Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 25-26524

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Der Fachbereich Stadtgrün hat die Technische Universität Braunschweig, Institut für Geoökologie, Zentrum für Landschaftsökologie und Umweltsystemanalyse, mit der Fortschreibung der Untersuchung zur gesamtstädtischen Baumüberschirmung (städtische und nicht-städtischen Flächen) beauftragt. Grundlage waren Luftbildbefliegungen aus den Jahren 2019 und 2024.

 

Der als Anlage beigefügte Bericht beschreibt die Vorgehensweise, die Ergebnisse und gibt Empfehlungen für weitere Untersuchungen.

 

Für das Jahr 2024 wurde eine Baumüberschirmung von 22,2 % der Stadtfläche ermittelt (4.269 ha). Im Jahr 2019 betrug die Überschirmung noch 22,4 % (4.309 ha). Innerhalb der bebauten Ortslagen ging die Baumüberschirmung im gleichen Zeitraum von 16,8 % auf 15,8 % zurück. Am niedrigsten sind die Werte in dicht besiedelten Stadtbereichen, etwa im Stadtkern mit lediglich 6,9 % Baumüberschirmung.

 

Die Ursachen dieser Rückgänge liegen vor allem in Baumfällungen entlang von Straßen, Schienen und Autobahnen, in Bautätigkeit und Nachverdichtung sowie im Absterben von Bäumen infolge von Trockenheit und Krankheiten. Die Stadt wirkt dem bereits entgegen, allerdings brauchen Ersatzpflanzungen im Rahmen von Bauprojekten mehrere Jahre um wieder die volle Abschirmungsgröße zu ersetzen und der Ersatz der hohen Trockenschäden der letzten Jahre ist noch in der Umsetzung. Es konnten in Waldgebieten, auf Aufforstungs- und Renaturierungsflächen sowie durch das Wachstum junger Bestände aber auch schon Zuwächse verzeichnet werden.

 

Im Rahmen einer ersten Erhebung aus 2011 war für die Stadtfläche ein Wert von 19 % Baumüberschirmung festgestellt worden (3.648 ha).

 

Aufgrund unterschiedlicher Datenbeschaffenheit wurde dabei mit einer Unterschätzung von rund 6 % gerechnet. Unter Berücksichtigung dieses Faktors ergab sich im Vergleich 2011 zu 2019 ein insgesamt positiver Trend. Zwischen 2019 und 2024 ist die Baumüberschirmung in der Gesamtstadt nur leicht, in einigen Ortslagen jedoch deutlicher zurückgegangen.

 

Trotz den Herausforderungen welche neben Dürreperioden, Hitzestress auch in eingeschleppten Krankheiten bestehen konnte die Baumabschirmung stadtweit nahezu stabil gehalten werden. Wichtig ist dabei auch die Zusammensetzung des Baumbestandes anzupassen. Braunschweig setzt daher bei der Nachpflanzung auf Arten und Sorten, die besser an das Klima der Zukunft angepasst sind.

 

Mit dem Vergleich der Untersuchungen aus 2019 und 2024 liegt der Stadt nunmehr ein Instrument vor, das die Entwicklung der gesamtstädtischen Baumüberschirmung sichtbar macht und zudem sogar kleinräumige Analysen bis auf die Ebene der statistischen Bezirke ermöglicht. Damit können gezielt jene Bereiche identifiziert werden, die bei der Ausstattung mit Bäumen vorrangig zu berücksichtigen wären bzw. Defizite aufweisen.

 

Diese Erkenntnisse sind eine wichtige Grundlage für Maßnahmen zur Klimaanpassung, laufende Projekte der Stadtplanung und auch im Zusammenhang mit der Aufstellung des städtischen Hitzeschutzaktionsplans von besonderer Bedeutung.  

 

Hierbei ist zu prüfen, welche Potenziale zur Erhöhung der Baumüberschirmungsflächen auf städtischen Flächen – insbesondere in den Ortslagen – bestehen, welche Bereiche zu priorisieren wären und wie private Eigentümer über bestehende Förderprogramme hinaus stärker ermutigt werden könnten, ihre Flächen mit klimawirksamem Grün auszustatten.

Für die Zukunft wird empfohlen, das Monitoring der Baumüberschirmung in einem Fünf-Jahres-Rhythmus fortzuführen.

 

Die Durchführung im August hat sich dabei als geeigneter Zeitpunkt erwiesen, um die Vergleichbarkeit der Daten sicherzustellen.

 

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Anlagen

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