Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung außerhalb von Sitzungen - 25-25516
Grunddaten
- Betreff:
-
Mögliche Errichtung eines städtischen Ruderbeckens
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Mitteilung außerhalb von Sitzungen
- Federführend:
- 0670 Sportreferat
- Beteiligt:
- 65 Fachbereich Gebäudemanagement
- Verantwortlich:
- Hübner
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Mitteilungen außerhalb von Sitzungen
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zur Kenntnis
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30.05.2025
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Erledigt
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Sportausschuss
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zur Kenntnis
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Unter Bezugnahme der Stellungnahme 25-25083-01 zur Beantwortung der Anfrage der CDU-Fraktion vom 17.01.2025 zum Ruderbecken des Ruder-Klub Normania e.V. informiert die Verwaltung über die weiteren Prüfergebnisse.
Die Verwaltung ist weiterhin mit dem Verein als einzigem Ruderanlagen-Nutzer (13,5 Std. pro Woche je Winterhalbjahr) im Austausch.
Nach Mitteilung des Ruder-Klub nutzten 57 Mitglieder (29 % der Mitglieder) regelmäßig in den Wintermonaten das Ruderbecken. Die Altersstruktur der Nutzenden zeigt, dass hier Erwachsene (1 Mitglied bis 20 Jahre, 21 Mitglieder bis 40 Jahre und 35 Mitglieder über 40 Jahre) im Ruderbecken die Technik trainieren.
Der Ruder-Klub betont weiterhin die Besonderheit in einem wassergefüllten Ruderbecken die Rudertechnik besonders gut trainieren zu können. Der Verein ist ebenfalls im Besitz von Ruderergometern, die allerdings zur Unterstützung eingesetzt werden, aber die Technik des Ein- und Austauchens der Ruder in Wasser aus Vereinssicht nicht ersetzen können.
Abfragen bei bestehenden und ehemaligen Ruderbecken-Standorten ergaben folgende Ergebnisse:
- Der Ruder-Klub Werder (Havel) kann aufgrund eines in der Vergangenheit erworbenen aussortierten Testbeckens einer Yachtbaufirma und eines Erweiterungsbaus auf dem Vereinsgelände ganzjährig in einem überdachten Bereich das Rudern trainieren. Die damaligen Baukosten können allerdings nicht mehr validiert werden, zumal es sich um eine besondere Einzellösung handelt.
- Die Leistungsabteilung Rudern des Vereins SC Magdeburg hat das abgängige Ruderbecken aus Kostengründen nicht ersetzt. Der Verein nutzt ersatzweise zusätzlich zu den Ruderergometern besondere zweihändige Rudermaschinen, die insbesondere zur Technikausbildung im Jugendbereich genutzt werden. Diese sehr spezifischen Geräte sind etwas komplexer in der Handhabung und können mit unterschiedlichen Rudern bestückt werden. Jedoch bieten diese Geräte aus Sicht des Vereins allerdings keinen vollwertigen Ersatz für ein wassergefülltes Becken.
- Das Ruderbecken am Standort Celle ist bereits sehr alt und nach dem Krieg in Eigenregie entstanden, so dass keine Unterlagen über Kosten vorhanden sind. In Celle handelt es sich zudem um ein Riemenbecken, d.h. man kann nur jeweils eine Körperseite trainieren, für die andere Seite muss immer der Sitz umgebaut werden, wodurch das Becken als suboptimal eingestuft wird.
- Das Ruderbecken in Hannover (Hannoverscher Ruder-Klub) ist ebenfalls nach dem Krieg in Eigenregie entstanden, so dass auch hier keine Kosten vorliegen. Es ist jedoch ein beidseitig nutzbares Becken.
Derzeit wird in einem Schulneubau in Hannover jedoch ein neues Ruderbecken mit 6 Plätzen geplant. Es ist ein Becken aus einem faserverstärktem Kunststoff geplant, das in eine Rohbauabsenkung (Grube aus wsserundurchlässsigem Beton) eingestellt werden soll. Als umlaufender Bootssteg soll in der verbleibenden Raumfläche ein Holzplankenboden auf einer Stahlkonstruktion aufgeständert werden.
Nach Auskunft der Stadt Hannover sind die reinen Kosten für das Ruderbecken mit rd. 200 TEUR geplant. Dazu kommen dann die jeweils umfangreichen Gebäude-Baumaßnahmen, die für den Ruderraum (ca. 16 x 10 m, Höhe ca. 5,20 m) im Zuge der Gesamtmaßnahme nicht genau beziffert werden können, aber sicherlich in einer sechsstelligen Höhe anfallen. Weiterhin werden zusätzlich u. a. ein Technikraum (rd. 12 m²) sowie eine Aktustikdecke als notwendig erachtet und geplant, die zu weiteren Kostenpositionen führen.
Auch die Fragestellung inwieweit im Gebäude des „Vienna-House“ ein Ruderbecken implementiert werden kann, wurde untersucht. Eine Kostenschätzung des Fachbereich Gebäudemanagements zur Realisierung eines Ruderbeckens ergab grob geschätzte Kosten in Höhe von 750 TEUR.
Weiterhin wurde geprüft, inwiefern eine andere städtische Liegenschaft geeignet wäre, dort ein Ruderbecken zu installieren. Diese Prüfung verlief bisher negativ.
Aufgrund der hohen prognostizierten Kosten, einer fehlenden geeigneten Immobilie und insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen städtischen Haushaltslage wird der Bau eines Ruderbeckens von Seiten der Verwaltung als nicht wirtschaftlich angesehen.
