Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Antrag (öffentlich) - 25-26962-01

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung wird wie folgt geändert:

Fokussierung auf die Musikschule und Streichung des Konzertsaals

Die Verwaltung wird beauftragt, in Gespräche mit der Stiftung New Yorker SE zu gehen, um den Vorschlag, die Musikschule und den Dritten Ort ohne einen großen kostspieligen Konzertsaal zu realisieren, zu besprechen.

Die Stadt Braunschweig setzt als vorrangiges Ziel die Schaffung eines praxisorientierten, wirtschaftlich tragfähigen und zukunftssicheren Hauses der Musik, das die dringend benötigte räumliche Konzentration und Modernisierung der Musikschule gewährleistet.

Die Ziffern 2, 3, 4 und 5 der Beschlussvorlage werden dahingehend geändert, dass kein Konzertsaal sowie keine Konzerthaus-gGmbH realisiert werden.

Das „Haus der Musik“ wird ausschließlich mit den folgenden Bestandteilen umgesetzt:

• Städtische Musikschule als zentraler Anker und dauerhafte Hauptnutzerin
• Dritter Ort mit niedrigschwelligen, öffentlich zugänglichen Kultur- und Bildungsangeboten
• Ohne große Konzerthalle, ohne Backstage-Bereiche, ohne Veranstaltungs-/Betriebsstruktur einer Konzerthaus-Gesellschaft.     

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Sachverhalt

Sachverhalt:
Braunschweig benötigt ein Zentrum der Musik für Alle, einen Ort, der die musikalische Bildung stärkt, die Innenstadt belebt und neue Heimat der Musikschule wird – kein architektonisches und finanzielles Wolkenschloss, dessen Bau- und Betriebskosten über Jahrzehnte nicht seriös durch den städtischen Haushalt getragen werden können.

Die bisherigen Berechnungen zeigen hohe und langfristig anwachsende Betriebsdefizite eines Konzertsaals (1,2 bis 1,4 Mio. Euro jährlich, danach mit 2 % Steigerung p. a.) sowie erhebliche Bau- und Instandhaltungsaufwendungen. Dies ist angesichts der angespannten Haushaltslage und der bisher nicht vorgelegten Finanzierung durch Förderer o. ä. nicht zu verantworten.

Die Musikschule ist das Herzstück des Projektes und seit Jahren räumlich unterversorgt. Ein Haus der Musik für Bildung, Ensembles, Chöre, Bands und Orchester ist dringend notwendig und kann nicht länger warten.

Das Raumprogramm wird auf die Bedarfe der Musikschule sowie die öffentlich nutzbaren Bereiche des Dritten Ortes konzentriert. Alle Flächen, die ausschließlich oder überwiegend mit dem Betrieb eines Konzertsaals zusammenhängen, werden vollständig gestrichen oder mit den realen Platzbedarfen der Musikschule und des Dritten Ortes überplant. Der Dritte Ort wird wieder ohne Konsumzwang öffentlich zugänglich gestaltet und - wie im ersten Entwurf - räumlich ausgeweitet und nicht auf ein Café und eine Touristeninformation reduziert.

Hierdurch ist eine substantielle Reduzierung der Bruttogeschossfläche, der Baukosten, aber vor allem der späteren Betriebs- und Instandhaltungskosten zu erzielen.

Der Dritte Ort bietet bereits ein starkes Nutzungspotenzial für Öffentlichkeit und Urbanität – ohne die enormen Kosten einer Voll-Konzertinfrastruktur.

Durch Wegfall der großen Saalflächen, Bühnentechnik, Backstage-Bereiche, Kuratierung und der technischen Anforderungen der Konzerthalle sinken Betriebs- und Baukosten, Risiken und Komplexität erheblich. Ein Haus der Musik ohne Konzertsaal schafft einen modernen Bildungs- und Begegnungsort, ohne die Stadt über Jahrzehnte finanziell zu überfordern.

Angesichts der erheblichen Risiken, unklaren Finanzierungsvorschlägen und dauerhaften Belastungen eines Konzertsaalbetriebs - vorher kalkulierte laufende Defizite von 1,2 bis 1,4 Mio. Euro jährlich zzgl. steigender Instandhaltungskosten - wird eine finanziell realistische und zukunftssichere Finanzierung erarbeitet, ohne dass eine massive finanzielle Mehrbelastung für den städtischen Haushalt eingeplant wird.

Die städtischen Mittel konzentrieren sich auf:

• den Kauf des Grundstücks Poststraße 5
• die Realisierung eines finanziell tragfähigen Hauses der Musik für Unterricht, Ensemblearbeit, Aufführungsmöglichkeiten für die Musikschule, niedrigschwellige Kulturangebote und die Innenstadtbelebung
• die stadtgesellschaftlich sinnvolle Umsetzung des Dritten Ortes (ohne Konsumzwang).    

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