Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 26-28909-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Zur Anfrage des Stadtbezirksrats 322 vom 06.05.2026 [26-28909] wird wie folgt Stellung genommen:

 

Für die zur Verhinderung großflächiger Stromausfälle notwendigen technischen Maßnahmen sowie für die Behebung der Folgen eines Stromausfalls ist grundsätzlich der jeweilige Netzbetreiber verantwortlich. Darüber hinaus werden seitens der Stadt Braunschweig durch die Stelle Bevölkerungsschutz im Fachbereich Feuerwehr planerische Maßnahmen zur Bewältigung von Stromausfällen vorbereitet und fortentwickelt. Dies vorausgeschickt beantworte ich die Anfrage wie folgt:

 

Zu Frage 1.:

Die Stadt Braunschweig trifft verschiedene organisatorische und technische Maßnahmen, um auf großflächige Stromausfälle vorbereitet zu sein und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung sowie die kritischen Infrastrukturen im Stadtbezirk 322 möglichst gering zu halten.

 

Hierzu gehört insbesondere die Erstellung eines Katastrophenschutz-Sonderplan Stromausfall, in dem Zuständigkeiten, Meldewege, Einsatzabläufe und priorisierte Maßnahmen für unterschiedliche Szenarien eines länger andauernden Stromausfalls geregelt werden. Die Maßnahmen erfolgen dabei lageabhängig und abgestuft nach Dauer, Ausmaß und Betroffenheit des Ereignisses; kurzfristige oder kleinräumige Stromausfälle führen nicht automatisch zur vollständigen Aktivierung aller Maßnahmen.

 

Darüber hinaus verfolgt die Stadt ein Einsatzkonzept „Bevölkerungsschutz-Leuchttürme“. Diese dienen im Ereignisfall als Notfallanlauf- und Informationspunkte für die Bevölkerung. Dort sollen unter anderem Informationen bereitgestellt, Notrufmöglichkeiten vermittelt sowie gegebenenfalls erste Unterstützungsleistungen angeboten werden. Die Standorte können auf der städtischen Internetseite abgerufen werden, eine dauerhafte Beschilderung der Standorte ist derzeit in Vorbereitung.

 

Zum Schutz kritischer Infrastrukturen werden für besonders relevante Einrichtungen Notstromversorgungen und Netzersatzanlagen vorgehalten oder geplant. Dies betrifft insbesondere Einrichtungen der Gefahrenabwehr, Kommunikationsinfrastruktur sowie weitere Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge.

 

Ergänzend fördert die Stadt die Eigenvorsorge der Bevölkerung durch Informationsangebote und Hinweise auf städtischen Internetseiten und auf diversen Veranstaltungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Hierzu gehören insbesondere Empfehlungen zur Bevorratung von Lebensmitteln und Trinkwasser, zur Vorhaltung notwendiger Medikamente, Beleuchtungsmittel, Batterieradios sowie weiterer persönlicher Vorsorgemaßnahmen für Krisenlagen.

 

Zu Frage 2.:

Zur Sicherstellung einer möglichst zuverlässigen Stromversorgung sowie einer zeitnahen und transparenten Information der Bevölkerung werden durch die Stadt Braunschweig auch in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Netzbetreiber BS Netz verschiedene Maßnahmen ergriffen oder vorbereitet.

 

Hierzu gehören insbesondere die enge Abstimmung mit Energieversorgungsunternehmen und Betreibern kritischer Infrastrukturen sowie die Fortschreibung bestehender Notfall- und Einsatzplanungen für großflächige Stromausfälle. Überdies werden Krisen- und Einsatzszenarien regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.

 

Zur Aufrechterhaltung wichtiger kommunaler Funktionen werden für ausgewählte Einrichtungen Notstromkapazitäten vorgehalten oder ausgebaut. Dies betrifft insbesondere Bereiche mit hoher Bedeutung für die öffentliche Sicherheit.

 

Für die Warnung und Information der Bevölkerung setzt die Stadt auf einen abgestuften Warnmittelmix. Dieser umfasst insbesondere:

 

- Warnmeldungen über Apps,

- Cell Broadcast,

- Sirenenwarnungen mit Sprachdurchsagemöglichkeit,

- mobile Lautsprecher- und Durchsageeinrichtungen,

- Rundfunk- und Presseinformationen,

- digitale Informationskanäle,

- sowie Notfallanlaufstellen im Rahmen des Bevölkerungsschutz-Leuchtturmkonzeptes.

 

Die Aktivierung der jeweiligen Maßnahmen richtet sich nach Art, Umfang und Dauer des Stromausfalls. Ziel ist es, die Bevölkerung lagegerecht über die aktuelle Situation sowie erforderliche Verhaltensmaßnahmen zu informieren.

 

Zu Frage 3.:

Das Umspannwerk Nord ist eine wichtige Stromversorgungsanlage für die nördlichen Stadtteile Braunschweigs. Um das Umspannwerk für die zukünftigen Anforderungen durch die Energiewende an die lokale Stromversorgung weiter auszubauen, ließ BS|Netz Erweiterungen an der Mittelspannungsanlage vornehmen. Durch zusätzliche Schaltfelder soll dem künftigen Energiebedarf Rechnung getragen werden. Diese Arbeiten erfolgen auch unter Einbindung externer Dienstleister. Im Rahmen dieser Tätigkeiten kam es am 14. April 2026 zur Auslösung einer elektrischen Schutzeinrichtung. Im Zuge der Behebung der Störungsursache kam es im weiteren Verlauf der Arbeiten am 18. April 2026 zu einer plötzlichen Teilabschaltung und damit zu einem Ausfall der Versorgung mit Strom im Bereich um die Hansestraße.

 

BS|NETZ geht davon aus, dass die ursächliche Schwachstelle, die Störungsanfälligkeit während der Phase des Umbaus, inzwischen nachhaltig und zuverlässig behoben wurde. Die Erweiterungsarbeiten sind in der 21. Kalenderwoche endgültig abgeschlossen worden. Die Anlage befindet sich wieder im regulären Betrieb.

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Beschlüsse

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19.05.2026 - Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 322 Nördliche Schunter-/Okeraue - zur Kenntnis genommen

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