Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 26-29086

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

 

Anlass für den Bericht ist der Abschluss des Projekts „Müllfreie Weihnachtsmärkte“ der Umsetzungsallianz „Mehrweg.Einfach.Machen“ gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag. Ziel des Projekts war es, anhand kommunaler Beispiele zu untersuchen, wie Weihnachtsmärkte Abfälle vermeiden und Mehrwegsysteme praxistauglich einsetzen können. Der Projektbericht zeigt dabei deutlich, dass es keine einheitliche Musterlösung für alle Märkte gibt.

Für den Braunschweiger Weihnachtsmarkt kann festgehalten werden, dass das Thema Abfallvermeidung und Mehrweg bereits seit mehreren Jahren konsequent berücksichtigt wird und im Marktgeschehen fest etabliert ist. Der Weihnachtsmarkt ist aus Sicht der Braunschweig Stadtmarketing GmbH (BSM) im bundesweiten Vergleich bereits gut aufgestellt und erfüllt zentrale Anforderungen, die auch im aktuellen Projektbericht hervorgehoben werden.

Bereits seit 2019 dürfen Getränke auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt ausschließlich über Mehrwegsysteme ausgeschenkt werden. Alle reinen Ausschankbetriebe sowie die gastronomischen Anbieter mit Getränkeausgabe nutzen daher Gläser oder Tassen im Mehrweg.

Auch im Bereich der Speisenausgabe wird das Thema Abfallvermeidung umfassend berücksichtigt. Für den Weihnachtsmarkt 2026 sind insgesamt 40 gastronomische Stände im Bereich Imbiss/Ausschank sowie 29 Stände im Bereich Süß- und Backwaren vorgesehen. Die Auswertung zeigt, dass im klassischen Imbissbereich bereits rund 80 Prozent der Speisen auf Geschirr mit Besteck ausgegeben werden. Die verbleibenden 20 Prozent entfallen auf Produkte, bei denen aus praktischen und hygienischen Gründen überwiegend unbeschichtete Pappschalen oder Pappteller eingesetzt werden, beispielsweise bei Bratwurstangeboten.

Im Bereich Süß- und Backwaren zeigt sich ein differenzierteres Bild. Hier werden 16 Prozent der Produkte auf Geschirr mit Besteck ausgegeben, 37 Prozent auf unbeschichteten Papptellern oder Schalen und 47 Prozent mit Minimalverpackungen wie Papiertüten oder Servietten. Dabei handelt es sich häufig um Produkte wie Churros, Mandeln, Brezeln oder Crêpes, bei denen eine aufwendige Geschirrlösung aus Sicht der Praktikabilität und Ressourcenschonung nicht immer sinnvoll ist.

Der Projektbericht des Deutschen Städtetags weist ausdrücklich darauf hin, dass erfolgreiche Mehrwegkonzepte immer an die örtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden müssen und neben der reinen Vermeidung von Einwegmaterialien auch Fragen der Infrastruktur, Reinigung, Logistik und personellen Ressourcen berücksichtigt werden müssen. Als zentrale Erfolgsfaktoren werden insbesondere praktikable Lösungen, funktionierende Rückgabesysteme, ausreichend Personal sowie eine gute Kommunikation mit den Beschickern genannt.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die BSM einen pragmatischen und ressourcenschonenden Ansatz. Besonders bei klassischen Imbiss- und Süßwarenangeboten wird bewusst auf reduzierte Verpackungslösungen gesetzt, etwa auf die Ausgabe im Brötchen, auf Servietten oder in recyclingfähigen, möglichst unbeschichteten Pappschalen. Dabei wird neben der Müllvermeidung auch der zusätzliche Ressourcen- und Energieaufwand durch Spülprozesse, Wasserverbrauch, Transport und Logistik berücksichtigt.

Eine zentrale Spülstation, wie sie teilweise auf sehr großen Veranstaltungsflächen anderer Städte eingesetzt wird, ist auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt derzeit nicht vorgesehen. Der Projektbericht zeigt, dass solche Systeme insbesondere dort sinnvoll sind, wo ausreichend Flächenkapazitäten und entsprechende Infrastruktur vorhanden sind. Für die räumlichen Gegebenheiten in der Braunschweiger Innenstadt wäre ein solches System nur mit erheblichem zusätzlichen Platzbedarf sowie zusätzlicher Logistik umsetzbar. Zudem verfügen viele Beschicker bereits heute über eigene Spüllösungen und individuell angeschafftes Mehrweggeschirr.

Insgesamt zeigt sich, dass der Braunschweiger Weihnachtsmarkt beim Thema Mehrweg und Abfallvermeidung bereits viele Maßnahmen umgesetzt hat, die aktuell bundesweit als Best Practice diskutiert werden. Gleichzeitig wird das Thema kontinuierlich weiterentwickelt und bei neuen Standkonzepten sowie Neuvergaben von Standplätzen im Rahmen des Bewerbungsverfahrens abgefragt und fortlaufend berücksichtigt.

Loading...

Beschlüsse

Erweitern

04.06.2026 - Wirtschaftsausschuss - zur Kenntnis genommen

Erläuterungen und Hinweise