Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 25-26181
Grunddaten
- Betreff:
-
Umgestaltung Spielplatz Kutheweg
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün
- Beteiligt:
- 51 Fachbereich Kinder, Jugend und Familie
- Verantwortlich:
- Hanusch
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 211 Braunschweig-Süd
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Entscheidung
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21.08.2025
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Die Beschlusskompetenz des Stadtbezirksrates ergibt sich aus § 93 Abs. 1 NKomVG. Im Sinne dieser Zuständigkeitsnorm handelt es sich bei dem Vorhaben um eine Maßnahme zur Unterhaltung und Ausgestaltung einer Grünanlage, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hinausgeht.
Der Spiel- und Bolzplatz Kutheweg befindet sich im Stadtteil Stöckheim und verfügt über eine Gesamtfläche von rund 2800 m². Der Spielplatz liegt ruhig innerhalb eines Wohngebiets. Er gliedert sich in einen separat abgegrenzten Bolzbereich mit Fußball- und Basketballangebot im nördlichen Bereich sowie einen Spielplatz im südlichen Teil. Letzterer soll im Zuge der Sanierung neugestaltet werden.
In seiner Grundstruktur besteht der Spielplatz seit den 1990er Jahren. Aktuell bietet der Spielplatz ein kleines Spielangebot, das den heutigen Anforderungen an moderne Spielplätze nicht mehr gerecht wird. Bereits in den letzten Jahren wurden einige Spielgeräte für jüngere Kinder entfernt. Eine zeitnahe Umgestaltung der Spielflächen ist daher notwendig. Weiterhin muss der mittlerweile in die Jahre gekommene Freizeitweg, der über den Spielplatz verläuft, dringend ertüchtigt werden, da er gerade in Zeiten mit feuchtem und nassem Wetter kaum noch passierbar ist. In diesem Zusammenhang wird der Weg zu einem zwingend benötigten Rettungsweg ausgebaut. Dieser Ausbau steht in Zusammenhang mit der Beschaffung des Mobildeiches in Bereich Rüninger Weg/Kutheweg. Im Falle der Aufstellung des Deiches wäre der Kutheweg für Feuerwehr und andere Rettungsfahrzeuge nicht mehr erreichbar. Die Errichtung eines Rettungsweges über den Spielplatz ist daher dringend erforderlich.
Im Rahmen von Neugestaltungen von Kinderspielplätzen ist es mittlerweile üblich, ein Beteiligungsverfahren mit den ortsansässigen Kindern durchzuführen, welches am 06.08.2025 stattgefunden hat. Die Ergebnisse der Kinderbeteiligung dienen als Grundlage für die Neugestaltung.
Die Wünsche der Kinder, die seitens der Verwaltung als umsetzbar eingestuft wurden, sind:
- Klettern
- Balancieren und hangeln
- Schaukeln
- Tunnelrutsche
- Sprunggerät
- Reckstange
- Tischtennis
- Taktile Elemente
Im Rahmen der Umgestaltung können alle geäußerten Wünsche umgesetzt werden. Darüber hinaus wurde seitens der anwesenden Eltern der Wunsch nach Aufenthaltsflächen und Sitzgelegenheiten nahe der Spielbereiche geäußert. Auch diese Wünsche konnte die Verwaltung aufgreifen und in der Planung berücksichtigen.
Geplante Neugestaltung des Spielplatzes
Die Neugestaltung des Spielplatzes erfolgt unter dem Leitthema „Dschungel-Expedition“.
Das Thema zieht sich als roter Faden durch alle Spiel- und Aufenthaltsbereiche und bietet Kindern eine fantasievolle, abwechslungsreiche und naturnahe Spielwelt.
Der Schwerpunkt liegt auf einem altersgerechten Angebot für Kinder von 6 bis 12 Jahren, welches die Ergebnisse der Kinderbeteiligung aufgreift. Bestehende Angebote für Jugendliche bleiben erhalten und werden gezielt weiterentwickelt.
Der Entwurf gliedert den Spielplatz in fünf unterschiedliche Themenzonen:
● Forschungsstation – Experimentieren, Entdecken, Beobachten (3–12 J.)
● Abenteuer-Zone – große Kletter- und Rutschenlandschaft (6–14 J.)
● Jugendspielbereich am Sport-Court – Treffpunkt und kleine Sportangebote
(ab 14 J.)
● Entdeckungsstation – Sandspielbereich für kleinere Kinder (3–6 J.)
● Kletteraffen-Pfad – Balancieren, Hangeln, Schwingen (4–14 J.)
Bereich Nord:
Forscherstation im Hain (Ehemaliger Aufenthaltsbereich)
Der von Gehölzen umrahmte frühere Aufenthaltsbereich wird zu einem kleinen „Dschungel-Forschungslager“. Ausgestattet mit Findlingen zum Sitzen, Balancieren und Klettern können Kinder hier mithilfe robuster Geräte naturwissenschaftliche Phänomene erforschen.
Die ruhige Lage in Gehölzumgebung bietet zugleich einen Rückzugsraum für konzentriertes Spielen und Beobachten.
Abenteuer-Zone (Zentraler Spielbereich)
Herzstück ist der „Dschungel-Turm“ – eine mehrstufige Kletterkombination aus Robinienholz und Seilwerk mit Podesten bis zu vier Metern Höhe. Unterschiedliche Aufstiege mit Netzen, einer Rampe mit Tau und Kletterseil sowie eine große Wendel-Röhrenrutsche erfüllen zentrale Wünsche aus der Kinderbeteiligung.
Der gesamte Bereich wird mit Holzhackschnitzeln als Fallschutzmaterial ausgestattet, welches sowohl über falldämpfende Eigenschaften verfügt, als auch eine barrierefreie Nutzung ermöglicht, sodass sich auch körperlich eingeschränkte Kinder am Spiel beteiligen können.
Ergänzend entstehen:
● Eine Partner-Seilschaukel
● Eine dreifache Reckstangen-Kombination mit verschiedenen Höhen
● Ein bodenintegriertes Trampolin
Jugendspielbereich am Sport Court
Der Zugang zum bestehenden Bolz- und Basketballbereich wird durch Sitzmöglichkeiten und eine Tischtennisplatte aufgewertet. So entsteht ein Treffpunkt für ältere Kinder, Jugendliche und begleitende Erwachsene.
Bereich Süd:
Entdeckungsstation (Kleinkind-Sandspiel-Bereich)
Auf der südlich gelegenen ,,Sandinsel’’ wird der bestehende Sandspielbereich für Kleinkinder erneuert und um eine Sandspiel-Kombination sowie taktile Elemente ergänzt. Hier können die Kinder über verschiedene Sandschütten und Rohre im gemeinsamen Spiel mit Gleichaltrigen haptische Erfahrungen mit Sand sammeln. Verschiedenstufige Podeste sowie ein integrierter Backtisch ermöglichen vielfältige Nutzungen.
Entlang des Sandspiel-Bereichs rahmen in der Höhe gestufte Palisaden die Sandfläche ein und bieten dadurch neben einer optischen Abgrenzung eine Gelegenheit, zu balancieren und zu sitzen. Ergänzend wird hier eine Tisch-Bank-Kombination installiert, um eine attraktive Aufenthaltsfläche für Begleitpersonen zu schaffen.
Kletteraffen-Pfad
Auf der südöstlich gelegenen Rasenfläche entsteht ein Niedrigseil-Parcours zum Thema „Dschungel“, bestehend aus Elementen zum Balancieren, Hangeln, Schwingen und Klettern. Dieser erstreckt sich inmitten der Rasenfläche zwischen den Gehölzen und nutzt bewusst die topografischen Gegebenheiten des Ortes.
Durch die Anordnung und den offenen Zugang zu den Elementen wird ein flexibles Spielangebot mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen geschaffen, das Kinder unabhängig ihrer motorischen Fähigkeiten dazu einlädt, aktiv, explorierend und eigenständig am Spiel teilzunehmen und sich an unterschiedlichen Schwierigkeitslevel auszuprobieren.
Hölzerne Tierskulpturen zum Leitthema ergänzen das Spielangebot, schaffen damit eine besondere Atmosphäre und laden zum fantasievollen, freien Rollenspiel ein.
Allgemeine Gestaltungsprinzipien
Die bestehende Raumgliederung sowie raumbildende Elemente wie Geländemodellierung, Wegeführung und Gehölzbestand bleiben weitgehend erhalten.
Die Wege werden erneuert und die einzelnen Spielbereiche durch Farben, Materialien und Symbole – wie Holzskulpturen von Tieren – strukturell voneinander abgegrenzt. Dies sorgt für klare Orientierung, auch für Personen mit eingeschränkter Wahrnehmung.
Die Materialwahl orientiert sich am Leitthema „Dschungel“: Naturholz, Findlinge und Seilwerk schaffen eine unverwechselbare Atmosphäre und werden zusätzlich bereichert durch Motive aus der Tier- und Pflanzenwelt des Dschungels. Grüntöne und natürliche Strukturen verstärken den thematischen Bezug.
Auch die Wegeverbindungen werden modernisiert. Die Hauptquerung in West–Ost-Richtung wird als befestigter Weg mit einer Breite von 3,5 Metern als Rettungsweg für die angrenzenden Wohnhäuser ausgebaut, um eine bessere Durchquerung und die Befahrbarkeit für Einsatzfahrzeuge zu gewährleisten. Um den Weg weniger breit erscheinen zu lassen, wird der Weg am südlichen Rand als Rasenwabenstein ausgebildet und verschwimmt so optisch mit der Rasenfläche. Für die Feuerwehr belibt dieser Streifen aber weiterhin belast- und damit befahrbar.
Die Entwurfsplanung lag dem Behindertenbeirat vor.
Die Kostenschätzung für die Umsetzung der Umplanung beträgt rund 200.000 € brutto.
Finanzmittel stehen im Teilhaushalt des Fachbereiches Stadtgrün in ausreichender Höhe zur Verfügung.
Nach erfolgtem Beschluss durch den Stadtbezirksrat kann das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren starten. In Abhängigkeit der vergaberechtlich vorgeschriebenen Fristen sowie der gegenwärtigen Lieferzeiten der geplanten Geräte kann mit einer Umsetzung der Maßnahme voraussichtlich frühestens im 1. Quartal 2026 gerechnet werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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9,8 MB
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