Rat und Stadtbezirksräte
Antrag (öffentlich) - 25-26663
Grunddaten
- Betreff:
-
Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen
- Verantwortlich:
- Frau Buchholz (BIBS)/Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtbezirksrat 322
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 322 Nördliche Schunter-/Okeraue
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Entscheidung
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28.10.2025
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Beschlussvorschlag
Beschluss:
Der Stadtbezirksrat 322 bittet die Verwaltung, erneut alle Möglichkeiten auszuloten, die durch die Beschlüsse der Verbandsversammlung des Regionalverband Großraum Braunschweig (RGB) vom 18.09.2025 ausgelösten Einschränkungen im Regiobus-Angebot auszugleichen, so dass das bisherige ÖPNV-Angebot der Linie 434 im vollen Umfang erhalten bleibt. Dies soll nicht nur die Quantität (Taktung) sondern auch die Qualität betreffen. Das heißt, dass keine weiteren regulären Fahrten durch ALT-Fahrten ersetzt werden.
Sachverhalt
Sachverhalt:
Im Stadtbezirk 322 werden die Ortsteile Harxbüttel und Thune durch die BSVG ausschließlich durch die Regiobuslinie 434 versorgt. Hiermit erreichen die Bürgerinnen und Bürger die Endhaltestelle der Tramlinie 1 zur Weiterfahrt in Richtung Innenstadt sowie die Geschäfte und Arztpraxen entlang der Hauptstraße in Wenden. Die Menschen in Wenden können dementsprechend auf zwei Linien – Bus und Tram – zurückgreifen. Besonders für die in ihrer Mobilität eingeschränkten Personen ist aber auch hier die Linie 434 für den Busverkehr auf der Hauptstraße von Bedeutung.
Es ist mit dem aktuell gültigen Stundentakt schon jetzt nicht immer einfach, den Einkauf oder den Arztbesuch zu absolvieren. Fährt der Bus nur noch alle zwei Stunden, wird dies ungleich schwieriger. Laut Drucksache 25-26529 sollen für die ausfallenden Fahrten in den Randzeiten zusätzliche ALT-Fahrten angeboten werden. Hierzu ist anzumerken, dass eine Fahrt mit dem Anruflinientaxi qualitativ nicht mit einer normalen Busfahrt zu vergleichen ist, da sie nicht spontan stattfinden kann. Das Anruflinientaxi muss mindestens eine halbe Stunde vor Abfahrt bestellt werden. Wenn jemand also z.B. am Rathaus in die Linie 1 einsteigt, ist es schon zu spät, ein Anruflinientaxi für den Heideblick zu bestellen. Fahrten nach Harxbüttel und Thune müssen ganz anders geplant werden, als Fahrten in weiten Teilen des Stadtgebietes. Ein Abbau des ÖPNV-Angebots bedeutet hier in gewissem Maße also auch einen Verlust an Lebensqualität.
Es geht an dieser Stelle aber auch um den Klimaschutz: Die Stadt Braunschweig hat ein Klimaschutzkonzept erstellt, nach dem sie möglichst im Jahr 2030 klimaneutral sein möchte. Um dieses Ziel erreichen zu können, bedarf es unter anderem einer Verkehrswende, was im Mobilitätsentwicklungsplan der Stadt Braunschweig festgehalten wurde. Hier wird eine Verbesserung des ÖPNV`s und eine Erhöhung dessen Anteils am Gesamtverkehrs-aufkommen angestrebt. Eine Einschränkung, wie sie momentan geplant ist, läuft diesen Bestrebungen zuwider.
Grundsätzlich ist sehr wohl klar, dass es sich hier um ein Finanzierungsproblem handelt. Es darf aber nicht übersehen werden, dass im städtischen Haushalt Gelder für Verkehrsbereiche vorhanden sind, die ebenso defizitär sind, aber keineswegs der Einhaltung der Klimaziele dienen, sondern ihnen entgegenstehen.
Wir bitten daher darum, noch einmal intensiv nach Lösungen zu suchen, die eine erneute Einschränkung des Angebotes der Linie 434 verhindern.
gez.
Astrid Buchholz
