Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 25-25043
Grunddaten
- Betreff:
-
P+R-Konzept für die Stadt Braunschweig
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
- Beteiligt:
- 0600 Baureferat
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben
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zur Kenntnis
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17.06.2025
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Anlass:
Braunschweig stellt als Oberzentrum in der Region einen attraktiven Lebens- und Arbeitsstandort dar. Es bestehen starke Verkehrsverflechtungen zwischen der Stadt und ihrem näheren und weiteren Umland sowohl im Pendler- wie auch im Einkaufs- und im Freizeitverkehr.
Mit dem Ratsauftrag FWI 182 wurde die Verwaltung beauftragt, ein Park-and-Ride (P+R)-Konzept für die Stadt Braunschweig zu erstellen mit dem Ziel, zum einen die bestehenden P+R-Standorte zu analysieren und insbesondere für Berufspendelnde zu optimieren sowie zum anderen Entwicklungen wie den Stadtbahnausbau zu betrachten. Dabei sollten die Potentiale von P+R in Verknüpfung mit dem ÖPNV neu gedacht werden.
Um die Mobilität im Allgemeinen und die benannten Verflechtungen im Speziellen nachhaltiger weiterzuentwickeln, ist in dem im Februar 2025 vom Rat beschlossene Mobilitäts-entwicklungsplan 2035+ (MEP) als eine Maßnahme die »Aufwertung und Ausbau des Park+Ride-Angebotes« (IM 1) im Handlungsfeld Inter- und Multimodalität vorgesehen. Im Zuge dieser Maßnahme ist in einem ersten Schritt ein Park+Ride-Konzept zu erarbeiten, welches hiermit vorgelegt wird (Anlage).
Zusammenfassung der Ergebnisse:
Im Rahmen der Bestandsanalyse wurden zunächst die vorhandenen P+R-Standorte im Hinblick auf die verkehrliche Erschließung, Lage und Ausstattung näher untersucht sowie Auslastungserhebungen durchgeführt. Im Ergebnis konnte dabei festgestellt werden, dass eine Nachfrage nach P+R trotz des hohen Pendleraufkommens im Braunschweiger Stadtgebiet derzeit nur in einem geringen Maße vorhanden ist. Dies lässt sich mit der guten verkehrlichen Erreichbarkeit der Innenstadt sowie den zahlreichen Parkmöglichkeiten erklären.
Mit Hilfe einer Analyse der Einpendlerzahlen und der genutzten Einpendlerrouten in die Stadt Braunschweig konnten P+R-Makrostandorte definiert werden, welche verkehrlich sinnvoll gelegen sind und eine möglichst hohe Pendleranzahl abfangen können. Auf Grundlage der Annahme, dass zukünftig rund ein Prozent der Pendler P+R nutzen, wurde für jeden Standort eine hierfür erforderliche Stellplatzanzahl berechnet. In der darauf aufbauenden Mikroanalyse wurden die einzelnen Standorte näher definiert und die Standortverhältnisse vor Ort genauer analysiert. Im Ergebnis wird deutlich, dass die bestehenden P+R-Standorte Gänsekamp und Petzvalstraße in Zukunft nicht weiter betrieben werden sollten. Ferner wird für das P+R-Angebot Petzvalstraße mit Fertigstellung der Stadtbahnerweiterung eine Verlegung in Richtung Volkmarode vorgeschlagen. Darüber hinaus wird u. a. für den P+R-Platz Lincolnsiedlung aufgrund des in der Makroanalyse betrachteten Pendleraufkommens mit einer erhöhten P+R-Auslastung gerechnet, was ggf. eine Standortverlegung mit sich bringt. Auch für Einfallrouten, an denen bisher noch kein P+R-Angebot besteht, wird der Neubau von P+R-Plätzen geprüft; dies betrifft u. a. die Bereiche Lamme Süd und Mastbruch. Für die neu geplanten Bahnhaltepunkte im Stadtgebiet wird der Bau von P+R- und Bike+Ride (B+R)-Anlagen empfohlen, um Ein- sowie auch Auspendlern gute Umstiegsmöglichkeiten zum SPNV bieten zu können.
Weiterhin wurden aus dem Ergebnis einer Best-Practice-Analyse Braunschweiger Kriterien erarbeitet, welche einen Leitfaden mit Mindestanforderungen für die zukünftige P+R-Planung bieten sollen. Darauf aufbauend wurde im Rahmen des Maßnahmenkonzepts ein Katalog mit Handlungsempfehlungen erarbeitet. Zum einen umfasst dieser ganzheitliche Maßnahmen, welche grundsätzlich umgesetzt werden müssen, um die P+R-Nachfrage zu erhöhen, wie beispielsweise durch eine Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt. Zum anderen wurden für die weiterhin bestehenden sowie auch die neu geplanten P+R-Standorte kleinteilige, standortspezifische Maßnahmen erarbeitet, welche das weitere Vorgehen festsetzen sollen (z. B. Neubau, Einrichten von P+R-Wegweisung, Informationsstelen, etc.). Abschließend wurden verschiedene Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten aufgezeigt, welche den Bau von P+R- und B+R-Anlagen, aber auch den Ausbau des ÖPNV und SPNV finanziell bezuschussen.
Mit dem vorliegenden P+R-Konzept (Anlage) steht ein Handlungsleitfaden zur Verfügung, der den Rahmen eines P+R-Systems absteckt, das in der Lage ist, Pendlern an allen wichtigen Einfallrouten den Umstieg auf den ÖPNV zu ermöglichen und die Innenstadt vom Kfz-Verkehr zu entlasten.
Handlungsempfehlungen und weiteres Vorgehen:
Die im P+R-Konzept dargelegten Handlungsempfehlungen stellen einen nicht unerheblichen Handlungsbedarf dar, der im Rahmen der finanziellen und personellen Kapazitäten aktuell nicht umsetzbar ist. Zudem ist in Anbetracht der derzeit geringen Auslastung der bestehenden P+R-Plätze der Neubau der vorgeschlagenen P+R-Standorte Lamme Süd, Mastbruch und Watenbüttel aktuell nicht wirtschaftlich und angemessen.
Um zunächst den grundlegenden Anreiz für eine P+R-Nutzung in Braunschweig zu schaffen und damit die Auslastung der bestehenden P+R-Plätze zu erhöhen, ist in Abhängigkeit von zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln die Umsetzung geeigneter Verbesserungsmaßnahmen an den vorhandenen P+R-Plätzen sinnvoll. Dazu gehören u.a.:
- Optimierung der Ausstattung der P+R-Plätzen (z. B. durch ausreichende Beleuchtung, Abfallbehälter und öffentliche WC-Anlagen, regelmäßige Reinigung und Instandhaltung, Ausstattung mit E-Ladeinfrastruktur, Einrichtung einer Mobilitätsstation mit E-Scooter- und Bike-Sharing, Informationsstele),
- Verbesserung der Wegweisung und Information zum P+R-Platz (z. B. durch einheitliche und durchgehenden P+R-Wegweisung im Stadtgebiet, Digitalisierung der P+R-Wegweisung, Bereitstellung der Informationen auf der städtischen Website, Flyer mit Hinweisen zum städtischen Angebot, Integration des P+R-Angebots in die ÖPNV-Fahrplanauskunft),
- Erhöhung der Attraktivität der ÖPNV-Anbindung (z. B. durch einheitliche Ausstattung der Haltestellen mit Fahrgastunterstand, dynamische Fahrgastinformation, Verbesserung der ÖPNV-Bedienung).
Es wird weiterhin empfohlen, sich bei einer Ausweitung von P+R in Braunschweig auf die drei neuen Bahnhaltepunkte Bienrode, Leiferde und Braunschweig-West zu konzentrieren. An diesen Stellen kann eine gute Verknüpfung der Mobilität in Braunschweig mit dem schienengebundenen ÖPNV in der Region erfolgen. Eine erhebliche Nachfrage ist zu erwarten. Diese Punkte sollten entsprechend des Handlungskonzepts attraktiv ausgebaut und betrieben werden. Eine Ergänzung mit B+R ist zweifelsfrei erforderlich.
Die Ergänzung von P+R in Volkmarode sollte im Zusammenhang mit der Aufgabe des P+R-Platzes in der Petzvalstraße weiterverfolgt werden.
Evaluation:
Zur Prüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen sowie Entwicklung der Auslastung der P+R-Plätze ist eine regelmäßige Evaluation der Auslastung der P+R-Plätze vorgesehen. Bei einer signifikanten Erhöhung der Auslastung der P+R-Plätze wird die Umsetzung weiterer Maßnahmen aus den Handlungsempfehlungen im P+R-Konzept (wie z.B. Neubau weiter P+R-Plätze oder Bewirtschaftung der P+R-Plätze) geprüft.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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131,1 MB
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