Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Antrag (öffentlich) - 25-27012

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Braunschweig möge beschließen:

1. Die Verwaltung wird beauftragt, gezielte Informations- und Werbemaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um die Zahl der Anträge auf die Ehrenamtskarte deutlich zu erhöhen.

2. Die Verwaltung wird beauftragt, aktiv neue Partner*innen aus Wirtschaft, Kultur, Sport und Handel zu gewinnen, um die Zahl der Vergünstigungen für Ehrenamtskarteninhaber*innen in Braunschweig erheblich zu steigern.

3. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie Inhaber*innen der Ehrenamtskarte ein spürbarer finanzieller Zuschuss zum Deutschlandticket gewährt werden kann.

4. Die Ausgabe der Ehrenamtskarten soll künftig im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung erfolgen, um das Engagement der Ehrenamtlichen sichtbar zu würdigen.

5. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, wie das Ehrenamt in das Markenkonzept „City of Lions“ integriert und als ein zentraler Bestandteil der Stadtidentität verankert werden kann.  

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Sachverhalt

Sachverhalt:
Das Ehrenamt bildet das Rückgrat unserer Stadtgesellschaft. Zahlreiche Braunschweiger*innen engagieren sich mit großem Einsatz in Vereinen, Initiativen und nahezu allen Lebensbereichen. Ohne ihr Engagement wäre das gesellschaftliche Leben in Braunschweig nicht denkbar. Denn sie leisten unverzichtbare Beiträge, sie löschen Feuer, begleiten Senior*innen im Alltag, trainieren Kinder im Sportverein, kümmern sich um die Integration von Geflüchteten und tragen viele große öffentliche Veranstaltungen. So wäre auch die Ausrichtung des Tags der Niedersachsen 2026 in Braunschweig ohne die Unterstützung Freiwilliger nicht möglich.

Mit der im Oktober 2025 verabschiedeten „Niedersächsischen Strategie für Engagement und Ehrenamt“ hat das Land Niedersachsen wichtige Schritte unternommen, um freiwilliges Engagement zu fördern und zu würdigen. Unsere Löwenstadt sollte diesen Impuls aufgreifen und sich selbstbewusst an die Spitze der Bewegung stellen, um zu zeigen, dass in unserer Stadt Engagement besonders geschätzt und unterstützt wird.

Die Zahlen zeigen, dass die Nutzung der Ehrenamtskarte in Braunschweig seit der digitalen Beantragung deutlich zunimmt – von 92 Anträgen im Jahr 2022 auf 343 im Jahr 2023 und auch jetzt bleiben die Anmeldungen auf einem stabilen Niveau. Dennoch liegt Braunschweig im Vergleich zu Landkreisen wie Gifhorn (1.368 Inhaber*innen) oder der Region Leer (1.600 Inhaber*innen) weiterhin zurück. Hier gilt es, das Potenzial gezielt zu nutzen und die Beantragung noch bekannter und attraktiver zu machen, durch z.B. Kampagnen in den Sozialen Medien oder ansprechende Informationsbroschüren.

Auch bei den Vergünstigungen besteht Aufholbedarf: Während Hannover 283 oder Göttingen 104 Vergünstigungen bieten, sind es in Braunschweig bisher nur 43 Angebote. Eine gezielte Gewinnung von Partner*innen, insbesondere auch aus der lokalen Wirtschaft, Sport und Kultur, könnte den Wert der Karte deutlich steigern.

Besonders zur Attraktivierung der Ehrenamtskarte und der Stärkung des Ehrenamts könnte zudem ein Zuschuss zum Deutschlandticket für die Karteninhaber*innen beitragen. Die Stadt Hannover zeigt mit der Üstra bereits, wie das funktionieren kann: Dort zahlen Inhaber*innen der Ehrenamtskarte nur 30,40 Euro monatlich statt 58 Euro für das Deutschlandticket. Ein ähnlicher Zuschuss würde auch in Braunschweig die Anerkennung sichtbar machen und gleichzeitig Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe weiter fördern.

Neben den Vergünstigungen könnten auch Events rund um die Ehrenamtskarte unsere Wertschätzungskultur stärken. Denkbar wäre hier z.B. eine feierliche Ausgabe der Ehrenamtskarte. Solche Anlässe machen das Engagement sichtbar und zeigen, dass wir als Stadt Braunschweig die Arbeit ihrer Ehrenamtlichen wahrnehmen.

Um die Stärkung des Ehrenamts in Braunschweig abzurunden, sollte das Ehrenamt fester Bestandteil des Markenkonzepts „City of Lions“ werden. Zusammenhalt, Verantwortung und Engagement sind zentrale Werte unserer Löwenstadt und sie verdienen es, im Selbstverständnis Braunschweigs verankert zu sein. Eine solche Verankerung würde weit über die Stadtgrenzen hinaus Strahlkraft entfalten und zeigen, dass Braunschweig für ein gelebtes und starkes Miteinander steht.   

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