Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 26-28675
Grunddaten
- Betreff:
-
Neugestaltung des Wasserspielbereiches auf dem Spielplatz Muldeweg-Grünzug
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün
- Beteiligt:
- 51 Fachbereich Kinder, Jugend und Familie; 65 Fachbereich Gebäudemanagement; 20 Fachbereich Finanzen
- Verantwortlich:
- Hanusch
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 221 Weststadt
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Anhörung
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15.06.2026
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Erledigt
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Umwelt- und Grünflächenausschuss
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Entscheidung
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16.06.2026
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Sachverhalt
Die Beschlusskompetenz des Umwelt- und Grünflächenausschusses ergibt sich aus § 76 Abs. 3 NKomVG i. V. m. § 6 Nr. 6 lit. a der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig. Im Sinne dieser Zuständigkeitsnorm handelt es sich bei dem Vorhaben um die Sanierung eines bestehenden Kinderspielplatzes mit überbezirklicher Bedeutung.
Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels und zunehmender Hitzeperioden kommt Wasserspielangeboten im öffentlichen Raum eine wachsende Bedeutung zu. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz, insbesondere für Kinder als vulnerable Nutzergruppe. Der Spielplatz Muldeweg, in einem Grünzug der Weststadt gelegen, bietet hierfür aufgrund seiner Größe, Lage und gesamtstädtischen Bedeutung hervorragende Voraussetzungen.
Ausgangslage
Der Wasserspielplatz ist Teil eines rund 7.200 m² großen Spielplatzes. Er wird in den Sommermonaten von Kindern aus verschiedenen Stadtteilen genutzt und ist aufgrund der hohen Wohndichte, des überdurchschnittlich hohen Kinderanteils sowie der Nähe zu Kindertagesstätten und Offenen Ganztagsschulen ein zentraler Treffpunkt in der Weststadt. Die gute Anbindung an den ÖPNV unterstreicht seine gesamtstädtische Relevanz.
Das bestehende Wasserspielangebot ist über 50 Jahre alt und besteht aus wenigen, teilweise nicht mehr funktionstüchtigen Elementen. Neben den veralteten Spielgeräten weisen auch Bodenbeläge, technische Anlagen und Grundleitungen erhebliche Schäden auf, die zu Nutzungseinschränkungen und Verkehrssicherheitsbedenken führen. Eine umfassende Erneuerung erscheint daher geboten.
Ziel der Maßnahme ist die Schaffung eines zeitgemäßen, attraktiven und inklusiv nutzbaren Wasserspielplatzes, der insbesondere an heißen Sommertagen ein hochwertiges Aufenthalts- und Spielangebot für Kinder im Alter von ca. 3 bis 12 Jahren bietet. Der Wasserspielplatz soll in dieser Funktion Familien und Kinderbetreuungsgruppen aus der gesamten Stadt anziehen.
Grundlage der Planung sind die Ergebnisse der im September 2022 durchgeführten Kinderbeteiligung. Hier wurden folgende Wünsche seitens der Kinder geäußert (Anzahl der Voting-Stimmen in Klammern):
- Wasserrutsche (19)
- Wassertunnel (14)
- Wasserturm (13)
- Wasserblume (10)
- Matschplatz (10)
- Wasserpilz (9)
- Karussell mit Wasser (9)
- Bachlauf (9)
- Wasserpistole (8)
- Wassertiere (5)
- Wasserparcours (5)
- Drehender, spritzender Reifen (5)
- Wasserspritzer (4)
- Drehkreisel (4)
- Wasseriglu (3)
- Wassereimerlift (2)
- Wasserschaukel (1)
- Kletternetz mit wasserspritzendem Brunnen (1)
Die Kinder brachten auch Gestaltungswünsche ein:
- Wasser aus dem Boden
- Bänke
- Brunnen
- farbenfroh
- neuer Bodenbelag
- Hängematte
- Startknöpfe für das Wasser
- Toilette
Konzeptionell möchte die Verwaltung den Wasserspielplatz als modernen Spraypark anlegen. Darunter versteht man eine interaktive Wasserfreizeitanlage ohne tiefe Becken, bei der das Wasser aus verschiedenen Elementen wie Düsen, Fontänen und Spielgeräten versprüht wird. Der Vorteil dieser Anlagen ist die Gewährleistung der Sicherheit auch für jüngere Kinder, da keine Ertrinkungsgefahr besteht. Außerdem sind solche Anlagen barrierefrei und dadurch inklusiv nutzbar. Ein Matschplatz, d.h. eine Kombination aus Sand- und Wasserspiel, ist mit diesem Konzept allerdings nicht vereinbar, da die vorgesehenen Elemente (z.B. Düsen) durch eingebrachten Sand schnell verstopfen können und dies hohe Wartungs- und Unterhaltungsaufwände bedeutet. Auch ein Bachlauf, ein Wasserkarussell und ein Brunnen können aus Unterhaltungsgründen im Rahmen des Spraypark-Konzeptes nicht umgesetzt werden.
Eine Wasserrutsche kann aufgrund fehlender Auffangbecken nicht umgesetzt werden. Ein Wasserturm, ein Wasserparcours, eine Wasserschaukel und ein Kletternetz sind aufgrund des fehlenden Fallschutzes innerhalb des Wasserspielbereich ebenfalls nicht realisierbar. Ergänzend zum Wasserspielbereich soll jedoch auch ein Kinderspielbereich, der Kletter-, Rutsch- und Schaukelangebote bereithält, realisiert werden, um den Kinderwünschen weitgehend zu entsprechen.
Die anderen genannten Wünsche werden größtenteils in der Planung insbesondere funktional und bei der Gestaltung der Wasserspielgeräte berücksichtigt.
Der nördliche Spielplatzbereich wird zukünftig in drei Zonen gegliedert: einen Wasserspielbereich im Südosten, einen Trockenspielbereich im Westen und einen Aufenthaltsbereich im Nordosten (s. Anlage 1). Diese Bereiche sind weitgehend in sich geschlossen, vereinen gestalterisch aber übergreifend das Thema „Amazonas“.
Den Spielplatz erreicht man über eine reaktivierte Wegeverbindung im südlichen Bereich, der mit Wegesperren vor einem Befahren der Flächen geschützt wird. Der bisherige Zugang von der Ostseite entlang des Technikgebäudes wird mit einem 4 m breiten Tor geschlossen und lediglich als Pflegezufahrt genutzt. Grund für die Umlegung des Zugangs ist die Herstellung eines in sich geschlossenen und sicheren Wasserspielbereiches, der ein ausgelassenes Spiel ermöglicht ohne passierende Fußgänger zu gefährden oder zu belästigen. Im Osten und Süden befinden sich insgesamt zwölf Fahrradständer mit jeweils zwei Stellplätzen. Zudem werden drei Abfallbehälter installiert.
Der bestehende Baumbestand wird weitgehend erhalten und in die Planung integriert. Lediglich ein Baum, der bereits starke Vitalitätsdefizite aufweist, wird zugunsten eines erweiterten Spielbereiches entnommen. Für die Baumfällung sind zwei neue Baumpflanzungen mit standortgerechten Laubbaumarten sowie eine Strauchpflanzung vorgesehen.
Wasserspielbereich
Der Bereich, in dem Wasserspielgeräte angeordnet werden, wird gegenüber dem Bestand auf ca. 200 m² konzentriert, um eine klare Struktur und bessere Übersichtlichkeit zu erreichen. Gleichzeitig ist vorgesehen, die Anzahl der Wasserspielgeräte von derzeit drei Geräten auf zukünftig ca. neun Wasserspielelemente deutlich zu erhöhen.
Der Wasserspielbereich wird umrahmt von einer Wasserschlange bzw. Anakonda aus Beton, die einerseits das Wasser zurückhält und zugleich als Sitz- oder Balancierelement dient. Die Wasserspielgeräte wurden entsprechend der Kinderbeteiligungsergebnisse ausgewählt und bieten aufgrund unterschiedlicher Spring- und Sprühhöhen vielfältigen Wasserspaß für jedes Kind. Hier finden sich ein Wassertunnel mit Spritzdüsen aus dem Boden und wassersprühenden Rundbögen, mit Schwallduschen ausgerüstete Palmen (ähnlich einem Wasserpilz fungierend) und Wasserblumen (z.T. mit Wassereimern ausgestaltet) sowie Wasserspritzer in vielfältigen Ausführungen und Funktionen (spritzend, plätschernd, wirbelnd, regnend) wieder. Jüngere und zurückhaltende Kinder können sich an Bodenfontänen erfreuen, mutige Mädchen und Jungen können sich unter Wassereimer stellen, die ihre Ladung von oben entleeren.
Der Boden des Wasserspielbereiches wird mit sandfarbenem, „gebürstetem“ Beton ausgeführt. Dieser ist einerseits rutschfest und andererseits langlebig.
Der Wasserspielplatz wird aus Nachhaltigkeitsgründen mit einer Wasserwiederaufbereitungsanlage ähnlich wie in öffentlichen Schwimmbädern ausgestattet. Mit der Zugabe von Chlor wird der Wasserspielplatz gesundheitlich unbedenklich gehalten. Die notwendige Wassertechnik wird in einem separaten Technikschacht untergebracht, der sich außerhalb der Spielfläche in räumlicher Nähe zum bestehenden Technikgebäude mit den Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüssen befindet.
Trockenspielbereich
Direkt beim Betreten des Spielplatzes werden die Besucherinnen und Besucher von einem großen Kletterkrokodil begrüßt, welches das Thema „Amazonas“ visualisiert und sich aus einem Wunsch aus der Kinderbeteiligung nach einem Wasserdrachen ableitet. Dieses bietet vielfältige Kletter-, Hangel-, Balancier- und Schaukelmöglichkeiten für Kinder ab 3 Jahren. In Ergänzung zum langgestreckten Krokodil lädt ein hoher Flamingo ebenfalls zum Klettern, aber auch zum Rutschen ein. Für die ganz Kleinen steht ein Seerosenwipper zum Spielen bereit. Kleine Spieltiere in Form von Fröschen und Krokodilen sowie stilisierte Schilfgräser sind wiederkehrende Elemente, die sich über den Trockenspielbereich verteilen.
Zum Aufenthalt laden Hängematten und Bänke in Form von adaptierten Amazonas-Pflanzen ein.
Aufgrund der Nähe zum Wasserspielplatz wurde bei den Spielgeräten auf eine nässeverträgliche Nutzung geachtet und dementsprechend die Materialien aus Metall und Kunststoffen ausgewählt.
Der Trockenspielbereich wird mit einem inklusiven und farbigem Kunststofffallschutzbelag (EPDM) ausgestattet.
Im nördlichen und nordöstlichen Bereich des neugestalteten Spielplatzes befindet sich mit einem großen aus Kunststoff gefertigten Podest in 40 cm Höhe eine großzügige Sitzfläche, das ausreichend Platz für Begleitpersonen bietet und zum Picknicken einlädt. Außerdem stehen zwei Hängekörbe mit Sonnenschutz in Form eines Blattes zum Chillen zur Verfügung. Diese sind durch ihre vierfache Aufhängung stabil in der Hängekonstruktion und ermöglichen lediglich ein leichtes Schwingen. Darüber hinaus werten auch hier kleine Betontiere in Form von Schildkröten und stilisierte Schilfgräser den Bereich thematisch und spielerisch auf.
Die bereits vorhandenen Toiletten im anliegenden Bestandsgebäude werden saniert und der Öffentlichkeit während der Spielplatznutzungszeiten kostenfrei über eine automatisierte Schließanlage zugänglich gemacht. Die Toilettenzugänge werden über Sichtschutzelemente räumlich und weniger einsehbar von der Chill-out-Zone abgegrenzt.
Die vorliegende Entwurfsplanung entspricht dem inklusiven Gedanken der Teilhabe aller unabhängig von möglichen körperlichen, geistigen, sozioökonomischen, sprachlichen, alters- oder geschlechtsspezifischen Einschränkungen. Die Anlage ist vollständig barrierefrei und bietet Spielangebote für alle Kinder. Die Planung lag dem Behindertenbeirat vor.
Die Kostenschätzung für das Projekt beläuft sich auf Gesamtkosten in Höhe von 996.000 € inkl. Eigenleistungen. Unter dem Vorbehalt der Bewilligung von außerplanmäßigen Haushaltsmitteln durch den Rat ist ein Beginn der Maßnahme im Herbst 2026 vorgesehen.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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öffentlich
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5,6 MB
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