Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 25-26241-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Handlungskonzept Kinderarmut
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 0500 Sozialreferat
- Verantwortlich:
- Dr. Rentzsch
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Jugendhilfeausschuss
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zur Kenntnis
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28.08.2025
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zur Anfrage der Fraktion Bündnis 90 – DIE GRÜNEN vom 7. August 2025 [DS 25-26241] nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:
Zu Frage 1:
Der Workshop am 13. August 2025 hat erneut gezeigt, dass sich Kinderarmut in den bereits sieben bekannten Stadtteilen der Stadt Braunschweig weiter verfestigt hat. Insgesamt leben dort 60 % aller Minderjährigen in SGB II-Haushalten.
Der strukturelle Ansatz, sich gezielt auf diese Stadtteile mit besonderem Handlungsbedarf durch quartiersnahe Angebote und Maßnahmen unter Einbezug des gesamten sozialen Umfeldes zu fokussieren, wurde von allen Beteiligten daher ausdrücklich befürwortet.
Der Fokus im ersten Teil des Workshops lag auf drei Feldern des Handlungskonzeptes:
- Adressat:innen
Diskutiert wurde hier der Wunsch, Fachkräfte stärker in den Fokus zu nehmen, um „Armutssensibilität“ zu fördern. Auch Familien und Kinder mit Migrationshintergrund sollen im Handlungskonzept (Idee: Stadtteilmütter/Peer to Peer-Ansatz) besonders berücksichtigt werden. Kindertagesstätten müssen gestärkt werden, bspw. um den frühen Bildungsauftrag umzusetzen sowie die Schulreife/Bildungschancen für alle sicherzustellen und zu fördern.
- Themen
„Ungleiches ungleich behandeln“ als Überschrift. Kinder und ihr Wohlergehen im Stadtteil sollen in den Mittelpunkt gestellt werden. Wunsch: Eine Bestandsaufnahme (Zahlen, Fakten) und realistische, umsetzbare Lösungen erarbeiten, Eltern, Politik, Träger, Verwaltung und Schulen beteiligen.
- Stadtteile
Als Stadtteile mit hohem Handlungsbedarf wurden vor allem die Weststadt/Westliches Ringgebiet (hier war die Priorisierung auf 2 Stadtteile vorgegeben), aber auch das Siegfriedviertel/Schwarzer Berg genannt.
Im zweiten Teil des Workshops standen die Strukturen und die Öffentlichkeitsarbeit für den Braunschweiger Fonds für Kinder und Jugendliche als ein zentrales Instrument des Handlungskonzeptes im Mittelpunkt. Festgestellt wurde, dass es einer Evaluation und Neuausrichtung des Beirates bedarf (Aufgaben, Auftrag, Zusammensetzung) und einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit für den Fonds sowie für das Handlungskonzept Kinderarmut.
Weitere Ergebnisse aus dem Workshop werden im Präventionsnetzwerk Kinderarmut im November 2025 vorgestellt.
Zu Frage 2:
Für die Evaluation des Handlungskonzeptes Kinderarmut wurden 20.000 Euro Haushaltsmittel bereitgestellt. Diese werden für eine wissenschaftliche Begleitung des gesamten Prozesses (Konzeption, Auswertung und Ableitung von Handlungsempfehlungen inklusive Online-Befragung) sowie für die Konzeption, Moderation, Durchführung und Auswertung der dazugehörigen Veranstaltungen (Workshop am 13. August 2025, Präventionsnetzwerk am 6. November 2025) verwendet. Ergänzt werden diese Tätigkeiten durch die Erstellung und Publikation eines Berichts zur Umsetzung des Handlungskonzepts unter Mitwirkung der verantwortlichen Fachbereiche der Stadt Braunschweig. Neben dieser Bestandsaufnahme enthält der Bericht die bereits genannten Ergebnisse (vom 13. August und 6. November) und weitere Studien zum Thema Kinderarmut in Braunschweig. Einfließen werden ebenfalls Arbeitsergebnisse des Jugendrings e. V. und des Mütterzentrums/Mehrgenerationenhauses. Somit fällt dieser Zwischenbericht wesentlich umfangreicher aus als im Jahr 2017.
Zu Frage 3:
Von August 2025 bis Oktober 2025 werden die Ergebnisse des Workshops und der Online-Befragung ausgewertet und bewertet.
Am 6. November 2025 findet das Präventionsnetzwerk Kinderarmut statt. Hier erfolgt die Präsentation und Reflexion zur strukturellen Umsetzung des Kommunalen Handlungskonzepts (Zusammensetzung Netzwerk, Gremien, quantitative und qualitative Verankerung von Handlungsansätzen, Zielerreichung).
Im Frühjahr 2026 wird der Bericht zur Evaluation des Kommunalen Handlungskonzepts Kinderarmut und zum Erreichungsgrad der Umsetzung sowie Erweiterung der Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Er wird sowohl der Öffentlichkeit als auch den politischen Gremien vorgestellt.
