Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 26-28907
Grunddaten
- Betreff:
-
Gewässerstrukturgüte- und Gewässergüteuntersuchungen
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 68 Fachbereich Umwelt
- Beteiligt:
- 01 Büro des Oberbürgermeisters; 0660 Referat Stadtentwässerung und Abfallwirtschaft; 67 Fachbereich Stadtgrün; 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen
- Verantwortlich:
- Hanusch
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 322 Nördliche Schunter-/Okeraue
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
19.05.2026
| |||
|
●
Geplant
|
|
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 112 Wabe-Schunter-Beberbach
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
20.05.2026
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 111 Hondelage-Volkmarode
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
21.05.2026
| |||
|
●
Geplant
|
|
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 330 Nordstadt-Schunteraue
|
zur Kenntnis
|
|
|
●
Geplant
|
|
Umwelt- und Grünflächenausschuss
|
zur Kenntnis
|
|
Sachverhalt
Im Rahmen des Projektes „Urbane Fließgewässer – Förderung der aquatischen Biodiversität unter Einfluss urbaner Stressoren, des Gewässermanagements und des Klimawandels“, gefördert durch die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH (SE|BS), wurden auch im Jahr 2025 Strukturgüte- und Gewässergüteuntersuchungen in der Stadt Braunschweig durchgeführt. Ziel ist es, die langfristige Entwicklung von Fließgewässern unter dem Einfluss der Regenwassereinleitungen, von Unterhaltungs- und Renaturierungsmaßnahmen und des Klimawandels zu untersuchen. Dafür werden Strukturgütekartierungen nach dem Detailverfahren, die biologische Gewässergütebestimmung nach DIN 38410 und die Gewässergütebestimmung nach Maßgabe der EG-WRRL (Perlodes-Verfahren) an Fließgewässern auf dem Gebiet der Stadt Braunschweig durchgeführt.
Die Ergebnisse werden jährlich in Form eines Gewässergüteberichtes dokumentiert und veröffentlicht. Der aktuelle Bericht aus dem Jahr 2025 ist jetzt auf der Seite https://www.braunschweig.de/leben/umwelt/wasser/gewaesser/gewaesserguete.php veröffentlicht worden.
Dabei zeigte sich der Erfolg der durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen und der reduzierten, bedarfsgerechten Unterhaltung.
Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Die Strukturgütekartierungen fanden an der Schunter im gesamten Stadtgebiet (ohne Nebenarme) sowie am Rohrbruchgraben statt. An der Schunter wurden viele Abschnitte mit den Güteklassen 2 und 3 (naturnah bis mäßig beeinträchtigt) bewertet, vereinzelt auch mit den Güteklassen 1 oder 4. Damit wurden bei der Kartierung an vielen Stellen Ver-besserungen der Strukturgüte festgestellt.
Besonders positiv fielen dabei in den Abschnitten unterhalb Harxbüttel, Butterberg sowie Querum bis Dibbesdorf deutlich erkennbare eigendynamische Entwicklungsprozesse auf wie z.B. Erosionsspuren am Ufer oder Erhöhung der Dynamik und der Struktur- und Strömungsdiversität an Sturzbäumen.
Die Prozesse waren bei der letzten Kartierung 2018 weniger auffällig und wurden auch durch das Winterhochwasser 2023/24 begünstigt bzw. verstärkt. Besonders stark fiel diese Entwicklung in der Renaturierungsstrecke Butterberg auf, was für den Erfolg der Maßnahmen spricht.
Ebenfalls positiv war, dass in vielen Abschnitten naturnahe Gehölzsäume im Uferbereich vorhanden waren und Umlandnutzungen nur selten an die Böschungskante heranreichten (wie z.B. noch oberhalb Harxbüttel, oberhalb Querum). Größere Defizite waren dagegen noch im teilweise sehr geradlinigen Verlauf mit eingetiefter Sohle und eher monotoner Durchströmung zu finden (Bereich Thune, Wenden, teilweise in den Abschnitten Querum und Dibbesdorf). Negativ wirkte sich dies in Kombination mit Rückstau oberhalb der Wehre in Wenden und der Frickenmühle aus, wo die Sohle die schlechteste Bewertung mit durchschnittlich Güteklasse 5 (stark beeinträchtigt) bekam. Die Verwaltung nimmt den Bericht zum Anlass, Maßnahmen zur Verbesserung der Strukturgüte im Rückstaubereich der Wehre im Stadtgebiet zu prüfen bzw. die Rückstaubereiche zu verkürzen.
Aktuell stehen hier Maßnahmen an der Oker, oberhalb des Rüninger Wehres und des Ölper Wehres im Fokus.
Auch am Rohrbruchgraben gab es insgesamt eine positive Entwicklung der Strukturgüte. Auch hier wurde größtenteils mit den Güteklassen 2 und 3 bewertet. Besonders im unteren Abschnitt vor der Mündung sowie in der Renaturierungsstrecke oberhalb der A2 war der Rohrbruchgraben als lebendig fließendes, naturnahes und strukturreiches Fließgewässer ausgeprägt und erreichte abschnittsweise auch die Güteklasse 1.
