Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 25-25887-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Die Aufgabe der Wirtschaftsförderung liegt bei der Braunschweig Zukunft GmbH, die zur Beantwortung eingebunden wurde.

 

Zu Frage 1:

 

Die Vernetzung hat im Kontext der Gründung eine hohe Bedeutung für das sogenannte Gründungsökosystem der Stadt Braunschweig. Die Braunschweig Zukunft GmbH arbeitet mit einer Vielzahl von Partnern an einem lebendigen Gndungsökosystem. Dabei nehmen die Hochschulen und Forschungseinrichtungen eine wichtige Rolle ein. So werden ein regelmäßiger Austausch und eine enge Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig, der

Ostfalia Hochschule und der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) auf unterschiedlichen Ebenen gepflegt, zum Beispiel mit dem Vizepräsidenten für Transfer der TU Braunschweig, der Leitung des Transferservice, dem Entrepreneurship Hub sowie dem Lehrstuhl für Unternehmensgründung und -nachfolge. Auch etablierte regelmäßige Formate wie das Unternehmergespräch oder der Gesprächskreis Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung tragen zu einer engen Abstimmung und Vernetzung der Akteure, auch auf Ebene der Entscheider bei. Darüber hinaus wird eine Einbindung der Akteure durch das Gründungsnetzwerk Braunschweig, den Steuerkreis Gründungsökosystem sowie die Hub-Runde erreicht, wodurch alle relevanten Akteure des Braunschweiger Gründungsökosystems unter Moderation der Braunschweig Zukunft GmbH in einen regelmäßigen Austausch kommen.

 

Weiterhin gibt es eine Vielzahl von Formaten, die sich insbesondere an Gründungs-interessierte und Gründer richten und diese mit den Akteuren, aber auch Unternehmern und Kapitalgebern vernetzen. Hier sind beispielsweise zu nennen der Gründerinnentag, der

Startup Stammtisch, der BIG UP Startup-Summit und die Startup-Messe Netz.werken. Alle Formate haben das Ziel, einen Rahmen für Austausch und Vernetzung zu schaffen. Weiterhin wird durch das Mentoring-Programm im Rahmen der W.IN Startup-Akademie ein

Matching zwischen Startups und engagierten Unternehmern vorgenommen.

 

Neben den Gründungsaktivitäten gibt es auch im Technologietransfer gemeinsame Projekte mit der TU Braunschweig, zum Beispiel das Projekt InnoReg (DS-Nr. 17-05217). Dort sollen Innovationsscouts der TU Braunschweig gezielt Unternehmen in der Region besuchen, um Innovationspotenziale aufzudecken und Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und der Hochschule zu initiieren. Darüber hinaus steht auch die Wirtschaftsförderung in engem Austausch zu Unternehmen, um fortlaufend über die aktuellen Entwicklungen informiert zu sein.

 

 

 

 

Zu Frage 2:

 

Der Gründungsstandort Braunschweig hat bereits einen Schwerpunkt im Mobilitätsbereich: Das vom Land Niedersachsen geförderte Startup-Zentrum, die W.IN Akademie, sowie der geplante High-Tech Inkubator fördern u.a. Startups, die auf Mobilitätslösungen oder verwandte Themen fokussieren. Auch die Forschungsschwerpunkte der TU Braunschweig stehen zu großen Teilen in Zusammenhang mit Mobilität, sodass prinzipiell gute Grundlagen für Gründung und Transfer aus der Hochschule heraus vorhanden sind. Der Research Airport mit dem umliegenden Mobilitätscluster und insbesondere Forschungseinrichtungen wir dem NFF, NFL, Fraunhofer und DLR schafft außerdem gute Rahmenbedingungen für Gründungen im Mobilitätsbereich.

 

Neben dieser bereits geschaffenen günstigen Ausgangslage ist die Erhöhung der Sichtbarkeit der Angebote von zentraler Bedeutung, um innovative Gründer und Startups am Standort anzusiedeln. Dazu sind bereits im letzten Jahr gestartete Formate wie der BIG UP

Startup Summit von zentraler Bedeutung. Hierbei ist das Ziel, innerhalb der Gründungscommunity für Aufmerksamkeit zu sorgen und den Gründungsstandort attraktiv zu präsentieren. Mithilfe der so erzeugen überregionalen Strahlkraft wird das Interesse von Startups und Kapitalgebern auf eine Ansiedlung am Standort Braunschweig gelenkt, sodass eine anschließende Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung zu einer Ansiedlung führen kann. Hierzu ist vor allem die Verfügbarkeit von passenden Gewerbefchen ein wichtiger Standortvorteil, der weiterhin ausgebaut werden muss.

 

Weiterhin gilt es, mit attraktiver Gründungsinfrastruktur Orte zu schaffen, an denen es sich gut gründen lässt. Mit dem Technologiepark, der von der Braunschweig Zukunft GmbH betrieben wird, wird Startups eine preisgünstige gut ausgestattete räumliche Infrastruktur geboten. Im Vergleich zu anderen Gründungszentren besteht jedoch Potenzial, den Technologiepark zu modernisieren und zu erweitern.

 

Darüber hinaus spielt für die Ansiedlung von Startups die enge Verzahnung mit den Hochschulen eine wichtige Rolle. Insbesondere durch proaktives Scouting von Gründungspotenzialen in Forschungsprojekten sowie die Sensibilisierung von Studierenden für das Thema Gründung können neue Gründungen geschaffen werden. Hier ist der Gründungsstandort Braunschweig von einer gelebten Gründungskultur sowie entsprechenden Initiativen an der Hochschule maßgeblich beeinflusst, die im Rahmen der Möglichkeiten durch die Wirtschaftsförderung aktiv unterstützt werden.

 

Im Hinblick auf die Entwicklung der Mobilitätsbranche ist abschließend zu beachten, dass eine Fokussierung auf nur eine Branche nicht zielführend erscheint. Daher ist es das klare Ziel, etwa mit dem zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnenden Thema Quantentechnologien auch neue Branchen am Gründungsstandort Braunschweig zu etablieren. Hierzu sind in enger Abstimmung mit den Partnern TU Braunschweig und PTB bereits einige Initiativen angestoßen.

 

Zu Frage 3:

 

Die Stadt Braunschweig begegnet den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen mit mehreren strategisch ausgerichteten Initiativen, die konkrete Maßnahmen zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz und zur Reduzierung von Abhängigkeiten umfassen.

 

Braunschweig positioniert sich als führender Standort für die Entwicklung automatisierter und digitalisierter Mobilitätslösungen. Ein starkes Netzwerk aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung arbeitet gemeinsam an innovativen Projekten. Hier sind insbesondere verschiedenste Mobilitätsprojekte des NFF im Bereich der nachhaltigen, automatisierten und vernetzten Mobilität sowie das Projekt des DLR  IMoGer Innovative modulare Mobilität Made in Germany“ im Stadtquartier Schwarzer Berg zu nennen. Braunschweig ist zudem Teil des Regionalen Transformationsnetzwerks Südostniedersachsen, das den Strukturwandel in der Automobilwirtschaft begleitet. Hier werden Unternehmen, Hochschulen und Gewerkschaften vernetzt, um Qualifizierungsmaßnahmen und neue Geschäftsfelder zu entwickeln.

 

Über Einrichtungen wie die TU Braunschweig und das DLR werden Technologien für autonomes Fahren, alternative Antriebe und vernetzte Mobilität entwickelt. Darüber hinaus verfügt die Region über Testfelder für autonomes Fahren, darunter die Anwendungsplattform Intelligente Mobilität (AIM) und das 5G-Testfeld Braunschweig-Wolfsburg, die als Reallabore für zukünftige Mobilitätstechnologien dienen.

 

Auch das Zukunftsthema Quantentechnologien wird seit einiger Zeit von den verschiedensten Akteuren vorangetrieben. Braunschweig ist einer der führenden Standorte für Quantentechnologien in Deutschland, insbesondere im Bereich der optischen und metrologischen Quantenforschung. Besonders durch das Leuchtturmprojekt Quantum Valley Lower Saxony (QVLS) hat die Stadt internationale Sichtbarkeit als Innovationsstandort für die Quanten-Zukunft erlangt.

 

Mit dem Smart-City-Rahmenkonzept entwickelt die Stadt Brauschweig eine Digitalstrategie mit Fokus auf Verwaltung, Mobilität, Energie, Bildung und Beteiligung. Ziel ist es, Prozesse effizienter und resilienter zu gestalten und die digitale Transformation aktiv zu gestalten. Auch der Ausbau der öffentlichen digitalen Infrastruktur mit freiem WLAN in der Innenstadt und digitalen Infopunkten stärkt Braunschweigs Infrastruktur als moderner Wirtschaftsstandort.

 

Auch durch Investitionen in Infrastruktur, wie z. B. die Sanierung und Umbau der Stadthalle und das Projekt Stiftshöfe, sowie die Weiterentwicklung des Forschungsflughafens sollen Arbeitsplätze gesichert und Wirtschaftszweige gestärkt werden. Die Innenstadtstrategie mit Maßnahmen zur Belebung des Einzelhandels und der Innenstadt durch Umnutzung von Leerstand, Kulturangebote und Aufenthaltsqualität trägt ebenso ihren Teil dazu bei, eine höhere wirtschaftliche Resilienz zu erreichen.

 

Die Stadt verfolgt insofern eine mehrgleisige Strategie, um wirtschaftliche Abhängigkeiten zu verringern und eine zukunftsfähige, resiliente Stadtstruktur aufzubauen. Die Stadt setzt dabei auf Innovation, Digitalisierung, nachhaltige Stadtentwicklung und regionale Kooperation, um den Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu begegnen.


 

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