Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 25-25561
Grunddaten
- Betreff:
-
Umgestaltung des Spielplatzes an der Saarlouisstraße
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün
- Verantwortlich:
- Gekeler
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 321 Lehndorf-Watenbüttel
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Entscheidung
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23.04.2025
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Der Spielplatz an der Saarlouisstraße ist ein in die Jahre gekommener Spielplatz, dessen Spielgeräte hinsichtlich ihres Erhaltungszustands beträchtliche Defizite aufweisen. Diverse kleinere Spielgeräte wurde in den letzten Jahren auf Grund altersbedingter Schäden sukzessive zurückgebaut. Das noch vorhandene Großspielgerät weist erhebliche Schäden (morsche Stellen) an den tragenden Holzbauteilen auf und wird in naher Zukunft ebenfalls zurückgebaut werden müssen.
Der Spielplatz liegt im Ortsteil Lehndorf, inmitten von Wohngebäuden. Der Spielbereich und die Rasenflächen umfassen ca. 4000 m².
Mit der Umgestaltung des Spielplatzes an der Saarlouisstraße soll die Aufenthaltsqualität verbessert und das vorhandene Spielangebot ersetzt und aufgewertet werden. Durch die Verlegung und Umgestaltung der Fußwege sollen die Wurzelräume der Bäume vergrößert und die Zonierung von Laufwegen und Aufenthaltsbereichen auf dem Platz optimiert werden.
Als Grundlage für die Neugestaltung dienten die Ergebnisse der Kinderbeteiligung, die am 08.04.2022 stattfand. Hierbei wurden insbesondere folgende Wünsche, die seitens der Verwaltung als umsetzbar eingestuft wurden, geäußert:
- Sprunggerät
- Fußball
- Reckstange
- Burg
- Piratenschiff
- Rutsche
- Kletterwand
- Spielraum für Kinder von 0 bis 4 Jahre
- Seilbahn
- Labyrinth
In der vorliegenden Planung wurden diese Wünsche möglichst weitgehend berücksichtigt. Da jedoch die Form der Fläche und der vorhandene Baumbestand die nutzbare Fläche sehr stark einengen und nur ein begrenztes Budget zur Verfügung steht, können nicht alle Wünsche erfüllt werden. Auf ein Fußballfeld mit Toren wird auf Grund der dafür benötigten Fläche verzichtet. Grundsätzlich bietet die ohnehin vorgesehene Rasenfläche genug Platz für freies (Ball-) Spielen, Gruppenaktivitäten oder zum Verweilen. Außerdem ist Fußballspielen auch im Jugendplatzbereich, nördlich der Neuenkirchener Straße, möglich, da dort ebenfalls eine ausreichend große Rasenfläche vorhanden ist.
Geplante Gestaltung des Spielplatzes
Der vorliegende Entwurf (s. Anlage) sieht für die Umgestaltung des Spielplatzes an der Saarlouisstraße folgende Planung vor:
Die historisch vorgegebene Grundstruktur der Flächen wird zum Großteil beibehalten und der Spielbereich für größere Kinder verbleibt im Zentrum der Fläche, wird jedoch in der Nord-Süd-Achse an beiden Enden eingekürzt. Die vorhandene Mutter-Kind-Statue wird durch die Verkürzung der Spielfläche stärker ins Zentrum der nördlich gelegenen Rasenfläche gerückt und dadurch hervorgehoben. Die östliche Wegeführung entlang des Spielplatzes wird aufgehoben, so dass der Besucherverkehr auf die Westseite des Spielplatzes gelenkt wird, analog zur Wegeführung auf der Jugendplatzfläche nördlich des Spielplatzbereiches. Damit wird eine bessere Überschaubarkeit und mehr Sicherheit im Spielbereich geschaffen. Des Weiteren werden durch die Verlegung und Umgestaltung der Fußwege die Wurzelräume der vorhandenen Bäume vergrößert. Umlaufschranken an den Zugängen sollen Fahrradfahrern die Zufahrt erschweren und den Fahrradverkehr auf die anliegenden Straßen verlagern.
Auf der südlichen Rasenfläche, zwischen dem Spielbereich und dem neuen Weg, wird eine Seilbahn mit Anlaufpodest parallel des neu angelegten Weges verlaufen.
Nördlich der Seilbahn beginnt dann der zentrale Spielbereich. Den Anfang macht ein neuer gepflasterter und möblierter Aufenthaltsbereich, an den sich übergangslos ein Kleinkindbereich anschließt. Dieser Kleinkindbereich besteht aus einer Sandfläche, welche mit einer inklusiven Sandspielküche und einem Wipptierchen ausgestattet wird. Eingefasst wird die Sandfläche mit Sandsteinquadern, die sich auch im gesamten restlichen Spielbereich immer wieder finden und zum Sitzen und Beklettern dienen können oder als erweiterter „Backtisch“ beim Spielen mit Sand eingebunden werden können. Hier können jüngere Kinder im gemeinsamen Spiel mit ihren Eltern oder Gleichaltrigen haptische Erfahrungen mit Sand machen.
Die anschließende, derzeit mit Sand gefüllte, Bestandsspielfläche wird in ihren Ausmaßen reduziert. Die gestalterische Ausrichtung des Spielplatzes wird dem Ergebnis der Kinderbeteiligung entsprechend dem Thema Burg nachkommen. Die Auswahl der Materialien für Wege, Einfassungen und Geräte sind - dem Thema angepasst - rustikal gehalten und die Spielgeräte dazu passend gestaltet und dekoriert. Programmatische Anziehungspunkte im Hauptspielbereich werden zwei Spielburgen und eine Pferdekutsche sein, die vielfältige Spielabläufe ermöglichen. Sie verfügen über unterschiedlich hohe Spielebenen, Brücken und Netze sowie Feuerwehrstangen und Rutschen. An den neuen Spielgeräten können sich die Kinder spielerisch-motorisch ausprobieren und in Rollenspielen soziale Kompetenzen erlernen. Die Elemente zum Klettern bieten den Kindern Herausforderungen, die die Geschicklichkeit, den Gleichgewichtssinn und die Koordination fördern. Die unterschiedlichen Höhen der Geräte und die damit verbundene Überwindung persönlicher Grenzen beim Erklimmen und Herunterkommen stärken das Selbstwertgefühl der Kinder. Die Rutschstangen und Rutschen bieten zusätzliche Herausforderungen und liefern den Kindern die ersten Nervenkitzel.
Als ergänzende Attraktionen werden in dem Spielbereich eine Doppelschaukel, eine Nestschaukel, eine Wippe, ein Zweierreck und ein Balkenmikado (stilisiertes Labyrinth) aus naturgewachsenen Robinienstämmen platziert.
Die klare Aufteilung der unterschiedlichen Spielbereiche dient einer guten Orientierung und bietet wahrnehmungseingeschränkten Personen eine übersichtliche Struktur.
Um die Teilhabe körperbehinderter Kinder und mobilitätseingeschränkter Personen an Spiel und Aufenthalt zu gewährleisten wird die gesamte neue Spielfläche ausschließlich mit Holzhackschnitzeln befüllt. Dieses Fallschutzmaterial kombiniert falldämpfende Eigenschaften mit inklusiver Berollbarkeit und bietet den Nutzern weitere haptische Erfahrungen. Als besondere Attraktion für Personen im Rollstuhl wird am nordwestlichen Ende des Spielbereiches ein barrierefreies Sprunggerät mit einem berollbar gestaltetem Fallbereich geschaffen. Für Eltern oder Begleitpersonen wird neben der Fläche des Sprunggerätes ein weiterer Aufenthaltsbereich erstellt. Der Tisch der dort vorgesehenen Tisch-Bank-Kombination ist so ausgestattet, dass man mit einem Rollstuhl stirnseitig dicht an den Tisch heranrollen kann.
Für längere Aufenthalte auf dem Spielplatz werden an den Rändern der einzelnen Spielbereiche mehrere Bänke aufgestellt. An den Eingangsbereichen werden Anlehnbügel als sichere Fahrradabstellmöglichkeit installiert und für die allgemeine Sauberkeit werden mehrere Mülleimer an den Zugängen und Sitzbereichen aufgestellt.
Eine Einfriedung des Spielplatzes wird durch die Ergänzung der vorhandenen Strauch- und Gehölzpflanzungen sowie durch die Errichtung von Umlaufschranken erreicht. Eine durchgehende Hecke entlang des Fußweges sorgt für die gewünschte Abgrenzung zur Hauptstraße und Bushaltestelle.
Dem Behindertenbeirat lag die Entwurfsplanung vor.
Nach erfolgtem Beschluss durch den Stadtbezirksrat kann das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren starten. In Abhängigkeit der vergaberechtlich vorgeschriebenen Fristen sowie der gegenwärtigen Lieferzeiten der geplanten Geräte kann mit einer Umsetzung der Maßnahme voraussichtlich ab dem 4. Quartal 2025 gerechnet werden.
Die Kostenschätzung für die Umsetzung der Umplanung beträgt rund 380.000€ brutto. Für eine nachhaltige Nutzung vorhandener Ressourcen und einen wirtschaftlichen Umgang mit öffentlichen Mitteln ist bereits bei der Auswahl der neuen Geräte, eingeplant worden, dass die vorhandene Röhrenrutsche weiterverwendet werden kann. Beim Rückbau der abgängigen Spielkombination, wird die Röhrenrutsche sorgfältig geborgen und auf dem Baufeld zwischengelagert, um später an einer der neuen Spielburgen wieder verwendet zu werden. Dieser Arbeitsschritt reduziert die Gerätekosten um annähernd 10.000 €. Finanzmittel stehen im Teilhaushalt des Fachbereiches Stadtgrün in ausreichender Höhe zur Verfügung.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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11,9 MB
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