Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 25-26092
Grunddaten
- Betreff:
-
Dringlichkeitsanfrage: Auswirkungen der Insolvenz des DRK Kreisverbandes Braunschweig-Salzgitter
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- CDU-Fraktion im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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zur Beantwortung
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01.07.2025
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Diese Meldung schockte ganz Braunschweig und schlug ein wie die sprichwörtliche Bombe: Der Kreisverband Braunschweig des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie seine beiden Tochterunternehmen (DRK Sprungbrett gGmbH und die DRK Pflege und Betreuung gGmbH) haben laut eines Artikels der Braunschweiger Zeitung vom 19. Juni dieses Jahres die Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Vorständin Nicole Kumpis von ihrer Funktion freigestellt worden sein soll. Dies lässt darauf schließen, dass ihr die wirtschaftliche Misere angelastet wird.
Die teilweise Stilllegung des Seniorenheims in der Steinbrecherstraße im März 2023 sowie dessen Komplettschließung im Oktober 2024 ließen bereits aufhorchen und trieben Vielen die Sorgenfalten auf die Stirn. Die langfristigen Auswirkungen von Corona sowie deutliche Kostensteigerungen hatten die erste Schieflage der DRK-Tochter Pflege und Betreuung verursacht. Nun also weitere große finanzielle Probleme, die letztendlich zum Insolvenzantrag führten.
Auch wenn im genannten Artikel ausgeführt wird, dass der DRK-Kreisverband zum einen nicht pleite sei und zum anderen der komplette Geschäftsbetrieb weitergehe, drohen der Stadt Braunschweig auf zahlreichen Gebieten negative Auswirkungen: Das DRK betreut zahlreiche Kindergärten, ist wichtiger Bestandteil des Rettungsdienstes sowie des Krankentransportes und betreibt darüber hinaus mit der Sozialstation Am Queckenberg eine wichtige Anlaufstelle für Senioren und sozial Schwächere. Als Sachwalterin wurde die Hannoveraner Anwältin Stefanie Zukauf bestellt. Sie wird im BZ-Artikel dahingehend zitiert, dass „gute Chancen für eine langfristige Sanierung der DRK-Gruppe gegeben“ seien.
Dies wünscht man nicht nur dem Deutschen Roten Kreuz und seinen 450 Beschäftigten, die sich momentan berechtigte Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, sondern natürlich auch der Stadt Braunschweig. Doch wenn es um die Zukunft des DRK geht, dann wird diese sicherlich ohne Nicole Kumpis stattfinden. Kumpis, die gleichzeitig ehrenamtliche Präsidentin von Eintracht Braunschweig und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates der ausgegliederten Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA ist, bestätigte auf einer Veranstaltung des Vereins, dass man sich im Rahmen eines Aufhebungsvertrages auf eine Trennung geeinigt habe.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:
1. Drohen aus Sicht der Verwaltung weitere Einschränkungen im Bereich der Pflege?
2. Welche Nachteile drohen der Stadt Braunschweig in Bezug auf Rettungsdiensteinsätze und Krankentransporte?
3. Sind aus Sicht der Verwaltung Einschränkungen im Bereich der Kita-Betreuung zu befürchten?
Zur Dringlichkeit: Der entsprechende Artikel in der Braunschweiger Zeitung wurde erst am Donnerstag, dem 19. Juni dieses Jahres abgedruckt, die Frist zur Einreichung von Anfragen für die Ratssitzung am 1. Juli lief jedoch bereits am Mittwoch, dem 18. Juni 2025 ab.
