverbotszonen im Bereich der Bushaltestelle „Bohnenkamp“ erforderlich. Diese wurden auf ein Minimum beschränkt und umfassen insgesamt eine Länge von 72 Metern, was einem Wegfall von zwölf Parkplätzen entspricht.
Kritik der Anwohnerschaft
Vor der Umverlegung der Buslinie 433 gingen bei der Verwaltung mehrere Bürgeranfragen zu diesem Vorhaben ein. Die Hauptkritikpunkte betrafen die Sorge vor erhöhter Lärmbelastung, den Wegfall von Parkplätzen sowie ein gesteigertes Unfallrisiko durch den Busverkehr. Neben mehreren Beschwerdeschreiben erreichte die Verwaltung auch eine Unterschriftenliste der Anwohnenden, die sich für eine Rückkehr zum bisherigen Linienweg aussprachen.
Es ist festzuhalten, dass durch die Busse verursachte Geräuschemissionen objektiv weder eine Dauerbelastung darstellen noch beeinträchtigen sie nachweislich die Natur. Subjektiv können der motorisierte Individualverkehr sowie auch der öffentliche Personennahverkehr aber natürlich als Belastung wahrgenommen werden. Die Anzahl der durch die Halteverbotszonen weggefallenen Parkplätze ist überschaubar und führt zu keiner erheblichen Einschränkung. Zudem konnte wie dargestellt kein erhöhtes Unfallrisiko nachgewiesen werden.
Seit der Einführung der neuen Streckenführung hat die Kritik seitens der Anwohnerschaft nachgelassen, was an der angekündigten Evaluierung liegen könnte. Die Position der stadtauswärtigen Haltestelle Bohnenkamp wurde aufgrund der durch wartende Fahrgäste verursachten Lärmentwicklung aber auch weiterhin kritisch bemängelt.
Rückmeldung der Fahrgäste
Die BSVG und die Verwaltung erhielten einige positive Rückmeldungen, insbesondere zur Verkürzung des Gehwegs zur Bushaltestelle. Diese wurde nicht nur von älteren sowie mobilitätseingeschränkten Personen als Erleichterung und Komfortsteigerung hervorgehoben.
Das TU-Institut für architekturbezogene Kunst im Querumer Forst hingegen bemängelte die Verlegung, da sich der Fußweg für Studierenden zum Institut um ca. 300 Meter erhöht hat. Der Weg zum Institut ist mit rund 900 Meter von der Haltestelle Peterskamp bereits vergleichsweise weit entfernt gewesen – die Situation hat sich daher nochmals verschlechtert.
Fazit und Empfehlung
Der neue Linienweg führt wie dargestellt sowohl zu Vor- als auch Nachteilen für einzelne Bürgerinnen und Bürger. Eine Entscheidung zum weiteren Verfahren ist also in Abwägung dieser Vor- und Nachteile zu treffen.
Da trotz der Verkürzung der Wege und der Komfortsteigerung für die Fahrgäste kein Anstieg der Fahrgastzahlen verzeichnet werden konnte, empfiehlt die Verwaltung, den Linienweg der Buslinie 433 erneut zu verändern und wie vor dem Fahrplanwechsel im März 2024 über die Bushaltestelle „Peterskamp“ zu führen. Dafür sprechen die erneute Anbindung der barrierefrei ausgebauten Bushaltestelle Peterskamp, der verkürzte Weg zum TU-Institut für architekturbezogene Kunst im Querumer Forst und die verkehrliche Entlastung des Wohngebiets Bohnenkamp/Lägenkamp, die von den Anliegern gefordert wurde. Gleichzeitig sind die dann zur Verfügung stehenden Haltestellen innerhalb des empfohlenen fußläufigen Einzugsbereich von 450 Metern erreichbar.
