Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 25-26847

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Hintergrund:

Das südöstlich des Hauptbahnhofs gelegene Fördergebiet Bahnstadt umfasst ein 82 ha großes Gebiet inmitten eines ca. 300 ha umfassenden Verflechtungsraumes rund um den Hauptbahnhof. Als zentrales Entwicklungsgebiet der Stadt Braunschweig sollen in der Bahnstadt attraktive und lebenswerte Stadtquartiere geschaffen werden, die sowohl den Herausforderungen des Klimawandels begegnen und darüber hinaus Lebensräume für Flora und Fauna bieten.

 

Sachverhalt:

Um diese Ziele zu erfüllen, wurde im Rahmen einer dezernatsübergreifenden Projektgruppe gemeinsam mit dem Düsseldorfer Büro Kraft.Raum ein „Konzept zur Regenwasserleitplanung und Hitzeanpassung, Strategie zur Biodiversität und Stadtnatur“, im Weiteren als „Schwammstadt- und Stadtnaturkonzept“ bezeichnet, für das Fördergebiet „Bahnstadt – Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ inklusive näherem Verflechtungsraum erarbeitet.

 

Das Schwammstadt- und Stadtnaturkonzept ist ein urbaner Ansatz, der darauf abzielt, zwei wesentliche Herausforderungen der Klimaanpassung in dicht besiedelten Städten zu adressieren: die zunehmende Häufigkeit von Starkregenereignissen sowie langanhaltende Trocken- und Hitzeperioden. Stadtquartiere werden dabei so gestaltet, dass sie wie ein Schwamm überschüssiges Regenwasser aufnehmen und es bei Bedarf langsam wieder abgeben. Parallel dazu verfolgt das Stadtnaturkonzept das Ziel einer naturorientierten Stadtentwicklung, bei der Biodiversität aktiv gefördert wird.

 

Im ersten Teil des Schwammstadt- und Stadtnaturkonzepts werden die vorhandenen Grundlagen in einer Bestandsanalyse zusammengestellt und daraufhin die Leitziele der Umsetzung für eine klimaangepasste und klimagerechte Quartiersentwicklung dargelegt.

Aus den Leitzielen entwickeln sich übertragbare, wassersensible Bausteine, die die Stadtnatur stärken und der Klima- und Hitzeanpassung zu Gute kommen.

 

Dem Schwammstadtkonzept werden zwei Varianten zugrunde gelegt. Diese beiden Varianten S und L werden gegenübergestellt und in der Variante L die Wechselwirkungen mit dem Stadtnaturkonzept aufgezeigt.

 

Die Variante S orientiert sich an bestehenden Standards (z.B. Straßenraumprofile) und ist kurzfristig umsetzbar. Variante S ist weniger nachhaltig, unter anderem durch höhere Investitionskosten beim Hochbau (Statik) und weniger verfügbaren Grün- und Überflutungsflächen, wodurch kostenintensivere Maßnahmen (Kanalisation, Tiefbeetrigole statt Mulde) ausgewählt werden müssen, um das Wasser zu bewirtschaften. Platzsparende, auf dem Grundstück selbst umsetzbare Lösungen sind erforderlich.

 

Variante L ist die langfristige Zielvariante und setzt auf Synergien zwischen Stadtnatur, Klimaanpassung und Regenwassermanagement. Sie priorisiert Freiraumnutzung und eine vollständige Abkopplung der Dachflächen vom Kanalnetz, mit Ableitung des Niederschlags in Grün- oder Straßenräume. In den Straßenräumen werden dezentrale sowie naturnahe Maßnahmen umgesetzt, die den anfallenden Niederschlag aufnehmen können.

 

Exemplarische Darstellungen – sog. Lupen – von Beispielorten in der Bahnstadt verdeutlichen im Konzept die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten und machen die unterschiedlichen Ansätze vergleichbar. Das Konzept bietet darüber hinaus einen Einblick in den Katalog von umsetzungsfähigen Maßnahmen für die Bereiche Stadtnatur, Stadtklima, Schwammstadt und den Prozess der Umsetzung.

 

Neben dem vorliegenden Handout (Anlage 1) zum Schwammstadt- und Stadtnaturkonzept wird parallel eine Langfassung erarbeitet. Auf Grundlage der 2022 vom Rat der Stadt beschlossenen Rahmenplanung soll das Konzept die Basis für die weitere Entwicklung bilden, Impulse für die Umsetzung im Bereich der Bahnstadt und des Verflechtungsraumes sowie darüber hinaus für das gesamte Stadtgebiet setzen.

 

Öffentlichkeitsbeteiligung:

Bei der Onlinebeteiligung wurde eine Auswahl von 25 der 101 Maßnahmen zur Bewertung angeboten. Es haben 142 Personen ihre Bewertungen abgegeben. Ziel der Beteiligung war es zu erkennen, ob eine grundsätzliche Zustimmung zum Schwammstadt- und Stadtnaturkonzept vorhanden ist, und welche Maßnahmen besonders befürwortet werden.

Die Auswertung (Anlage 2) zeigt, dass die überwiegende Zahl der Teilnehmenden fast alle Maßnahmen für wichtig bis sehr wichtig erachten und Maßnahmen zur Umsetzung der Variante L priorisiert werden. Besonderes Gewicht wird den Maßnahmen „Stadtnatur-Bäume“, „Schwammstadt-Entsiegelung“, „Schwammstadt-wasserdurchlässige Beläge“ und „Stadtnatur-Fassaden und Dachbegrünung“ gegeben.

 

Fazit:

Die im Schwammstadt- und Stadtnaturkonzept dargestellten Aussagen und Maßnahmen sind als Empfehlungen und Leitlinien für die zukünftige Implementierung der blau-grün-grauen Infrastruktur und naturbasierter Lösungen im Stadtgebiet zu verstehen. Sie sollen mögliche Handlungswege aufzeigen und machen Vorschläge für die Bauleitplanung, um eine Grundlage für die weitere Diskussion in zukünftigen Planungsprozessen zu bieten.

Reduzieren

Anlagen

Loading...

Erläuterungen und Hinweise