Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 25-26957-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Zukunftsfähigkeit des Eintracht-Stadions im Hinblick auf Ligaanforderungen und Finanzierungsperspektiven
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 20 Fachbereich Finanzen
- Verantwortlich:
- Geiger
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Finanzen, Personal und Digitalisierung
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zur Kenntnis
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27.11.2025
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Die Verwaltung nimmt in Abstimmung mit der Braunschweiger Veranstaltungsstätten GmbH (BSVS) zu der Anfrage der Fraktion Bündnis 90 – DIE GRÜNEN vom 14.11.2025 (DS 25-26957) wie folgt Stellung:
Zu 1:
Das Eintracht-Stadion in seinem aktuellen Zustand entspricht uneingeschränkt allen Lizenzanforderungen der DFL bzw. des DFB. Der Betreiberin sind keine maßgeblichen Anpassungen der Profiligen an die Lizensierungsrichtlinien bekannt. In regelmäßigen Abständen, mindestens einmal jährlich, wird mit allen Netzwerkpartnern der Zustand der Infrastruktur des Stadions überprüft. Hierbei fallen, auch vor dem sich ändernden Fanverhalten, partiell Dinge auf, die Optimierungsbedarf haben.
Neben der Fußballnutzung ist das Eintracht-Stadion Braunschweig eines der wenigen in Deutschland noch vorhandenen Multifunktionsstadien mit Laufbahn. Um diese Nutzungen weiterhin zu ermöglichen, muss mittelfristig die Laufbahn erneuert werden. Die Laufbahn ist aus dem Jahr 2003 und wurde 2014 und 2019 neu beschichtet. Dieses Verfahren lässt sich nicht mehr wiederholen. Wenn also weiterhin nationale bzw. internationale Meisterschaften durchgeführt werden sollen, muss hier saniert werden. Diese Kosten sind bisher nicht ermittelt oder budgetiert.
Die Konzertnutzung ist aktuell in optimierter Form in der Umsetzung. Um das Stadion hier wettbewerbsfähig zu machen, bedarf es einer Kapazität deutlich oberhalb 25.000 Besuchern, der in Genehmigung befindliche Plan sieht eine Kapazität von über 35.000 Besuchern vor. Hierzu bedarf es organisatorischer Maßnahmen und der Verbreiterung bzw. Erhöhung von Fluchtwegen. Im Wesentlichen sind hierzu Zäune/Tore temporär zu demontieren und die Zuschauerleitung zu organisieren.
Bei einer Weiterentwicklung technischer und sicherheitsrelevanter Standards wären vermutlich in Folge auch zukünftig Anpassungen notwendig. Bei einem absehbaren Aufstieg in die 1. Bundesliga würden die damit einhergehenden Anforderungen daran rechtzeitig geprüft.
Um die Zukunftsfähigkeit fortlaufend zu sichern, werden regelmäßig Investitionen in die Stadioninfrastruktur vorgenommen. In den kommenden Monaten und Jahren konzentrieren sich diese Maßnahmen insbesondere auf:
- Erhöhung der Besuchersicherheit, u. a. durch bauliche Anpassungen und Optimierungen der Publikumswege,
- Modernisierung und technische Optimierung der Eingangsbereiche, insbesondere im Hinblick auf Sicherheitskontrollen, Zugangssysteme und digitale Infrastruktur,
- Erneuerung der Tribünenbeleuchtung, um sowohl energetischen und sicherheitsrelevanten Standards gerecht zu werden,
- Erneuerung der Dächer Ost, West und Süd zur Sicherung der Gebäudesubstanz.
Mittelfristig besteht zusätzlicher Sanierungsbedarf. Dies ist insbesondere die
- Erneuerung der Beschallungsanlage im Stadionumlauf, die aufgrund technischer Entwicklungen sowie sicherheitsrelevanter Anforderungen ersetzt werden muss,
- Modernisierung der Umkleide- und Sanitäranlagen der Osttribüne, die nicht mehr dem heutigen Standard entsprechen.
Ziel der Maßnahmen ist es, auf mögliche erhöhte Anforderungen schon gut vorbereitet zu sein.
Zu 2:
Die Stadt Braunschweig stimmt sich hierzu bezüglich der Planung, Priorisierung und Umsetzung der notwendigen Maßnahmen bereits eng mit den verschiedenen Nutzergruppen ab, um eine bedarfsgerechte und betrieblich sinnvolle Weiterentwicklung sicherzustellen. Hierbei wird nicht nur die Nutzung als Fußballstadion, sondern auch die Durchführbarkeit anderer Veranstaltungen betrachtet.
Das Beispiel Osnabrück ist nicht mit Braunschweig vergleichbar. Osnabrück hat ein Stadion, welches baulich in Teilen in einem kritischen Zustand ist (siehe Tribünensperrung und Dach-Demontage in der vergangenen Saison). Im Bereich des Gebäudeerhalts ist in den vergangenen Jahren ein Sanierungsstau entstanden. Sowohl in Braunschweig als auch in Osnabrück muss darauf geachtet werden, dass keine neuen Nutzungen bzw. keine Kapazitätserweiterungen durch eine bauliche Erweiterung erfolgen, da ansonsten der Bestandsschutz entfällt und Themen wie Parkplatznachweise neu zu berechnen wären. Hierbei ist auch zwischen den unterschiedlichen Anforderungen der Nutzergruppen zu unterscheiden.
Hinsichtlich des Prozesses zur Bewertung und Weiterentwicklung des Stadions wird auf die Antwort zu 1.) verwiesen.
Zu 3:
Zur Finanzierung laufender und zukünftiger Modernisierungsmaßnahmen hat die Verwaltung eine mehrjährige Investitionsplanung, die im städtischen Haushalt abgebildet ist. Vor der Durchführung von Maßnahmen wird überprüft, ob diese förderfähig sind. Dafür werden Förderprogramme von Bund und Land zur Sanierung von Sportanlagen ebenso wie Förderprogramme für energetische Maßnahmen geprüft.
