Rat und Stadtbezirksräte
Antrag (öffentlich) - 26-28071-01
Grunddaten
- Betreff:
-
GS Watenbüttel - Errichtung Containeranlage
Objekt- und Kostenfeststellungsbeschluss
Änderungsantrag zur Vorlage 26-28071
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- CDU-Fraktion im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Planung und Hochbau
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Entscheidung
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28.01.2026
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Beschlussvorschlag
Die in der Ursprungsvorlage 26-28071 genannten zwei Erweiterungscontainer für Klassenräume verbleiben an der Grundschule Timmerlah.
Für die Bedarfe der Grundschule Watenbüttel werden die Lieferung und die Installation von zwei neuen Erweiterungscontainern für Klassenräume ausgeschrieben und beauftragt.
Sachverhalt
Bedarfslage an beiden Standorten
Der zusätzliche Raumbedarf der Grundschule Watenbüttel ist unstrittig. Nach den vorliegenden örtlichen Einschätzungen werden jedoch auch die in der Ursprungsvorlage benannten Bestandscontainer an der Grundschule Timmerlah im Schuljahr 2026/2027 weiterhin benötigt und dort sinnvoll genutzt. Eine Umsetzung nach Watenbüttel würde den Kapazitätsdruck damit nicht nachhaltig lösen, sondern lediglich verlagern. Der Änderungsantrag verfolgt deshalb das Ziel, den Bedarf in Watenbüttel durch zusätzliche, neu zu beschaffende Kapazitäten zu decken, ohne gleichzeitig am Standort Timmerlah neue Engpässe auszulösen. Eine E-Mail der Elternschaft der Grundschule Watenbüttel/Völkenrode an alle Fraktionsvorsitzende untermauert diese Position noch einmal.
Wirtschaftlichkeit und Verhältnismäßigkeit der Gesamtkosten
Die in der Ursprungsvorlage angesetzten Gesamtkosten von 410.000 Euro für Rückbau, Transport, Wiederaufbau und Inbetriebnahme stehen weiterhin in einem auffälligen Missverhältnis zur Maßnahme. Hinzu kommt, dass die Container zum Umsetzzeitpunkt bereits eine Nutzungsdauer von etwa 12 bzw. 15 Jahren aufweisen. Auch ohne eine abschließende Marktbewertung ist es sachgerecht, die Verhältnismäßigkeit der Gesamtkosten kritisch zu betrachten: Die Maßnahme bindet erhebliche Mittel für die Verlagerung älterer Substanz, ohne dass dadurch zusätzlicher Raum im Gesamtsystem entsteht. Demgegenüber liegen aus Eigenrecherchen schriftliche Angebote für Neubeschaffungen vor, die bei zeitgemäßer Ausführung und besserer funktionaler Ausstattung wirtschaftlicher erscheinen. Vor diesem Hintergrund spricht die Plausibilität dafür, dass eine Neuanschaffung – trotz zusätzlicher Standortkosten wie Fundamente und Anschlüsse – in Summe die wirtschaftlichere und zugleich nachhaltigere Lösung für das Gesamtsystem ist.
Funktionale Mindestanforderungen im Schulbetrieb
Für den Unterrichtsbetrieb ist nicht nur die Verfügbarkeit von Fläche, sondern auch die praktische Nutzbarkeit der Räume entscheidend. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Bestandscontainer in Watenbüttel ohne Windfang und ohne dauerhaften Wasseranschluss mit Waschbecken vorgesehen wären. Unterrichtsräume ohne diese grundlegenden funktionalen Merkmale sind im Schulalltag nur eingeschränkt geeignet und widersprechen mit ihrer Grundfläche auch nicht dem Standardraumprogramm für Ganztagsgrundschulen (vgl. DS.-Nr. 18-06621, beschlossen in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am 5. Juni 2018 [Umbau und Erweiterung], bzw. DS.-Nr. 18-08742, beschlossen in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am 28. August 2018 [Neubau]). Eine Neuanschaffung eröffnet demgegenüber die Möglichkeit, die Räume von vornherein so auszustatten, dass der Unterrichtsbetrieb praktikabel und standardgerecht erfolgen kann.
Abwägung: Qualität und Richtigkeit vor kurzfristiger Einfachheit
Aus dem schulischen Umfeld wurde zudem signalisiert, dass im Zweifel eine etwas spätere, dafür fachlich und wirtschaftlich überzeugende Lösung einer kurzfristig verfügbaren, aber qualitativ schwächeren Übergangslösung vorzuziehen ist. Der Änderungsantrag folgt dieser Abwägung: Er priorisiert eine sachgerechte Neubeschaffung für Watenbüttel und vermeidet zugleich, am Standort Timmerlah benötigte Kapazitäten abzuziehen. Damit wird eine Lösung angestrebt, die sowohl terminlich verantwortbar als auch langfristig im Schulbetrieb tragfähig ist.
Das letzte Wort für die inhaltliche Begründung wollen nicht wir haben, sondern wir zitieren an dieser Stelle die bereits genannte E-Mail der Elternschaft der Grundschule Watenbüttel/Völkenrode: „Diese Container sind zu klein, sollen ohne Wasseranschluss und ohne Windfang in Watenbüttel aufgestellt werden – und werden nach unserem Kenntnisstand an der abgebenden Schule selbst dringend benötigt. Die Maßnahme löst somit kein Problem, sondern verschiebt Raumnot von einer Schule zur nächsten.
Aus Sicht der Elternschaft ist dieses Vorgehen weder pädagogisch sinnvoll noch haushaltspolitisch verantwortbar. Statt einer nachhaltigen, inklusiven und auch kindgerechten Lösung werden Mittel (laut Ratsvorlage 410.000 Euro) in eine hoch mangelhafte Übergangslösung investiert, die städtischen Standards nicht entspricht und neue Engpässe schafft, statt das Geld in neue Container zu investieren, die wirklich neuen Raum schaffen würden.
Deutlich und geschlossen sprechen wir uns daher gegen die Aufstellung dieser alten Container aus, die die Schulgemeinschaft in Timmerlah ebenfalls dringend benötigt.”
Die weitere Begründung erfolgt mündlich.
