Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 25-28040

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Bereits seit 2014 trägt die Stadt Braunschweig den Titel „Fairtrade-Stadt“ und setzt sich kontinuierlich dafür ein, den fairen Handel sichtbar zu machen sowie dessen Bedeutung in der Stadt zu stärken. Darüber hinaus stellt die Verwaltung sicher, dass die für den Titel erforderlichen Kriterien erfüllt werden und begleitet die Weiterentwicklung des Fairtrade-Engagements in Braunschweig.

 

Nachfolgend gibt die Verwaltung einen kompakten Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.

 

Rezertifizierung als Fairtrade-Stadt 2026

 

Die Stadt Braunschweig hat den Antrag auf die erneute Zertifizierung als Fairtrade-Stadt ab dem Jahr 2026 gestellt. Damit wird sichergestellt, dass die Stadt ihr Engagement im fairen Handel weiterhin sichtbar und verbindlich dokumentiert. Die Prüfung umfasst unter anderem Kriterien in den Bereichen kommunale Beschaffung, Bildungsarbeit, Zivilgesellschaft, Wirtschaft sowie Öffentlichkeitsarbeit.

 

Die Verwaltung arbeitet mit zahlreichen lokalen Akteuren zusammen, um die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Titelverlängerung zu erfüllen.

 

Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig als Fairtrade University

 

Die Technische Universität Braunschweig wurde am 7. Mai 2025 erfolgreich als Fairtrade University zertifiziert. Diese Auszeichnung würdigt das Engagement der Universität, faire Handelsstrukturen in Hochschulprozessen wie etwa in der Beschaffung, in der Gastronomie oder in studentischen Initiativen, zu berücksichtigen.

 

Die Fairtrade-Steuerungsgruppe der Stadt wurde um ein weiteres Mitglied ergänzt. Herr Kai Brunzel übernimmt künftig die Vertretung der Technischen Universität. Durch diese Einbindung erweitert sich das Netzwerk der Fairtrade-Akteure in Braunschweig und erstreckt sich nunmehr auch auf den Bereich der Hochschule und der Studierenden-Aktivitäten.

 

Neueröffnung des Eine-Welt-Ladens

 

Der Braunschweiger Eine-Welt-Laden hat nach einem Trägerwechsel und Umzug am 16. Januar 2025 an seinem neuen Standort in der Goslarschen Straße 5 in 38118 Braunschweig seine Türen wieder geöffnet.

 

Mit der Wiedereröffnung unter der Trägerschaft des Vereins Fair in Braunschweig e.V. wurde auch das Bildungsangebot noch weiter ausgebaut, sodass künftig verstärkt Workshops, Verkostungen und Informationsveranstaltungen rund um den fairen Konsum angeboten werden.

 

Der Laden bleibt somit ein zentraler Anlaufpunkt für Bürgerinnen und Bürger, die sich für fair gehandelte Produkte interessieren oder sich zu den Bedingungen und Zielen informieren möchten sowie auch für die Schulen zur Beschaffung von fair gehandelten Produkten und der Gestaltung von Unterrichtsformaten.

 

Neue Regionalpromotorin für Braunschweig

 

Frau Dania Obert hat die Aufgabe der Regionalpromotorin für Braunschweig übernommen.

 

Sie unterstützt lokale Initiativen, schafft Vernetzungsmöglichkeiten und stärkt die entwicklungspolitische Arbeit in der Region. Durch ihre Tätigkeit wird die Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Schulen, Verwaltung und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren begleitet.

 

Veranstaltung Impact Biz Kits am 24.09.2024

 

Die erstmals durchgeführte Impact BIZ Kits widmete sich dem nachhaltigen Wandel, zukunftsfähigem Wirtschaften und der unternehmerischen Verantwortung. Ziel war es, praxisnahe Werkzeuge und Strategien zu vermitteln, mit denen Unternehmen ihre nachhaltige Transformation gezielt vorantreiben können.

 

Das Veranstaltungsformat umfasste zwei Keynotes sowie acht Workshops, in denen konkrete Instrumente und Dienstleistungen vorgestellt wurden, um Betriebe zu inspirieren und ihnen tragfähige Alternativen für eine nachhaltige Unternehmenspraxis aufzuzeigen.

Bereits bei dieser ersten Veranstaltung ist ein intensiver Austausch und eine wirksame Vernetzung zwischen den Teilnehmenden entstanden.

 

Förderungen aus dem Fairtrade-Fonds

 

Um Projekte und Initiativen im Bereich des fairen Handels gezielt zu unterstützen, stellt die Stadt Braunschweig jährlich Mittel in Höhe von 10.000 € in einem Fairtrade-Fonds zur Verfügung. Aus diesen Mitteln werden Maßnahmen gefördert, die den Fairtrade-Gedanken in die Stadtgesellschaft tragen. Dabei wird ein Großteil der Mittel vom Verein Fair in Braunschweig e. V. für die Organisation der „Fairen Woche“ eingesetzt. Diese bietet jedes Jahr ein breites und niedrigschwelliges Angebot an Aktionen, Workshops und Informationsveranstaltungen, sodass Interessierte aller Altersgruppen mehr über den fairen Handel und seine Bedeutung erfahren können.

 

Seit 2018 wurden aus dem Fairtrade-Fonds außerdem eine Reihe von weiteren Projekten unterstützt, die den fairen Handel sowie entwicklungspolitische und ökologische Bildung in Braunschweig sichtbar voranbringen.

 

So wurden auch zahlreiche weitere Initiativen realisiert. Es wurden die kirchlichen Umwelt- und Schöpfungstage gefördert, ebenso wie kreative Bildungsprojekte, etwa die Erstellung eines fairen Kochbuchs oder der Druck eines entwicklungspolitischen Magazins.

 

Schulen erhielten Unterstützung für faire T-Shirt-Projekte, und Einrichtungen wie das Haus der Kulturen konnten mit Mitteln des Fonds Informations- und Begegnungsabende zu Ländern des Globalen Südens durchführen. Auch internationale Bildungs- und Austauschformate, wie ein Fairtrade-Kongress oder Projekte zu nachhaltiger Textilproduktion, wurden ermöglicht. Zudem konnten ein mobiler Informationsstand sowie Leitfäden für ökofaire Veranstaltungen entwickelt werden.

 

Ausblick Fairtrade-Aktivitäten

 

Für 2026 und die Folgejahre ist eine zusätzliche öffentliche Präsenz des Fairtrade-Engagements geplant. Sowohl beim Tag der Niedersachsen 2026 als auch beim Internationalen Hansetag 2027 soll ein gemeinschaftlicher Fairtrade-Stand von dem Verein Fair in Braunschweig in Zusammenarbeit mit Oikocredit Förderkreis Niedersachsen Bremen e.V. und dem Netzwerk Niedersachsen.Global gestaltet werden, der die Themen globale Gerechtigkeit, fairer Handel und nachhaltiger Konsum in die breite Öffentlichkeit trägt.

 

Die Regionalpromotorin Frau Obert plant darüber hinaus die Fortführung und Ausweitung der Bildungsarbeit. Dazu gehören weitere Workshops an Schulen sowie ein Aktionstag zu „Lokaler und regionaler Ernährung“, der unter Einbindung regionaler SOLAWIs stattfinden soll.

 

Auch der Weltladen beabsichtigt, sein Bildungsangebot auszubauen und durch Tee- und Kaffeeverkostungen als niedrigschwellige Informationsangebote zu ergänzen. Eine bei „Brot für die Welt“ beantragte Bildungsstelle soll zusätzliche Impulse setzen.

 

Als weiterer Höhepunkt wird ein Neujahrsempfang im Weltladen am 16. Januar 2026 geplant.

 

Fairtrade in Braunschweig

 

Die jüngsten Entwicklungen und Planungen zeigen, dass der Fairtrade-Gedanke in Braunschweig durch das Zusammenspiel von Verwaltung, Zivilgesellschaft, Bildungsinstitutionen und Wirtschaft weiterhin lebendig ist.

 

Mit der anstehenden Rezertifizierung, neu eingebundenen Partnern und erweiterten Bildungsangeboten werden auch weiterhin klare Zeichen für den fairen Handel gesetzt.

 


 

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