Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 26-28762

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) wird nebst Maßnahmenkatalog, Kartenkatalog und den Teilgebiets-Steckbriefen beschlossen.

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Sachverhalt

 

Beschlusskompetenz

Die Beschlusskompetenz des Rates ergibt sich aus § 58 Abs. 1 NKomVG. Im Sinne dieser Zuständigkeitsnorm handelt es sich bei der KWP um eine grundlegende Zielsetzung der Entwicklung der Kommune.

 

Vorwort

Die Kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Prozess, der bis 2040 eine klimaneutrale Wärmeversorgung in Niedersachsen sicherstellen soll. Kommunen analysieren dazu den aktuellen Bedarf und stellen die Potentiale vor.

Gemäß BundesWärmeplanungsgesetz (Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze – WPG) i. V. m. dem Niedersächsischen Klimagesetz (NKlimaG) ist für Kommunen mit über 100.000 Einwohnern eine entsprechende Wärmeplanung bis zum 30. Juni 2026 aufzustellen.

Die Erarbeitung erfordert eine Vielzahl von Analysen, Berechnungen und Abwägungen. Stets eng abgestimmt mit dem lokalen Energieversorger hatte die Verwaltung den Umwelt- und Grünflächenausschuss zu Zwischenergebnissen informiert, zuletzt am 30.09.2025 (Bestandsanalyse), am 28.11.2025 (Potenzialanalyse) sowie am 04.03.2026 (Zielszenario). Der hier vorgelegte Endbericht enthält nun die jeweiligen Endergebnisse der einzelnen Schritte inklusive der Wärmewendestrategie, als vierten und letzten Schritt. Bei Beschluss kann die Stadt Braunschweig so ihre gesetzliche Pflicht erfüllen.

 

Inhalt

 

Die KWP folgt einer klaren Struktur aus vier aufeinander aufbauenden Schritten, deren wesentliche Inhalte im Folgenden kurz zusammengefasst werden:

 

1. Bestandsanalyse

Dazu wurden im gesamten Stadtgebiet Wärmebedarfs und -verbrauchsdaten erhoben und analysiert.

In einem weiteren Schritt wurden Gebäude- und Versorgungsinfrastruktur untersucht, um den Bestand abzubilden.

Die Energie- und Treibhausgasbilanz zeigt den hohen Anteil der Erdgasversorgung im Stadtgebiet. Der großen Abhängigkeit von fossilem Erdgas steht jedoch mit dem Fernwärmenetz ein großer Hebel für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung gegenüber.  

2. Potentialanalyse

Im Braunschweiger Stadtgebiet existieren vielfältige Quellen erneuerbarer Energien. Diese reichen von Wind- und Solarenergie über Abwasser, Geothermie bis hin zur Wärme der Oker. Auch Abwärmepotenziale aus gewerblichen und industriellen Prozessen stehen zur Verfügung.

Schlüsseltechnologie für die Nutzung dieser Potenziale ist in vielen Fällen die Wärme­pumpe, die in vielen Bereichen und Größenordnungen eingesetzt werden kann.

Bei voller Ausschöpfung reichen die lokalen Potenziale für eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung aus. Grundvoraussetzung zur Hebung der Potenziale ist dabei auch die Identifizierung und Aktivierung lokaler Akteure aus der Region. 

 

3. Zielszenario

Die KWP zeigt Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümern, wo und in welchen Zeiträumen zukünftig ein Wärmenetz zur Verfügung stehen wird, auch wenn der An­schluss weiterhin ihre individuelle Entscheidung bleibt.

Die in Braunschweig zur Wärmeerzeugung eingesetzten Endenergieträger werden sich auch in ihrer relativen Zusammensetzung verändern. Um den bis 2040 entfallenden Erdgasanteil zu ersetzen, soll der Anteil der Fernwärme am Gesamtwärmeverbrauch durch die Erweiterung auf ca. 50 % ansteigen. Einen weiteren bedeutenden Baustein bilden treibhausgasneutrale Einzellösungen auf Gebäudeebene (v.a. Elektrifizierung mittels Wärmepumpen).

 

4. Wärmewendestrategie

Im Rahmen der Wärmewendestrategie werden sowohl organisatorische, kommunikative als auch technische Maßnahmen definiert. Der Maßnahmenkatalog der KWP umfasst insgesamt 18 Maßnahmen, die in die Handlungsfelder Organisation, Wärmenetze, dezentrale Versorgung, Energieeinsparung und Sonderprojekte aufgeteilt sind. Sie sind entsprechend priorisiert, um die gesetzlichen Pflichten zu erfüllen und die Umsetzung zu forcieren. Die Umsetzung wird im Rahmen der vorhandenen Ressourcen erfolgen. Die Strategie ist eine wichtige Grundlage für die Transformation der Wärmeversorgung und stärkt den Einfluss der Stadtverwaltung auf entscheidende Veränderungsprozesse.

 

Operationalisierung der KWP

Für die KWP wurde das Stadtgebiet in Teilgebiete (Cluster) unterteilt, für die vielfältige Informationen ermittelt und generiert wurden. Die Ergebnisse werden in Teilgebiets-Steckbriefen dargestellt. Da die Cluster auf Ebene der Wahlbezirke vorliegen, können Interessierte die für sie relevanten Informationen schnell identifizieren und Stadtbezirke über die sie betreffenden Cluster zusammenhängend informiert werden. Die entsprechenden Informationsveranstaltungen für die Stadtbezirksräte wird die Verwaltung über den Sommer organisieren.

 

Ein bedeutender Teil der KWP ist zudem die kartografische Darstellung von Untersuchungs­ergebnissen und Potenzialen. Erzeugte Karten werden sowohl im Endbericht als auch in Form eines Kartenkatalogs bereitgestellt. Alle Karten werden auch im Geoportal FRISBI der Stadt Braunschweig zur Verfügung gestellt.

 

Verstetigung

Die KWP wird innerhalb der nächsten 5 Jahre fortgeschrieben. Die Fortschreibung der Kommunalen Wärmeplanung in Niedersachsen ist nach dem NKlimaG (§ 20 ) verpflichtend.

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Anlagen

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Erläuterungen und Hinweise