Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 26-29127-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Wolfssichtungen in Braunschweig
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 68 Fachbereich Umwelt
- Beteiligt:
- 32 Fachbereich Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit; 0100 Steuerungsdienst; DEZERNAT VI - Umwelt-, Stadtgrün- und Hochbaudezernat
- Verantwortlich:
- Hanusch
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Umwelt- und Grünflächenausschuss
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zur Beantwortung
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16.06.2026
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Sachverhalt
Zur Anfrage der CDU-Fraktion (DS 26-29127) wird wie folgt Stellung genommen:
Vorbemerkung:
Für alle Fragen hinsichtlich des Wolfes hat das Land Niedersachsen das Wolfsbüro eingerichtet: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/wolfsburo/das-wolfsburo-im-nlwkn-134954.html. Hier finden sich alle Informationen sowie entsprechende Links zu Themen wie Meldungen von Wolfssichtungen, Herdenschutz, Nutztierrisse, Territorien, Populationsgrößen und Verhalten bei Begegnungen mit dem Wolf.
Seit April 2026 unterliegt der Wolf dem Jagdrecht. Die Entnahme von Wölfen muss aufgrund des Schutzstatus nach dem Artenschutzrecht weiterhin durch die untere Naturschutzbehörde oder das NLWKN genehmigt werden, die allgemeine Zuständigkeit für den Wolf liegt aktuell bei der unteren Jagdbehörde.
Dies vorangestellt wird die Anfrage wie folgt beantwortet:
Zu 1.
Für das Monitoring der Wolfspopulation in Niedersachsen ist die Landesjägerschaft Niedersachsen zuständig. Auf der Internetseite der Landesjägerschaft https://www.wolfsmonitoring.com/ können die Sichtungen und andere Hinweise gemeldet werden. Alle Meldungen werden dann durch die zuständigen Wolfsberaterinnen der Stadt Braunschweig aufgenommen (u. a. Fotodokumentation, DNA-Probe) und wiederum an die Landesjägerschaft Niedersachsen zurückgemeldet.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, sich direkt an die zuständigen Wolfsberaterinnen zu wenden. Der Kontakt ist der Internetseite der Stadt Braunschweig zu entnehmen: https://www.braunschweig.de/leben/umwelt/natur/artenschutz/tiere/saeugetiere/wolf.php
Zu 2.
Alle nachgewiesenen Rudel, Wolfspaare und residenter Einzelwölfe in Niedersachsen können in der Umweltkarte Niedersachsen https://www.umweltkarten-niedersachsen.de/Umweltkarten/?lang=de&topic=Natur&bgLayer=TopographieGrau oder auf der Internetseite der Landesjägerschaft https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien eingesehen werden.
Demnach sind im Stadtgebiet von Braunschweig keine stetigen Vorkommen des Wolfes vorhanden. Die nächsten etablierten Vorkommen sind die Rudel Wolfsburg, Ringelah und Burgdorf.
Die Größe der einzelnen Rudel im Umland sind der Internetseite der Landesjägerschaft zu entnahmen: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien
Bei den Sichtungen in Braunschweig handelt es sich demnach um migrierende Wölfe ohne festes Revier.
Zu 3.
Nach Angaben des deutschen Umweltministeriums sind dokumentierte Angriffe gesunder Wölfe auf Menschen weltweit selten, und seit der Rückkehr des Wolfs nach Deutschland Ende der 1990er Jahre wurde, mit Ausnahme des ungewöhnlichen Falls in Hamburg 2026, kein Angriff auf Menschen dokumentiert. Vor diesem Hintergrund ist für die allgemeine Bevölkerung ist das Risiko, durch einen Wolf verletzt zu werden, in Deutschland und damit auch in Braunschweig sehr niedrig.
In Braunschweig gab es aktuell keinen Haus- und Nutztierriss. In umliegenden Landkreisen kam es bereits zu Nutztierrissen. Alle nachgewiesenen Nutztierschäden in Niedersachsen können in der Umweltkarte Niedersachsen eingesehen werden: https:/www.umweltkarten-niedersachsen.de/Umweltkarten/?lang=de&topic=Natur&bgLayer=Topographie. Das Land Niedersachsen leistet finanzielle Unterstützung beim Herdenschutz sowie Ausgleich bei Nutztierrissen.
Eine generelle valide Aussage zum Gefährdungspotential für Nutz- und Haustiere in Braunschweig kann von Seiten der Verwaltung nicht getroffen werden. In einer verdichteten Siedlungsstruktur mit Verkehr, menschlicher Aktivität und fehlenden Rückzugsräumen ist ein einsprechendes Gefährdungspotential durch den Wolf eher unwahrscheinlich.
