Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 25-26164
Grunddaten
- Betreff:
-
Fördergebiet "Soziale Stadt - Donauviertel": Erschließung und Attraktivierung des Wäldchens zwischen Ludwig-Winter-Straße und Am Queckenberg durch Angebote des Freizeitsportes
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün
- Beteiligt:
- 61 Fachbereich Stadtplanung und Geoinformation; 68 Fachbereich Umwelt; 20 Fachbereich Finanzen; 50 Fachbereich Soziales und Gesundheit
- Verantwortlich:
- Hanusch
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 221 Weststadt
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Anhörung
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28.08.2025
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Erledigt
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Ausschuss für Planung und Hochbau
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Entscheidung
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03.09.2025
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Erledigt
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Umwelt- und Grünflächenausschuss
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zur Kenntnis
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04.09.2025
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Beschlussvorschlag
Beschluss:
„Der Freiflächenplanung zur Erschließung und Attraktivierung des Wäldchens wird zugestimmt. Die Gesamtkosten betragen ca. 420.000 €. Die Kosten werden zu 2/3 aus Städtebaufördermitteln des Bundes und des Landes Niedersachsen finanziert. 1/3 verbleiben als städtischer Eigenanteil.“
Sachverhalt
Sachverhalt:
Beschlusskompetenz
Die Beschlusskompetenz des Ausschusses für Planung und Hochbau (APH) ergibt sich aus § 76 Abs. 3 NKomVG i. V. m. § 6 Nr. 4 lit. e der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig. Im Sinne dieser Zuständigkeitsnorm handelt es sich bei dem Vorhaben um eine Planung zum Einsatz von Fördermitteln in Fördergebieten.
Anlass
Am 6. Dezember 2016 wurde vom Rat beschlossen, das Donauviertel in der Weststadt als Fördergebiet im Sinne des § 171 e des Baugesetzbuches festzulegen. Die Sanierung verfolgt unter anderem das Ziel, das Wohnumfeld und die Außenanlagen aufzuwerten. Des Weiteren soll die räumliche und soziale Infrastruktur für Kinder, Familien und Senioren verbessert werden, um die Nutzungsvielfalt im Stadtteil zu erhöhen und den Zusammenhalt zu stärken. Die Erschließung und Attraktivierung des Wäldchens zwischen Ludwig-Winter-Straße und Am Queckenberg stellt eine für diese Zielsetzung zentrale Maßnahme dar.
Maßnahmenbeschreibung
Der vorliegende Entwurf sieht für die Umgestaltung der Freifläche folgende Planung vor:
Die langjährig gewachsene Grundstruktur der Fläche soll vorwiegend erhalten bleiben. Die vorhandene Wegeführung im östlichen Bereich wird geringfügig verändert und als Asphaltweg mit einer Wegebreite von 2,20 m zzgl. Wegebankette ausgebaut.
Um für die leicht geänderte Routenführung den notwendigen Raum zu schaffen, müssen einige Gehölze gerodet oder zurückgeschnitten werden. Im Vorfeld wurde hierzu ein Baumgutachten erstellt und eine Bewertung der Erhaltungswürdigkeit der Gehölze vorgenommen, um keine Bäume mit hoher ökologischer Wirkung zu schädigen bzw. zu entfernen. Das vorliegende Baumgutachten und eine intensive Sichtung des Baumbestandes, unter Abwägung der möglichen Routenverläufe, sind dabei in die Planung eingeflossen. Auf besonders wertvolle, klimaresistente und vitale Gehölze wird bei den durchzuführenden Fällungen besondere Rücksicht genommen und die Eingriffe auf das wegebautechnisch absolut notwendige Minimum reduziert.
Die Einmündung zur Ludwig-Winter-Straße wird ca. 10 bis 15 m nach Nordosten verlegt, um den neu entstehenden Schulhof der geplanten Grundschule zu umgehen. Die Anbindung an die südlich angrenzende Straße „Am Queckenberg“ wird nur durch eine einfache, nach Südwesten ausgerichtete Zuwegung erfolgen. Die vorhandene, zweite Einmündung wird nicht in der zuvor beschriebenen Bauweise ausgebaut, jedoch aufgrund der Nutzungsgewohnheiten als Trampelpfad bestehen bleiben. Mit dem Weg, der in der Mitte des kleinen Wäldchens vom Hauptweg nach Südosten abzweigt und in das angrenzende östliche Waldgebiet führt, wird ähnlich verfahren. Ein Ausbau ist nicht vorgesehen, ein Rückbau ebenfalls nicht.
Innerhalb der Fläche des kleinen Wäldchens werden entlang des neugestalteten Weges mehrere Freizeitsportbereiche integriert. So werden die an der Grenze zur Waldorfschule vorhandenen Betonbauwerke aus den 1920er Jahren wieder freigelegt und einer bewegungsorientierten Nutzung zugeführt. Die vorhandene, ca. 150 m² große „Betonwanne“ wird mit Tragschichtmaterial verfüllt und als Untergrund für eine Fallschutzfläche aus Holzhackschnitzeln vorbereitet. Auf der entstehenden Fläche werden mehrere künstliche Felsen als Klettermöglichkeit für Menschen jeden Alters aufgestellt. Die ca. fünf bis sechs Kunstfelsen mit bis zu 3 m Höhe werden aus Beton gefertigt und vom Design der Natur nachempfunden. Verbunden werden die Felsen untereinander mit bekletterbaren bzw. behangelbaren Netz- und Seilstrukturen.
Die benachbarte Betonrampe wird vollständig freigelegt, um ihre Kubatur und ihren ursprünglichen Zweck wieder erkennbar zu machen. Um den geschichtlichen Hintergrund der Fläche (Flughafen und Industriefläche) zu erläutern, wäre die Installation von Informationstafeln denkbar. In evtl. folgenden Bauabschnitten könnte diese historisch gewachsene urbane Struktur für weitere moderne Trendsport- oder Bewegungsangebote herangezogen und aufgewertet werden.
Im südlichen Bereich des neugestalteten Weges wird eine größere Parkour-Anlage entstehen und durch eine eigene Wegeführung an den Hauptweg angebunden. Diese bietet mit aufeinander abgestimmten Wandscheiben, Geländern, Hangelstangen und Sprungblöcken, in Höhenstaffelungen von 30 cm bis 3 m ein herausforderndes Sportangebot für agile Freizeitsporttreibende und leistungsorientierte Parkourläuferinnen und -läufer. Um ausreichend Bewegungsraum und Sicherheit zu gewährleisten wird die Fläche mit einem gebundenen Fallschutzboden ausgestattet und mit gepflasterten Wegen eingerahmt.
Entlang des zentralen Wegeabschnittes zwischen den Kletterfelsen und dem Parkourbereich wird ergänzend eine wegebegleitende Parkourstrecke mit einer Fülle an Hindernissen, von niederschwellig bis herausfordernd, integriert. Sie soll das Bewegungsangebot erweitern und die beiden Flächen auf sportlich herausfordernde Art und Weise miteinander verknüpfen. Dieses wegebegleitende Angebot ermöglicht auch Anfängern und weniger agilen Personen einen Einstieg in die angebotenen Sportarten: Vom Kinderspiel „Der Boden ist Lava“ bis hin zum Hindernislauf auf Zeit oder Parkour auf Wettkampfniveau werden dort unterschiedliche Nutzergruppen angesprochen.
Beteiligung
Zum Gabenzaunschluss im September 2024 wurde eine Kinder- und Jugendbeteiligung durchgeführt. Aufenthaltsmöglichkeiten sowie Gelegenheiten zum Balancieren und Klettern, aber auch ausgebaute Wege und der Erhalt von Rückzugsmöglichkeiten für Tiere im Wald gehörten zu den genannten Wünschen und werden mit der vorliegenden Planung berücksichtigt.
Darüber hinaus wurde im Zuge der Planung ein intensiver Austausch mit den zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern, insbesondere der Parkour-Community, geführt. Die Planung wurde auf die geäußerten Wünsche und Anregungen ausgerichtet.
Am 14.08.2025 wird eine Informationsveranstaltung zum aktuellen Planungsstand stattfinden.
Der Runde Tisch wird in seiner Sitzung vom 21.08.2025 beteiligt.
Kosten und Finanzierung
Die Kosten für die Neugestaltung des Wäldchens betragen ca. 420.000 €. Die Kosten werden zu 2/3 aus Städtebaufördermitteln des Bundes und des Landes Niedersachsen finanziert. 1/3 verbleiben als städtischer Eigenanteil (140.000 €). Entsprechende Finanzmittel sind im aktuellen Haushalt im Projekt „Soziale Stadt – Donauviertel (4S.610039)“ in den Haushaltsjahren 2025 und 2026 eingeplant.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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9 MB
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