Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 26-28885

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Verlegung sog. Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig im öffentlichen Straßenraum vor dem Grundstück Am Alten Petritore 14 wird zugestimmt.

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Sachverhalt

Gem. § 93 Abs. 1 Ziff. 5 und 10 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 16 Abs. 1 Ziff. 8 der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig vom 8. November 2011 in der derzeit geltenden Fassung entscheiden die Stadtbezirksräte über die Aufstellung von Kunstwerken. Vorliegend handelt es sich bei der Verlegung sog. Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig um derartige Kunstwerke. Dem Konzept des Projektes Stolpersteine entsprechend enthalten die zu verlegenden Steine jeweils den Namen der Opfer des Nationalsozialismus sowie kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum Schicksal.

 

Der Verein „Stolpersteine für Braunschweig e.V.“ hat die folgenden Daten zu Rudolf Vehrke ermittelt und der Verwaltung mitgeteilt:

 

Am Alten Petritore 14, 38100 Braunschweig

 

Rudolf Vehrke

Geboren: 27.11.1882

Lebenslauf/Schicksal: Rudolf Vehrkes Eltern waren der Dachdeckermeister Friedrich Vährke (Hinweis: fehlerhafte Namensschreibweise der Ämter; spätere Änderung wieder zu „Vehrke“) und seine Frau Dorette.

Rudolf Vehrte war zunächst Bäckerlehrling und übernahm nach 1907 ein Zigarettengeschäft in Am Alten Petritore 14. Dort lebten seine Eltern und auch er hatte dort eine Wohnung.

Am 15.04.1911 heiratete er Anna Dorothee Sophie Leimberg. Am 18.12.1911 wurde der Sohn des Paares, Rudolf, geboren.

Um 1928 betrieb Rudolf Vehrke eine zweite Zigarrenhandlung am Bohlweg 45. Ab 1938 war er nachweislich Eigentümer des Hauses in der Göttingstraße 29 und zog 1941 selbst in eine Wohnung dieses Hauses.

Ausbildung/Beruf: gelernter Bäcker, Kaufmann von Rauchwaren

Wohnort: Göttingstraße 29

Grund der Verfolgung: Rudolf Vehrke äußerte immer wieder offen seine Kritik gegenüber dem nationalsozialistischen Regime. In seinem Laden kaufen vor allem SPD-nahe Kunden ein und verkaufte seine Ware auch an jüdische Kundinnen und Kunden.

Verfolgung: Am 23.02.1943 wurde Rudolf Vehrke in seinem Laden in Am Alten Petritore 14 verhaftet, weil er Ware an eine Jüdin verkauft hatte. Daraufhin wurde sein Geschäft mit Farbe beschmiert und boykottiert.

Rudolf Vehrke kam in Salzgitter-Hallendorf in das Lager 21, wo er schwere Zwangsarbeit leisten musste. Am 08.04.1943 wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen verlegt. Am 13.04.1943 wurde die Schließung seiner beiden Geschäfte in Braunschweig angeordnet. Am 14.04.1943 starb Rudolf Vehrke im KZ Sachsenhausen, angeblich an einer Lungenentzündung.

Verlegungsort: Am Alten Petritore 14 (Geschäftsadresse)

Grund der Verlegung: Auf die Bitte seiner Urenkelin Dagmar Feizula und auf Grundlage der Recherche durch die Kinder- und Jugendorganisation „Sozialistische Jugend Deutschands - Die Falken“.

 

Hinweis: Für Rudolf Vehrke soll ein weiterer Stolperstein vor dem Grundstück Göttingstraße 29, seinem letzten frei gewählten Wohnort, nach entsprechendem Beschluss durch den zuständigen Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 330 Nordstadt-Schunteraue, verlegt werden.

 

 

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