Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 25-26374

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Sachverhalt

Sachverhalt:
Die CTC-Befragung („Communities That Care“) ist ein wichtiges Instrument zur Erhebung von Daten über das Aufwachsen, die Lebenssituation und Risikofaktoren von Kindern und Jugendlichen in Braunschweig. Sie dient als Grundlage, um Bedarfe und Handlungsfelder frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen in Prävention, Schule und Jugendarbeit gezielt zu planen.

Die letzte Befragung wurde im Jahr 2022 durchgeführt. Die Ergebnisse wurden den betroffenen Gremien damals leider erst stark verzögert (fast ein Jahr nach der Befragung) und teilweise verteilt auf mehrere Sitzungen präsentiert und zeigten in mehreren Bereichen besorgniserregende Entwicklungen:

Problemverhalten / Gewalt: 6,8 % der Befragten gaben an, in den letzten 12 Monaten jemanden bedroht zu haben – rund 6 % mehr als zwei Jahre zuvor. Auch andere Gewaltformen wie Angriffe oder Beteiligung an Prügeleien lagen auf einem hohen Niveau.

Erfahrungen von Partnergewalt: 30,8 % der Jugendlichen berichteten, in den letzten 12 Monaten mindestens eine Form von Partnergewalt erlebt zu haben. Das entspricht einem Anstieg von 8 % gegenüber der vorherigen Befragung.

Psychische Gesundheit: Ein hoher Anteil der Jugendlichen gab depressive Gedanken oder Ängste an. Besonders gravierend: 81,6 % der sich als divers definierenden Jugendlichen und 42,7 % der weiblichen Befragten stimmten der Aussage „Mein Leben ist nichts wert“ zu. Diese Werte deuten auf eine erhebliche psychische Belastung hin.

Einstellungen zu Demokratie: 6,4 % der Befragten stimmten der Aussage zu „Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland mit starker Hand regiert“ – eine Verdopplung im Vergleich zu dem Ergebnis zwei Jahre zuvor.

Befragungsrhythmus: Der Befragungszyklus wurde inzwischen von zwei auf drei Jahre verlängert, wodurch aktuelle Entwicklungen seltener erfasst werden.

Bereits vor den Sommerferien 2025 wurde die CTC-Befragung in Braunschweig an den teilnehmenden Schulen abgeschlossen. Seitdem liegen noch keine Ergebnisse vor. Angesichts der Dringlichkeit, auf bestehende Problemlagen zeitnah reagieren zu können, ist es für Politik, Verwaltung, Schulen und Jugendhilfe von hoher Bedeutung, die aktuellen Daten schnellstmöglich zu kennen.

Vor diesem Hintergrund stellen wir folgende Fragen:

1. Wann ist mit der Vorlage und Präsentation der Ergebnisse der CTC-Befragung 2025 im Schulausschuss zu rechnen?

2. Welche Gründe führten 2022 zu der Verzögerung bei der Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse?

3. Welche Maßnahmen plant die Verwaltung, um bei der vorliegenden und auch bei zukünftigen Befragungen eine zeitnähere Auswertung und Bereitstellung der Daten sicherzustellen?  

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