Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 26-28477

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

 

Die Verbandsversammlung des Regionalverband Großraum Braunschweig (RGB) hat in ihrer Sitzung am 18. September 2025 zwei Beschlüsse gefasst, die sich unmittelbar auch auf die Stadt Braunschweig bzw. das hier vorhandene Bus-Angebot auswirken. Hintergrund war die auf Seiten des RGB vorhandene Finanzierungslücke im Regiobus-Betrieb von rund 12 Mio. Euro jährlich, die das Land nicht ausgleichen wollte (DS 25-26529).

Die damals vorgesehenen Einsparungen im Regiobus-Betrieb durch Taktreduzierungen in 2026 konnten letztlich nur abgewendet werden, weil das Land Niedersachsen einmalig für das Jahr 2026 zusätzliche Mittel zur Verfügung stellte und der RGB durch Umschichtungen im Haushaltsjahr die fehlenden Mittel selbst beisteuerte. Parallel wurde die Verbandsumlage um insgesamt 5 Millionen € erhöht. In 2026 zahlt die Stadt Braunschweig damit zusätzliche 1,25 Mio. €, die unmittelbar für das Regiobus-Netz im Verbandsgebiet genutzt werden.

Weiterhin hat sich der RGB aus der Finanzierung des lokalen Busverkehrs vollständig zurückgezogen. Damit entfallen seit diesem Jahr Zahlungen in Höhe von 775.000 € an die BSVG, die zur Deckung des Betriebskostendefizits erforderlich sind. Betroffen sind in Braunschweig hiervon die Linien 421 und 434. Die fehlende Finanzierung des Betriebs macht Anpassungen erforderlich, die nachfolgend beschrieben sind.

Änderungen auf der Linie 421

Die Regiobuslinie verbindet das südliche Braunschweig und das nord-östliche Wolfenbüttel direkt und umsteigefrei miteinander. Bisher trug der RGB ca. 50% des Defizitanteils (rund 475.000 Euro), 30% durch die BSVG resp. die Stadt Braunschweig und 20 % die Stadt Wolfenbüttel. Die Stadt Wolfenbüttel behält ihr finanzielles Engagement lediglich im bisherigen Umfang bei. Auch der durch die Stadt Braunschweig getragene Anteil bleibt konstant. Erneute Gespräche zwischen dem RGB, der Stadt Wolfenbüttel und der Verwaltung haben zu keiner anderen Lösung geführt. Die angekündigte Takthalbierung auf dem regional bedeutsamen Abschnitt wird daher zum 23. März 2026 umgesetzt.

Die Linie 421 wird ab 23. März 2026 im 60 Minuten-Takt auf dem regionalen Abschnitt zwischen Heidberg und Wolfenbüttel „In den Schönen Morgen“ verkehren. Für das Stadtgebiet Braunschweigs bedeutet die Änderung zwischen Helmstedter Straße und Heidberg keine Angebotsänderung, da die Taktung auf diesem städtischen Abschnitt unverändert bleibt. Die Stadtteile Melverode und Stöckheim bleiben somit aufgrund der Stadtbahnanbindung und den übrigen Busfahrten der Linien 421 und 431 weiterhin sehr gut angeschlossen.

 

Änderungen auf der Linie 434

Bisher wurde die Linie zu 50% vom RGB (rund 300.000 €) und 50% durch die BSVG resp. die Stadt Braunschweig finanziert. Um die angekündigte Takthalbierung auf einen 120-Minuten-Takt abzuwenden, haben die Stadt Braunschweig, der Landkreis Gifhorn, die BSVG und die VLG an einer alternativen Lösung für die ÖPNV-Versorgung im Gifhorner Süden und Braunschweiger Norden gearbeitet. Im Ergebnis erfolgt eine gemeinsame Linienoptimierung der VLG und der BSVG im Bereich der bisherigen Buslinien 112, 196 und 434.

Die VLG wird zukünftig auf der bisher durch die Linie 434 bedienten Relation BS Wenden <> Harxbüttel <> Lagesbüttel <> Groß Schwülper an den Wochentagen Montag bis Freitag stündlich mit einer neuen Buslinie verkehren. Diese neue VLG-Buslinie verkehrt in einem Rundkurs über BS Wenden <> Thune <> Eickhorst <> Vordorf <> Meine <> Rethen <> Adenbüttel <> Groß Schwülper <> Lagesbüttel <> Harxbüttel <> BS Wenden. Details zu dieser neuen Linie werden durch die VLG bekanntgegeben. 

Damit werden die Fahrten der Buslinie 434 im Bereich des Landkreis Gifhorn tagsüber überwiegend entbehrlich, da es ein alternatives Angebot durch VLG-Fahrten gibt. Um eine dadurch entstehende Angebotsreduzierung (Takthalbierung, bisher 30 Min.-Takt) für Thune abzumildern wird die BSVG weiterhin mit der Linie 434 tagsüber von 8 bis 20 Uhr bis in den Ortsteil Thune verkehren. Aufgrund der erforderlichen Abstimmung in beide Fahrtrichtungen auf die Fahrplanlage der VLG-Linien ist an den Wochentagen Montag bis Freitag jedoch kein 30-Minuten-Takt möglich, sondern es wird stattdessen ein 15/45-Minuten-Takt umgesetzt. Als Beispiel: Der Bus fährt zur vollen Stunde, Viertel nach und dann wieder zur vollen Stunde. Im Abendverkehr ergänzt die Buslinie 434 außerhalb der Betriebszeiten der VLG weiterhin Fahrten über Thune und Harxbüttel bis nach Groß Schwülper. Am Wochenende wird die Buslinie 434 neben Thune auch die Ortschaft Harxbüttel stündlich bedienen. Zu Tagesrandzeiten werden einige Fahrten von Bus auf Anruf-Linie-Taxi umgestellt.

Die entfallenden 300.000 € des RGB können mit diesen Anpassungen nicht vollständig kompensiert werden. Die BSVG wird aus dem laufenden Wirtschaftsplanjahr 135.000 € zusätzlich auf der Relation Thune <> Wenden <> Rühme für die Taktergänzungen der Linie 434 aufbringen. Damit wird auch die Anbindung der Hauptstraße in Wenden weiterhin sichergestellt. In Anbetracht der zusätzlichen Belastungen für den Wirtschaftsplan der BSVG ist eine kontinuierliche Evaluierung der Fahrgastenzahlen in diesem Bereich vorgesehen.

Die Veränderungen an den Linienwegen bei den VLG-Linien werden durch die VLG kommuniziert. Die Fahrpläne der beteiligten Linien wurden insbesondere in Hinblick auf die Schülerverkehre sowohl zur OBS Papenteich in Groß Schwülper, als auch zum Lessinggymasium in Wenden gemeinsam durch die Verkehrsunternehmen entwickelt und decken die bestehenden Schülerströme weiterhin ab.

Ausblick

Mit der Taktreduzierung sowie dem neuen Konzept reagieren BSVG und Verwaltung auf die geänderten Rahmenbedingungen in der Finanzierung, versuchen dabei, den verbindenden Charakter der für die regionale Mobilität wichtigen Relationen möglichst umfangreich aufrechtzuerhalten und arbeiten weiterhin mit dem RGB sowie den anderen Verbandsgliedern an Lösungen für die Finanzierungslücke im gesamten Regiobus-Netz.

Die BSVG und die VLG werden kurzfristig die Änderungen an ihre Kundinnen und Kunden kommunizieren.

 

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