Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung außerhalb von Sitzungen - 26-28155
Grunddaten
- Betreff:
-
Teilnahme der Stadt Braunschweig am Forschungsprojekt „Bluegreen City Coaching“
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Mitteilung außerhalb von Sitzungen
- Federführend:
- 61 Fachbereich Stadtplanung und Geoinformation
- Beteiligt:
- 0600 Baureferat
- Verantwortlich:
- Leppa
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Gestoppt
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Umwelt- und Grünflächenausschuss
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zur Kenntnis
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Gestoppt
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Ausschuss für Planung und Hochbau
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zur Kenntnis
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Geplant
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Mitteilungen außerhalb von Sitzungen
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zur Kenntnis
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30.01.2026
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Sachverhalt
Die Stadt Braunschweig hat sich erfolgreich auf das vom Umweltbundesamt betreute Forschungsprojekt „bluegreen city coaching“ (bgcc) beworben. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema ´blaugrüne` Infrastruktur im Sinne einer Schwammstadt steht auch der interkommunale Austausch der hier geförderten Kommunen mit im Vordergrund.
Das Projekt hat eine Laufzeit bis 2027 und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aus Mitteln des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) gefördert und durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und Fresh Thoughts (FT) umgesetzt. Der Deutsche Städtetag (DST) und das Zentrum Klimaanpassung (ZKA) unterstützen das Projekt.
Hintergrund und Problemstellung:
Bei der sogenannten „blau-grünen Stadtentwicklung“ handelt es sich um eine wichtige Zukunftsaufgabe, die bereits in verschiedenen einschlägigen Gesetzgebungen und Regelwerken benannt ist. Zielstellung ist es, durch die Entwicklung einer blau-grünen Infrastruktur zu mehr Resilienz der Stadt gegenüber Starkregenereignissen mit Überflutungen, aber auch gegenüber Hitze- und Dürreperioden zu gelangen.
Das Ziel einer besseren Klimafolgenanpassung soll hierbei vor allem durch die Bereitstellung attraktiver Grünflächen, ggf. auch in Verbindung mit technischen Lösungen, mit Potential zur Wasserspeicherung bzw. Versickerung und Ableitung von Niederschlagswasser erreicht werden. Durch die Umsetzung solcher Maßnahmen sind gleichzeitig weitere positive Auswirkungen, zum Beispiel auf die Stadtnatur, auf die Lebensqualität in der Stadt Braunschweig allgemein und auf die menschliche Gesundheit, zu erwarten. Zudem entfallen Bau und Finanzierung aufwendiger Investitionen in Infrastruktur wie etwa Regenwasserkanäle bzw. kann deren Umfang reduziert werden
Es ist außerdem damit zu rechnen, dass zukünftig die Pflicht zur Umsetzung bzw. Berücksichtigung einer solch ´wassersensiblen´ Stadtentwicklung, inklusive verschiedenster naturbasierter Niederschlagswasserbeseitigungskonzepte (Schwammstadtkonzepte), in weitere Gesetzgebungen, Regelwerke und Normen einfließen wird.
Da es sich um eine interdisziplinäre Aufgabe handelt, bei der eine Multicodierung bzw. Mehrfachnutzung der öffentlichen und zum Teil auch privaten Freiräume im Fokus steht, haben sich Problemfelder herauskristallisiert, die eine Umsetzung erheblich erschweren oder sogar in Gänze verhindern könnten. Einerseits müssen deshalb Zuständigkeiten für Planung und Bau sowie Unterhaltung in Teilen neu definiert werden. Andererseits sind auch verschiedene rechtliche Fragestellungen zu klären. Darüber hinaus sind die Kosten für diese Maßnahmen möglichst zu erfassen und neben den zu erwartenden Unterhaltungskosten beispielsweise auch den Schäden durch Überschwemmungen, die sich ohne Umsetzung einer wassersensiblen Stadtentwicklung zunehmend einstellen werden, sowie weiteren negativen Auswirkungen, zum Beispiel auch auf die Gesundheit, gegenüberzustellen.
Bundesweit stehen nahezu sämtliche Kommunen vor der Herausforderung, diese Maßnahmen rechtssicher umzusetzen und in die bestehenden Verwaltungsstrukturen zu integrieren. Der Projektträger beabsichtigt daher im Rahmen des Forschungsprojektes die zehn, aus einem bereits durchlaufenen Bewerbungsverfahren hervorgegangenen Großstädte (darunter die Stadt Braunschweig), bei Planung und Umsetzung einer klimaangepassten, wassersensiblen Stadtentwicklung zu unterstützen (fünf davon intensiver, Auswahl ist noch nicht erfolgt) und gemeinsam interkommunale Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Weitere zusätzliche Informationen sind dem Flyer des Projektträgers in der Anlage dieser Mitteilung zu entnehmen.
Weiteres Vorgehen:
Nachdem im November 2025 das erste interkommunale Fachtreffen in Leipzig stattgefunden hat, wird am 12.02.2026 der erste Grundlagenworkshop mit dem Projektträger und zahlreichen mit dem Thema befassten Organisationseinheiten aus der Stadtverwaltung in Braunschweig stattfinden.
Der Stadt Braunschweig entstehen durch die Teilnahme an dem Forschungsprojekt keine Kosten.
Die Verwaltung wird kontinuierlich über den Fortgang des ´Bluegreen City Coaching´ berichten und daraus resultierende Gremienvorlagen vorbereiten.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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348,7 kB
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