Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 26-29052
Grunddaten
- Betreff:
-
Angekündigter Stellenabbau bei einem Stück Braunschweiger Industriegeschichte - wie geht es weiter bei der Bühler AG (ehemals MIAG)?
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- SPD-Fraktion im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Wirtschaftsausschuss
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zur Beantwortung
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04.06.2026
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Sachverhalt
Am 1. Januar 1895 wurde die Braunschweigische Mühlenbauanstalt Amme, Giesecke & Konegen gegründet – die MIAG. In ihrer Blütezeit war sie zeitweise das größte Industrieunternehmen Braunschweigs und prägte den industriellen Aufschwung unserer Stadt maßgeblich. Im Jahr 1972 wurde die MIAG von der Schweizer Bühler AG übernommen. Unter deren Führung werden aktuell Maschinen und Komponenten für die Nahrungs- und Futtermittelindustrie am Standort Braunschweig produziert.
Vor einigen Tagen hat die Bühler AG angekündigt, die Produktion in Braunschweig einstellen zu wollen; Ingenieurs- und Servicedienstleistungen könnten erhalten bleiben und eventuell sogar ausgebaut werden. Dennoch ginge eine Produktionseinstellung mit dem Verlust von rund 200 der aktuell 400 Arbeitsplätze einher. Dem Maschinenbaustandort Braunschweig droht mit dem Verlust der industriellen Produktion daher ein erheblicher Einschnitt, der auch eine historisch bedeutende industrielle Tradition betrifft.
Die SPD-Ratsfraktion steht solidarisch an der Seite der Beschäftigten der Bühler AG (ehemals MIAG) und ihrer Gewerkschaft, der IG Metall. Auch in weltweit wirtschaftlich angespannten Zeiten ist eine derart einschneidende Entscheidung schwer nachzuvollziehen, zumal die Produktion offenbar im europäischen Ausland aufgefangen werden soll – ganz offensichtlich, um Kosten zu sparen.
Zu begrüßen ist, dass Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum bereits die Bedeutung des Standorts für die Stadt Braunschweig betont und damit ebenfalls ein wichtiges Zeichen für die anstehenden Verhandlungen zwischen Unternehmensführung und IG Metall gesetzt hat. Immerhin verfügt Braunschweig mit der Deutschen Müllerschule Braunschweig (DMSB) außerdem über die bundesweit einzige, modern ausgerüstete, grundlagenorientierte und praxisnahe Fachschule in der Fachrichtung Mühlenbau, Getreide- und Futtermitteltechnik.
Vor diesem Hintergrund fragt die SPD-Fraktion an:
1. Welche Möglichkeiten besitzen die Verwaltung der Stadt Braunschweig und ihre Wirtschaftsförderung, die Braunschweig Zukunft GmbH, die von dem angekündigten Personalabbau betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen?
2. Welche Schritte planen die Verwaltung und die Braunschweig Zukunft GmbH in diesem Zusammenhang als Nächstes?
3. Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung zu der in der Braunschweiger Zeitung vom 20. Mai 2026 geäußerten Vermutung vor, dass das seit 1972 bestehende historische Firmengelände in der Ernst-Amme-Straße infolge des Personalabbaus zugunsten eines kleineren Standorts aufgegeben werden könnte?
Gez. Christoph Bratmann
