Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 25-25288-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Zukunft des Vereins Kultur für Alle e.V. (KufA e.V.)
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Beteiligt:
- DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Prof. Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
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zur Kenntnis
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29.04.2025
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Die Anfrage „Zukunft des Vereins Kultur für Alle e.V. (KufA e.V.)“ (DS Nr. 25-25288) der CDU-Fraktion im Rat der Stadt vom 20. Februar 2025 wird durch die Verwaltung im Folgenden beantwortet. Da die Fragen 1 und 2 der Anfrage vereinsinterne Aspekte betreffen, wurden die Antworten durch den Verein KufA e.V. - Kultur für Alle erstellt.
Zu 1.:
Der KufA e.V. hat in den letzten Monaten vielfältige Maßnahmen umgesetzt und ergriffen, um die finanzielle und organisatorische Basis des Vereins nachhaltig zu stabilisieren und weiterzuentwickeln.
Ein zentraler Schritt war die vollständige Umstellung der Buchhaltung auf das digitale DATEV-System. Damit wurde die bisherige Papierverwaltung abgelöst und der Grundstein für eine transparente, nachvollziehbare und prüfbare Finanzverwaltung gelegt.
Im Rahmen von umfassenden Aufräumarbeiten konnten bereits relevante Altlasten eigenständig bereinigt werden. Die Buchhaltung wird fortan zentral geführt und in enger Kooperation mit dem Steuerbüro Klemm & Blum betreut. Dies stellt sicher, dass finanzielle Abläufe dokumentiert und extern überprüfbar sind.
Für das Jahr 2025 wurde ein Haushaltsplan in enger Abstimmung mit der Verwaltung erstellt und es wird eine kontinuierliche Vorschau des Cashflows von Zwölf-Wochen erstellt.
Dieses Planungsinstrument ermöglicht es, eine frühzeitige Einschätzung sowie eine gemeinsame Steuerung der finanziellen Entwicklungen zu gewährleisten und bei Abweichungen der Planzahlen im regelmäßigen Austausch mit der Stadtverwaltung zu stehen.
Zur strukturellen Stärkung wurde die Geschäftsführung neu aufgestellt und auf zwei Funktionen aufgeteilt: Eine Person ist für Finanzen und Verwaltung verantwortlich, die andere für die kulturelle Leitung. Die Geschäftsführung für Finanzen und Verwaltung trägt die Verantwortung für die finanzielle Führung und Verwaltung (einschließlich Finanzplanung, Berichterstattung und Analyse) sowie für die Unterstützung bei der Akquise von Fördermitteln. Dabei besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Vorstand, die auch dazu dient, strategische Ziele und das Leitbild des Zentrums in die alltägliche Praxis zu übertragen.
Die kulturelle Leitung setzt einen Fokus auf die Umsetzung von Projekten und Initiativen zur Förderung von kultureller Vielfalt und Teilhabe. Dies erfolgt u.a. durch den Aufbau und die Pflege von Kontakten zu ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteurinnen und Akteuren sowie zu externen Partnerinnen und Partnern wie Künstlerinnen und Künstlern, Sozialverbänden und anderen kulturellen Institutionen. Ebenso zentral ist die Verantwortung für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, um die Sichtbarkeit des KufA Hauses in Braunschweig und der Region zu stärken. In enger Abstimmung mit der Geschäftsführung für Finanzen wird zudem daran gearbeitet, finanzielle und personelle Ressourcen optimal zu nutzen, um den langfristigen Bestand zu gewährleisten.
Diese klare Rollenverteilung sichert sowohl betriebswirtschaftliche als auch inhaltliche Kompetenz und sorgt für eine funktionierende Arbeitsteilung. Ergänzend unterstützt ein erfahrener Veranstaltungskoordinator die Jahresplanung, wodurch ein Mittelweg zwischen sozialgemeinnützigen und publikumswirksamen Veranstaltungen geschaffen werden soll, indem auch hier freiwillige Helferinnen und Helfer sowie Ehrenamtliche durch eine aktive Partizipation miteinbezogen werden. Durch diese klare Aufteilung entsteht eine Struktur, die sowohl den wirtschaftlichen als auch den sozial engagierten Betrieb absichert.
Zu 2.:
Die Stärkung des KufA e.V. basiert auf drei tragenden Säulen: struktureller Professionalisierung, vielfältiger Programmentwicklung und gezielter Öffentlichkeitsarbeit. Strukturell wurde eine klare Teilung zwischen Vorstand und Geschäftsführung etabliert. Interne Abläufe wurden überarbeitet, Verantwortlichkeiten neu definiert und transparente Vertragsstrukturen eingeführt, sowohl für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner des KufA Hauses.
Inhaltlich ist ein vielfältiges Jahresprogramm in Planung, das Braunschweigs Kulturszene bereichern und neue Zugänge schaffen soll. Geplant sind Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, soziokulturelle Formate und kreative Workshop-Reihen, wie z.B. ein Workshop für Ehrenamtliche in Kooperation mit dem Kultur- und Kommunikationszentrum Brunsviga. Erste umgesetzte und geplante Einzelprojekte verdeutlichen die neue Ausrichtung:
- „Soundcraft – Grundlagenkurs für Musikproduktion“: ein kreatives Bildungsangebot mit Fokus auf Beatproduktion (Ableton Live);
- „NerdAG – DnD Brettbrecher“: Community-Angebot für junge Menschen mit Interesse an Fantasy und Gaming - soziale Begegnung durch Rollenspiel;
- „KalorieFürAlle“: kulturelles Kochen als inklusives, soziales Format;
- „Kumulus“ Kunstausstellung: Plattform für lokale Kunstschaffende;
- „PaJuBs e.V.“: ein Verein junger Parkinson-Erkrankter, der durch gemeinsame Aktivitäten zeigt, dass ein aktives Leben trotz Parkinson möglich ist;
- „Burnout Gruppe“: Selbsthilfegruppe;
Diese Projekte zeigen, dass das KufA Haus neue Wege geht - mit kreativen und sozialen Angeboten, die gesellschaftliche Teilhabe an Kunst und Kultur niederschwellig ermöglichen und dadurch eine Plattform schaffen, die Menschen verschiedener Hintergründe zusammenbringt.
Die Öffentlichkeitsarbeit wurde gezielt neu aufgestellt: In Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing werden neue Kommunikationsstrategien entwickelt. Es entsteht ein überarbeitetes Corporate Design, das neue Flyer, Plakate und ein serverbasiertes Werbemittelsystem umfasst. Ziel ist ein kohärenter Auftritt mit hohem Wiedererkennungswert. Vernetzungsarbeit ist ein integraler Bestandteil der Neuaufstellung. Zur Optimierung dieser betreibt der Verein einen regelmäßigen Austausch mit dem Landesverband Soziokultur Niedersachsen e.V., wodurch auf ein überregionales Netzwerk zugegriffen wird und neue Synergien kreiert werden. Der KufA e.V. hat einen Kooperationsvertrag mit dem Kultur- und Kommunikationszentrum Brunsviga abgeschlossen, um u.a. gemeinsame Workshops für das Ehrenamt zu realisieren. Der Verein beteiligt sich aktiv an regionalen Netzwerktreffen und strebt die Rolle eines offenen Kulturknotens in der Braunschweiger Stadtgesellschaft an. So wurde das KufA Haus bereits als zentraler Veranstaltungsort für das Ringgleisfest 2025 ausgewählt, in Zusammenarbeit mit dem braunschweiger forum e.V.. Des Weiteren befindet sich der KufA e.V. im Austausch mit dem Veranstalter für das WEITBLICK Festival, dem Förderverein Freundeskreis Theater Fadenschein e.V., sodass Veranstaltungen im Rahmen des Festivals im KufA Haus stattfinden können.
Zu 3:
Zunächst wurde für KufA e.V. eine enge Beratung bei der Antragsstellung, der Aufstellung des Wirtschaftsplanes und der Verwendungsnachweiserbringung verwaltungsseitig etabliert. Darüber hinaus wurde vor der Auszahlung von Abschlägen der Kontinuitätsförderung ein Controlling-Verfahren eingeführt. Das neu etablierte Verfahren ist so gewählt, dass die Auszahlung der Kontinuitätsförderung in Form von monatlichen Abschlagszahlungen erfolgt. Vor der Auszahlung der einzelnen Abschläge sind vom KufA e.V. aussagekräftige Finanzunterlagen einzureichen. Diese Unterlagen umfassen den Monatsabschluss in Form des vorliegenden Wirtschaftsplans, einen Kontoauszug des Vormonats, einen kurzen Sachstandsbericht zu Besonderheiten und Abweichungen von der ursprünglichen Planung und einen Liquiditätsplan für die kommenden zwölf Wochen als Vorausschau.
Die Unterlagen werden von der Stadtverwaltung geprüft, erst dann wird die Zahlung freigegeben. Dies soll einerseits die tatsächliche Notwendigkeit der Zahlung im Sinne der Förderrichtlinie prüfen, nach der Mittel nur in dem Umfang angefordert werden dürfen, wie diese innerhalb von zwei Monaten nach der Auszahlung für fällige Zahlungen benötigt werden. Anderseits wird damit der Verwaltung die Möglichkeit gegeben, auf potenziell negative Entwicklungen rechtzeitig reagieren zu können.
Nach Einführung des engmaschigeren Controllings mit Jahresbeginn ist seitens der Verwaltung für das laufende Förderjahr 2025 bisher festzustellen, dass die vereinsinterne Neuaufstellung der Abläufe und der finanzrelevanten Verfahren zu einer belastbaren Finanzplanung geführt haben, die die förderrechtlichen Erfordernisse einhält.
