Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 25-26778
Grunddaten
- Betreff:
-
Zwischenbericht über die Zukunftsregion SüdOstNiedersachsen
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 0120 Referat Stadtentwicklung, Statistik, Vorhabenplanung und Wahlen
- Beteiligt:
- DEZERNAT VI - Wirtschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Werner
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Wirtschaftsausschuss
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zur Kenntnis
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14.11.2025
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Seit 2023 ist Braunschweig Teil des Projektverbunds Zukunftsregion SüdOstNiedersachsen und agiert in diesem Rahmen als Lead-Partner (DS 22-18859). Braunschweig engagiert sich damit gemeinsam mit den Städten Salzgitter und Wolfsburg, den Landkreisen Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine und Wolfenbüttel, der Allianz für die Region GmbH sowie dem Regionalverband Großraum Braunschweig für eine zukunftsfähige Region. Entwicklungsimpulse sollen durch die Initiierung neuer Förderprojekte erfolgen, die aus der Richtlinie "Zukunftsregionen in Niedersachsen" finanziert werden.
Die Verwaltung informiert mit diesem Zwischenbericht über den aktuellen Stand der Zukunftsregion, insbesondere im Hinblick auf laufende und geplante Projekte.
Hintergrund
Mit dem Förderprogramm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ unterstützt das Land attraktive Lebensverhältnisse in allen Landesteilen. In der Zukunftsregion SüdOstNiedersachsen (SON) werden, basierend auf dem gemeinschaftlich erarbeiteten Zukunftskonzept, in interkommunaler Zusammenarbeit die Handlungsfelder „Regionale Innovationsfähigkeit“ und „CO₂-arme Gesellschaft und Kreislaufwirtschaft“ bearbeitet. Das Zukunftskonzept definiert dabei drei Leitprojekte: „Gemeinsame regionale Energiestrategie“, „Regionales Konzept Flächen- und Wassermanagement“ und „Regionales Innovations- und Transformationsmanagement“. Bis 2028 stehen rund 5,5 Mio. EUR EU-Fördermittel (EFRE, Förderquote 40 %) zur Verfügung. Das beim Regionalverband Großraum Braunschweig für diese Aufgabe angesiedelte Team des Regionalmanagements nahm am 01.01.2023 seine Arbeit auf. Der erste Förderbescheid wurde im Februar 2025 überreicht.
Aktueller Stand
Seit Arbeitsaufnahme des Regionalmanagements konnten zahlreiche regionale Akteurinnen und Akteure eingebunden, Netzwerke aufgebaut und Projektideen entwickelt werden. Die Zukunftsregion fördert über verschiedene Formate die interkommunale und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Derzeit sind rund 30 % der verfügbaren Fördermittel (ca. 1,5 Mio. EUR) mit bewilligten oder beantragten Projekten gebunden. Weitere Vorhaben mit unterschiedlicher Projektreife befinden sich in der Vorbereitung.
Laufende Projekte und Förderanträge
Projekt | Gesamtkosten |
EWAZ Technologietransfer (Energie- und Wasserwirtschaft) | 2.400.000,00 € |
InnoREG | Innovationsscouting | 367.580,25 € |
KRAFT | Kreatives digitales Storytelling für die Sichtbarkeit von Kleinen | 306.770,00 € |
Regionales Energiekonzept | 271.992,00 € |
Wasserstoffnetzwerk SON | 240.500,00 € |
TraSti | Transformationsstipendien | 588.240,00 € |
Runder Tisch „Speichertechnologie“ | 400.00,00 € |
Machbarkeitsstudie „Kreislaufwirtschaftspotenziale“ | 66.307,00 € |
InnoNetz Wasser (Netzwerk Bewässerungs- und Wasserspartechnologien) | 400.000,00 € |
Die Stadt Braunschweig beteiligt sich derzeit an zwei Projekten:
InnoReg – Innovationsregion SüdOstNiedersachsen
Ziel des Projekts ist die Förderung des Wissens- und Technologietransfers, die Unterstützung von Unternehmen bei Innovationsprozessen sowie der Aufbau regionaler Innovationsnetzwerke (DS 24-24553). Der Zuwendungsbescheid wurde am 08.10.2025 an die Projektpartner übergeben.
Wasserstoffnetzwerk SON
Ziele des Projekts sind der Aufbau eines regionalen Netzwerks zur Wasserstoffwirtschaft, die Erarbeitung eines Infrastrukturkonzepts zur Hebung von Wasserstoff-Potenzialen in unserer Region sowie die Initiierung von Kooperationen zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen – ausgehend vom Wasserstoff Campus Salzgitter e. V. (DS 25-25167). Das Projekt befindet sich nach erfolgreichen Abstimmungen zwischen den beteiligten kommunalen Akteuren und dem Fraunhofer IST nun in der Beantragung.
Zwischenfazit
Das Förderprogramm bietet für die Region große Entwicklungspotenziale – insbesondere durch die verstärkte Zusammenarbeit der Partnerkommunen, die fachliche Unterstützung des Regionalmanagements und die Bereitstellung von EU-Mitteln. Dennoch zeigt sich, dass das Förderprogramm aufgrund seiner Komplexität auch Herausforderungen mit sich bringt. Analog zum Förderprogramm Resiliente Innenstädte mussten Gremien (Koordinierungs- sowie Steuerungsgruppe) für die aufwändigen Abstimmungs- bzw. Antragsprozesse etabliert werden. Das Antragsverfahren ist dabei langwierig und komplex. Herausfordernd bleibt mit Blick auf die aktuelle Haushaltslage in den Kommunen die geringe Förderquote von 40 %, wenngleich finanzschwache Kommunen eine zusätzlich Kofinanzierung beim Land beantragen können. Diese Punkte werden regelmäßig an das Land Niedersachsen gespiegelt und im Austausch mit anderen Zukunftsregionen diskutiert.
Ausblick
Der Schwerpunkt für das kommende Jahr 2026 liegt auf der Projektentwicklung, um weitere Vorhaben zur Förderreife zu bringen und die verfügbaren Mittel vollständig zu binden bzw. abzurufen. Die Stadt Brauschweig unterstützt dabei das Regionalmanagement in seiner Arbeit und versucht eigenständig, weitere Projektideen für das Programm zu identifizieren.
Die Nutzung der Fördermittel, selbst wenn die Rahmenbedingungen aufgrund der Vorgaben des Fördermittelgebers erhebliche Kapazitäten binden, ist für die Region sehr wichtig. Denn territoriale Förderinstrumente, wie das Programm „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ sind entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen, da sie gezielt Standortnachteile ausgleichen, Beschäftigung fördern und nachhaltiges Wachstum ermöglichen. Sie helfen Regionen, ihre wirtschaftlichen Potenziale zu entfalten und den Anschluss an gesamtwirtschaftliche Entwicklungen zu halten. Der Strukturwandel und die Transformation hin zu nachhaltigeren, resilienteren Geschäftsmodellen wird dabei nur durch integrierte und kooperative Ansätze gelingen. Die geförderten Kooperationsprojekte in unserer Zukunftsregion können hierbei einen wichtigen Beitrag leisten.
Die Verwaltung wird Ende 2026 erneut über den aktuellen Stand der Zukunftsregion SON informieren bzw. die Ratsgremien im Falle weiterer Projektbeteiligen einbeziehen.
