Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 26-29127

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Sachverhalt

Der Wolf ist zurück in Deutschland – und mit seiner Rückkehr wächst auch die Diskussion über den richtigen Umgang mit dem Raubtier in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft. Kritiker sehen darin nicht nur ökologische Aspekte, sondern auch neue Herausforderungen – gerade in der Nähe von Siedlungsräumen und Großstädten. Genannt werden Sorgen vor Begegnungen in stadtnahen Erholungsgebieten, Konflikte mit Haus- und Nutztieren sowie ein sinkendes Sicherheitsgefühl in Teilen der Bevölkerung. Aus ihrer Sicht braucht es deshalb klare Regeln und ein aktives Wildtiermanagement.

Auch in der Region Braunschweig kam es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Wolfssichtungen, über die regelmäßig in den Medien berichtet wurde. Nach einer Sichtung im Dezember 2024 erschienen unter anderem Schlagzeilen wie „Braunschweig: Anwohner entdeckt Wolf im Garten“, „Anwohner trifft Wolf im eigenen Garten“ oder „Wolf in Braunschweig: Raubtier macht es sich in Gärten bequem“. Im April 2025 wurde über ein gerissenes Reh am Stadtrand berichtet und die Frage aufgeworfen, ob ein Wolf dafür verantwortlich gewesen sein könnte. Im Oktober 2025 wurde schließlich landesweit über eine zunehmende Zahl von Wolfssichtungen sowie Verhaltensempfehlungen bei Begegnungen berichtet.

Parallel dazu hat sich der Wolf in Niedersachsen in den vergangenen Jahren deutlich ausgebreitet. Nach den offiziellen Monitoringdaten wurden Ende 2025 landesweit rund 60 Wolfsrudel nachgewiesen. Da ein Rudel aus mehreren Tieren bestehen kann, wird die Population auf mehrere hundert Wölfe geschätzt.

Wölfe sind anpassungsfähige Beutegreifer und ernähren sich überwiegend von wildlebenden Huftieren wie Rehen, Rothirschen und Wildschweinen. Nutztiere gehören zwar nicht zu ihrer Hauptnahrung, dennoch kommt es regional immer wieder zu Konflikten mit der Weidetierhaltung und zu Diskussionen über geeignete Schutzmaßnahmen. Mit zunehmender Verbreitung stellt sich daher auch die Frage, wie das Zusammenleben von Mensch und Wolf insbesondere in siedlungsnahen Räumen künftig gestaltet werden soll.

Mit der Thematik haben sich in der Vergangenheit bereits mehrere Stadtbezirksräte befasst. Im Jahr 2024 (vgl. DS.-Nr. 24-24847) sowie 2026 (vgl. DS.-Nr. 26-28529) beschäftigte sich der Stadtbezirksrat Nordstadt-Schunteraue mit dem Thema. Ganz aktuell befasste sich zudem der Stadtbezirksrat Nördliche Schunter-/Okeraue aufgrund einer Sichtung am 15. April dieses Jahres an der Grenze zwischen Wenden, Thune und Walle mit der Thematik (vgl. DS.-Nr. 26-28911).

Auch der Vorsitzende der Braunschweiger Jägerschaft bestätigte öffentlich, dass es im Stadtgebiet in den vergangenen Monaten zu Wolfssichtungen gekommen sei.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. Wie werden Sichtungen oder anderweitige Feststellungen von Wölfen im Stadtgebiet dokumentiert beziehungsweise kartiert?

2. Wie groß ist die Wolfspopulation im Stadtgebiet beziehungsweise im unmittelbaren Umland nach Einschätzung der Verwaltung?

3. Welches Gefährdungspotenzial sieht die Verwaltung für die Bevölkerung sowie für Nutz- und Haustiere? 

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